ÖVI fordert Investitionsprogramm für Immobilienwirtschaft

"Neuerlich wird von der Arbeiterkammer mit vordergründigen Argumenten ein Mietenstopp verlangt. Die Immobilienwirtschaft wehrt sich gegen eine solch undifferenzierte Forderung," so ÖVI-Präsident Weinberger

"Die Arbeiterkammer agiert hier in einem wichtigen Teilbereich des Marktes, als könne man einfach planwirtschaftlich die Mechanismen des Marktes negieren", ist Weinberger über den erneuten Vorstoß der Arbeiterkammer beim Thema Inflationsabgeltung verärgert.

Nicht nur, dass die Wertanpassung als "Mieterhöhung" verkauft wird, das Feindbild des bösen Vermieters wird damit wieder gepflegt. Dass gerade in Wien der Richtwert deutlich vom Marktmietzins abweicht, ist nur politisch erklärbar: Der Richtwert wurde trotz hoher Bodenwerte künstlich niedrig gehalten. In anderen Bundesländern gibt es kein Problem mit den Zu-oder Abschlägen beim Richtwert: Durch die deutlich höhere Ausgangsbasis ist hier die Differenz zu Marktmiete weitaus geringer.

Warnung vor Investitions-Flaute

"Es kann einem auch niemand erklären, dass die Baukosten in Wien deutlich geringer wären, als in den anderen Bundesländern", ergänzt MMag. Anton Holzapfel, Geschäftsführer des ÖVI.

Der Österreichische Verband der Immobilientreuhänder warnt davor, die Wertanpassung bei den Mieten einzuschränken. Die Folge wäre, dass - anders als in den vergangenen fünfzehn Jahren - die Investitionstätigkeit in die Immobilie nachhaltig zurückgehen würde. Nicht nur für die Bauwirtschaft und die Situation am Arbeitsmarkt würde das deutliche Folgen haben, auch die Erreichung der Klimaziele bzw. die Vermeidung der schon jetzt drohenden Pönalen, die die Republik Österreich wegen der Verfehlung der Klimaziele zahlen wird, ist damit gefährdet.

"Die Investitionen in den Gebäudebestand kommen dem Mieter zugute und sollten daher gefördert werden." so Mag. Udo Weinberger. Letztendlich muss aber auch der Mieter, der die Vorteile einer bestens renovierten Immobilie genießt, seinen Beitrag zahlen: Noch immer sind in 40 % der Mietverträge sogenannte Altmieten vereinbart, also Mieten, die bei weitem nicht einmal den Richtwert erreichen. Der ÖVI fordert daher, dass es mittelfristig eine Anpassung bei den Altmieten auf das Marktniveau gibt, um den Hauseigentümern Anreiz für zukunftsweisende Investitionen zu geben.


Autor:

Datum: 28.01.2009

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Unternehmen

Weichenstellung: Mit der Zertifizierung nach ISO 9001:201 will die Rustler Immobilientreuhand GmbH in der Branche mit gutem Beispiel vorangehen. Dem Führungsteam (im Bild) wurde jetzt durch Auditor Walter Kalcher von quality Austria die Urkunde überreicht.

Die in Wels beheimatete TGW Logistics Group erweitert ihren Hauptstandort in Oberösterreich. Errichtet wird ein neuer Büro- und Produktionskomplex für rund 700 Mitarbeiter im benachbarten Marchtrenk. Dafür will der Anbieter von Intralogistiklösungen im Zuge seiner Wachstumsstrategie rund 55 Millionen Euro investieren. Die Fertigstellung ist für Mitte 2018 geplant.

Die Online-Familie der Tageszeitung „Die Presse“ hat bei der Suche nach "Austria's Leading Companies" ihre Wahl getroffen und den Piestingtaler Baustoffproduzenten für seine Innovationskraft und Digitalisierungskompetenz ausgezeichnet. Der Preis für den niederösterreichischen Landessieger wurde am gestrigen Leopolditag im Casineum Baden überreicht.

Die angekündigte Rochade ist unter Dach und Fach: Wie die conwert Immobilien Invest SE heute, den 2. November, bekannt gab, ist der Verkauf eines Gutteils ihres Gewerbeimmobilienpakets an einen Immobilien-Spezialfonds der HanseMerkur Grundvermögen unterschrieben. Die Neo-Eigentümer verfügen somit über 34 Büro- und Handelsimmobilien mit einer Gesamtnutzfläche von rund 200.000 Quadratmeter. Dafür haben sie 331 Millionen Euro locker gemacht – eine Summe leicht über den Buchwerten der Immobilien, wie es laut conwert-Aussendung heißt.

Milchriese mit neuem Logistikzentrum: Der zentrale Berglandmilch-Standort in Aschbach Markt im Mostviertel verfügt künftig über 20.700 vollautomatisch bedienbare Palettenstellplätze. Damit hat man auf insgesamt 28.000 aufgestockt. Das neue Lager werde noch diesen November hochgefahren, sagt Berglandmilch-Geschäftsführer Josef Braunshofer. In Summe wurden 20 Millionen Euro investiert.

1996 startete Baumit mit drei Mitarbeitern am kroatischen Markt. Zwei Dezennien später werden von der auf 57 Personen angewachsenen Unternehmenstochter mittlerweile jährlich rund 4.000 Häuser mit Wärmedämmverbundsystemen ausgestattet, meldet die Firma anlässlich der Jubiläumsfeier in Zagreb. Laut den letzten Zahlen aus 2015 belief sich der Umsatz auf 14 Millionen Euro. Nächstes Ziel von Baumit Kroatien: die Marktführerschaft.

Dass der Wiener Fenster- und Türenhersteller Hrachowina nach über einhundert Jahren seinen Gründungsstandort verlassen wird, ist seit längerem bekannt. Der für diesen Herbst angekündigte Standortentscheid wird sich nun weiter vertagen, wie Geschäftsleiter und Prokurist Peter Frei (Bild) heute in einer Aussendung mitteilt. Die verlängerte Standortsuche sei demnach einem „weitreichenden Optimierungsprozess“ geschuldet: zwei Standorte würden dem Unternehmen zufolge immer „wahrscheinlicher“. Favorisiert wird dabei das östliche Österreich. Die Produktion soll laut Plan im Frühjahr 2018 anlaufen.

Konzept-Kick-off: Das Fertighauszentrum wird zum Allround-Kompetenzzentrum für den Bau- und Immobilienmarkt weiterentwickelt. Der Baustart ist für das nächste Frühjahr geplant. In Summe will Mastermind Erich Benischek (links im Bild) rund 30 Millionen Euro investieren.

Von Wien 14 nach Wien 3 – ein neuer Großmieter geht ins City Point. Das Ingenieurbüro FCP bezieht mit seinen 300 Mitarbeitern circa. 4.500 Quadratmeter Bürofläche in der Marxergasse. Mit der Suche nach dem neuen Office hat das international agierende Unternehmen EHL Immobilien beauftragt.