IG Passivhaus Geschichte - Neuorientierung

Die IG Passivhaus hat sich zur Plattform "Innovative Gebäude" formiert und sich damit aus der "Enge" des passiven Bauens befreit. Auch ein eigenes Label wird künftig vergeben, das mehr als nur Energieeffizienz bewertet.

Seit zehn Jahren setzt sich die IG Passivhaus in Österreich für energieeffizientes Bauen ein. Nun orientiert sich die Interessensgruppe neu und formiert sich zur Plattform "Innovative Gebäude" - und befreit sich damit aus der "Enge der IG Passivhaus", wie es in der Aussendung der Organisation heißt. Johannes Kislinger, einer der Initiatoren der IG Passivhaus und heute Vorstandsvorsitzender des Dachverbands Innovative Gebäude: „Wir haben viel erreicht. Jetzt ist es an der Zeit, weiter zu gehen.“ Aufbauend auf den Erkenntnissen des Passivhauses ​will die Plattform künftig ein flexibleres und ganzheitliches Konzept von verwirklichen.


Neues Label "Innovatives Gebäude"

Von der Plattform wird künftig auch das Qualitäts-Label "Innovatives Gebäude" vergeben. Ein Gebäude, das sich als Innovatives Gebäude bezeichnen darf, muss in einem der gängigen Standards* 90 % der jeweils höchsten Qualitätsstufe erreichen. Als Nachweis gelten die Dokumente und Zertifikate ​der jeweiligen Organisationen. Zusätzliche Berechnungen und Nachweise sind nicht erforderlich.


Mehr als Energieeffizienz

Der neue Kriterienkatalog für das Label "Innovatives Gebäude" umfasst die sechs Säulen Umwelt, Effizienz, , Gesundheit und Komfort, Technik und Energie. Kislinger erläutert diese Philosophie anhand eines Beispiels: "In jedem Hotel oder Verwaltungsgebäude werden heute hocheffiziente Fahrstühle eingebaut. Diese Produkte sind technisch auf höchstem Niveau. Den Stiegenaufgang dagegen muss man meist suchen. Im Sinne eines intelligenten Gebäudes wäre es, den Gebäudenutzern beide Möglichkeiten anzubieten: Die Treppe für die gesundheitsfördernde Bewegung, den energieeffizienten Fahrstuhl für die oberen Stockwerke. So verbindet ein innovatives Gebäude Energieeffizienz mit Gesundheit.“


Größere Zielgruppe ansprechen

Mit der Verbreiterung der Sichtweise will man auch erreichen, dass sich mehr Planer, Industrieunternehmen und Interessenvertretungen mit dem Verband identifizieren können. Derzeit sind 15 österreichweit tätige Mitglieder im Dachverband organisiert. Für das kommende Jahr strebt der Verband nach eigenen Aussagen eine Steigerung auf 25 Mitglieder an, bis 2020 möchte die Gruppe auf 30 bis 40 Mitglieder wachsen. Zusätzlich zu den österreichweit agierenden Unternehmen im Dachverband sind rund 280 Unternehmen überwiegend in ihrem Bundesland aktiv und dort stark vernetzt. Doch auch hier will man wachsen und schon 2015 die 300er-Marke überspringen. Der Dachverband Innovative Gebäude und die Regionalorganisationen bilden gemeinsam die Plattform Innovative Gebäude.


*Diese sind: klimaaktiv, TQB, ÖGNI/DGNB, Passivhaus, BREEAM und LEED.

Manfred Burger © Manfred Burger

Das Raiffeisengebäude ist eines der ersten Objekte, das den Titel

Manfred Burger © Manfred Burger

Mit dem Zubau zum bestehenden Raiffeisenhaus am Leopoldstädter Ufer des Donaukanals wollte die Raiffeisenholding Niederösterreich-Wien als Errichter und späterer Nutzer ein Vorzeigeprojekt in punkto ressourcenschonender Bauweise in Verbindung mit moderner Architektur und hohem Komfort schaffen.

immonet/Karin Bornett © immonet/Karin Bornett

Wolfgang Pundy, Projektverantwortlicher für das Bürogebäude der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien, Sarah Richter, Geschäftsführerin IG Innovative Gebäude, Johannes Kislinger, Vorstandsvorsitzender des Dachverbands IG Innovative Gebäude und Gerhard Zweier, IG Innovative Gebäude Vorarlberg (v.l. ).


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Datum: 11.09.2014

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