Immobilien-Hotspot Österreich

Der Immobilien-Hotspot Österreichs ist ganz klar Wien. Doch neben der Bundeshauptstadt hat das Land auch andere höchst interessante Märkte anzubieten.

Der Immobilien-Hotspot Österreichs ist ganz klar Wien. Doch neben der Bundeshauptstadt hat das Land auch andere höchst interessante Märkte anzubieten. Besonders das produzierende Gewerbe, Logistik-Unternehmen oder Forschungseinrichtungen finden in den Bundesländern ausgezeichnete Rahmenbedingungen. Zudem profitieren Unternehmen von den deutlich niedrigeren Preisen abseits von Wien.

Erschwerend für den Einstieg in den Bundesländern sind bisher die fehlenden Marktdaten, die den Markt ein wenig undurchsichtig erscheinen lassen. Für Wien liefern gleich mehrere Anbieter professionell aufgearbeitete Kennzahlen über den gesamten Markt - von Büroimmobilien, Retail bis hin zu Hotels und Logistik. Der Rest Österreichs bleibt meist unbeachtet. Es gibt nur vereinzelte Unternehmen, die Marktdaten erheben und diese beobachten auch nur Teilsegmente in ausgewählten Bundesländern.

Doch wer will, der kann auch: Internationale Investoren haben mittlerweile zum Beispiel die Attraktivität von Shopping-Tempeln in den Bundeshauptstädten entdeckt. So steht seit vergangenem Jahr etwa das Einkaufszentrum Traisenpark in St. Pölten unter der australischen Flagge von APN/UKA, das niederländische Unternehmen Rodamco hat sich in den Klagenfurter Südpark eingekauft und das deutsche Fondshaus Hamburg hat die Linzer Lenaupark City in ihren Fonds aufgenommen.

Zudem zeigt eine Erhebung der ABA Invest, der Betriebsansiedlungsgesellschaft des österreichischen Wirtschaftsministeriums, dass auch Betriebsniederlassungen von ausländischen Firmen in den Bundesländern an Bedeutung gewinnen. Knapp die Hälfte der Unternehmen, die von der ABA bei der Firmengründung in Österreich betreut wurden, haben sich für eine Niederlassung in den Bundesländern entschieden: 28 Firmengründungen wurden in Kärnten registriert, 20 in Niederösterreich, 15 in Salzburg, je zehn in Oberösterreich und in Tirol, sieben im Burgenland und jeweils drei in der Steiermark und in Vorarlberg.

Doch nicht immer reicht es aus, die Entscheidung für einen Standort auf das einfache Kriterium Miet- oder Kaufpreis zu reduzieren. "Vor zwanzig Jahren hätte man bei einem Ranking nur ökonomische Aspekte betrachtet", sagt Everet Meijers von der TU Delft, die gemeinsam mit der TU Wien und der Universität Ljubljana ein neues wissenschaftliches Bewertungsinstrument für europäische Mittelstädte geschaffen hat: "Entscheidend für die Qualität unseres Rankings ist die Auswahl der Faktoren, die nicht nur eine wirtschaftsbezogene Sichtweise, sondern auch Governance, Partizipation, Kultur und Lebensqualität wiedergeben." Untersucht wurden 70 europäische Mittelstädte nach den Eigenschaften Economy, People, Governance, Mobility, Environment und Living, um herauszufinden, was diese Städte als Lebensraum und als Wirtschaftsstandort auszeichnet. Und ganz vorne mit dabei sind Linz, Salzburg, Innsbruck und Graz, die sich zwischen den Plätzen 9 und 13 verteilen.

Der Managementclub hat mit dem MC Standortradar hingegen die Standortattraktivität der österreichischen Bundesländer einem umfassenden Leistungs-Check mit aktuellen regionalen Zahlen unterzogen. Der Erfolgsindex setzt sich aus makroökonomischen Daten der Statistik Austria, dem AMS und der WKO zusammen und wurde mit den Befragungsergebnissen von mehr als 1.300 Entscheidungsträgern kombiniert. Das Resultat: Oberösterreich ist das attraktivste Bundesland in Österreich, gefolgt von Niederösterreich und Vorarlberg sowie Wien auf Rang vier. Herbert Paierl, Präsident des Managementclubs: "Offensichtlich haben viele Bundesländer die gute Konjunktur richtig genutzt, was sich auch auf die guten Befragungsergebnisse bei den Managern ausgewirkt hat."

Franz Paul © Franz Paul


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Datum: 22.06.2011

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