Mitbestimmt von Grundstück bis Steckdose

In einer der größten innerstädtischen Entwicklungszone Wiens plante einszueins architektur ein besonderes Wohnhaus. Dabei wurde partizipativ vorgegangen. Die Bewohner nahmen schon bei der Planung an allen Entscheidungsprozessen teil.

immonet/Karin Bornett © immonet/Karin Bornett

Markus Zilker, einszueins architektur, Senka Nikolic vom Bauträger Schwarzatal und Katharina Bayer, einszueins architektur, bei der Präsentation des Wohnprojekts (v.l. ).

In einer der größten innerstädtischen Entwicklungszone, am ehemaligen Gelände des Wiener Nordbahnhofs, plante das Architekturbüro einszueins architektur ein besonderes Wohnhaus. Dabei wurde partizipativ vorgegangen. Das bedeutet, die künftigen Bewohner nahmen von Anfang an, an allen Entscheidungsprozessen teil.

Gemeinsam individuell leben

Nachhaltiges Wohnen und Arbeiten, generationsübergreifender Austausch, individuelles Leben in der Gemeinschaft: Das sind die Eckpunkte des Konzepts, mit dem sich der „Verein für Nachhaltiges Leben“ – in Kooperation mit dem Bauträger Schwarzatal – 2010 beim Wettbewerb für einen Bauplatz am Nordbahnhofgelände durchsetzen konnte. Insgesamt 39 Wohneinheiten und 700 Quadratmeter Gemeinschaftsflächen sind in dem neuen Viertel im zweiten Wiener Bezirk entstanden. Das Ergebnis ist ein Bau, der nicht nur auf verschiedene Lebensentwürfe Rücksicht nehmen will, sondern auch das Miteinander fördern soll.

Gemeinschaftsflächen von Sauna bis Werkstatt

Aus den Grundsätzen des Vereins ergaben sich die wesentlichen Anforderungen an Planung und Entwurf. Neben Energieeffizienz – das Gebäude erreicht annähernd Passivhausstandard – war dies vor allem das Schaffen von Gemeinschaftsräumen. "Wir haben Treffen veranstaltet, zahlreiche Mails ausgetauscht und Fragebögen erstellt, um die Wünsche der Bewohner zu sammeln und Gemeinsamkeiten zu finden", erklärt Markus Zilker, einszueins architektur den Planungsprozess. So entstanden am Dach ein Saunabereich, in den unteren Geschoßen eine Gemeinschaftsküche, Werkstätten sowie Räume für Kinder und Jugendliche. Die Wohnungen selbst wurden individuell in Absprache mit den einzelnen Parteien entworfen.

Schlüssel zu Nachhaltigkeit

Katharina Bayer, einszueins architektur: „Die frühzeitige und kontinuierliche Einbindung der BewohnerInnen ist der Schlüssel zu Nachhaltigkeit und zur Identifikation mit dem Gebäude. Gerade dieser Aspekt war beim Wohnprojekt Wien essenziell. Es galt, Gemeinschaft, Selbstbestimmung sowie sozialer und ökologischer Verantwortung baulichen Ausdruck zu geben – und dabei die Weisheit der Gruppe zu nutzen.“

Kostenpunkt

Verwaltet wird das Gebäude von der Gruppe. Auch wer einziehen darf, entscheiden die Bewohner gemeinsam. Pro Quadratmeter sind 570 Euro an Eigenmittel einzubringen, 69 Euro beträgt das Nutzungsentgelt (inklusive Betriebskosten und Vereinskosten) im Monat. Studenten haben die Möglichkeit, auch ohne Eigenmittel in das Projekt zu ziehen, in die eigens errichtete WG für vier Personen. Die Wohnungen - von 37 bis knapp 140 Quadratmeter groß - sind übrigens alle schon vergeben.


Autor:

Datum: 13.05.2014

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Immobilienprojekte

Die oberösterreichische Consulting Company meldet starkes Käuferinteresse beim Wiener Projekt Arndtstraße. Kurz vor Baubeginn seien bereits 95 Prozent der Wohnungen verkauft, aktuell wären nur mehr zwei der 38 Einheiten im Erweiterungsteil des „wohn:park:zwölf" verfügbar.

Dachgleiche in der Donaustädter Trondheimgasse: Die Strabag Real Estate, Bezirkspolitik und sowie das planenden Architekturbüro einszueins gaben sich im Wiener Norden ein Stelldichein. Fertiggestellt soll das neue Quartier im kommenden Herbst sein.

Im kommenden Herbst sollen die ersten Mieter einziehen – erst kürzlich wurde beim Projekt „Square plus", das von der Strabag Real Estate (SRE) in der Wiener Muthgasse entwickelt wird, die Dachgleiche gefeiert: Mit dabei waren Vertreter des Bezirks Döbling, das planende Architekturbüro HNP architects sowie die Generalunternehmerinnen Strabag und Porr.

Die Zinshaussanier von wohninvest haben im Döblinger Kahlenbergerdorf die Renovierung zweier historischer Objekte, die zumindest auf das frühe 17. Jahrhundert zurückgehen, abgeschlossen. Das im Rahmen eines Bauherrenmodells sanierte Ensemble wurde zu Beginn der Woche an die privaten Investoren übergeben.

Verkaufsstart in Köln: Im Zuge ihrer Portfolio-Optimierung trennt sich die Immofinanz von einer gemischt genutzten Immobilie. Wie das Unternehmen meldet, werde unter anderem das sogenannte Friesenquartier verkauft. Ebenfalls in der Domstadt angesiedelt und im Zuge eines Forward Purchase veräußert wird das noch von der Immofinanz zu realisierende Hotelentwicklungsprojekt im Gerling Quartier (im Bild). Weiters auf der Verkaufsliste steht dort auch ein zweiter Bauabschnitt. Neuer Eigentümer wird ein Joint Venture der deutschen Unternehmen Quantum Immobilien AG mit der Proximus Real Estate AG.

Seit Dezember 2015 wird im neu entstehenden Wohnpark in Wien-Liesing gebaut. Jetzt gaben sich Vertreter der Bezirkspolitik, Architekt Peter Lorenz und Strabag-Baumeister Gerald Urban bei der Projekt-Gleichenfeier ein Stelldichein.

Die Rustler Gruppe meldet den Vermarktungsstart für das in Sanierung stehende Wohnprojekt „City Corner M 139“ in Wien Margareten. Die 26 freifinanzierten Wohnungen sollen im Herbst 2018 bezugsfertig sein.

Vom Büro zum Hotelhochhaus: Die Novum Hotel Group und Immofinanz bauen den bestehenden Office-Standort neben den Twin Towers am Wienerberg zum "Holiday Inn Vienna – South" um. Geplant sind 201 Zimmer, plus Frühstücksrestaurant im 22. Stock. Eröffnet werden soll der neue Komplex Anfang 2019.

Die oberösterreichische Consulting Company startet mit der Vermarktung ihres nächsten Wien-Projekts in der Arndtstraße in einem zentralen, infrastrukturell gut erschlossenen Teil des zwölften Wiener Gemeindebezirks. Neben dem zuletzt eröffneten "wohn:park:zwölf" errichtet der Immobilienentwickler 38 Wohnungen mit insgesamt gut 2.000 Quadratmeter Wohnfläche. Der Baubeginn ist für Frühjahr 2017 vorgesehen, die Fertigstellung soll im Herbst 2018 erfolgen.