Prag bleibt stabil

Dass Böhmen – trotz Shakespeare – nicht am Meer liegt, ist sicher kein Grund dafür, dass die Tschechische Republik die Turbulenzen am Weltmarkt offensichtlich ganz gut überdauern kann: Die soliden Wirtschaftsdaten sprechen eine eigene Sprache

Die Tschechische Republik bleibt trotz der Krise des Weltfinanzsystems offenbar ein stabiler Immobilienmarkt: Laut dem „Real Estate Market Report“ von „CPB – International Property Consultants“ für Herbst 2008 sind trotz der Krise nur geringfügige Änderungen in den Schlüsselzahlen und ein im allgemeinen positiver Trend für Prag und die Tschechische Republik festzustellen. Die Wirtschaft befindet sich trotz eines Rückfalls der BNP-Wachstumsrate auf 4,4 Prozent in einer allgemein guten Ausgangsposition, und nichts deute zur Zeit auf eine Verschlechterung der Lage hin.

Der Prager Markt verfügt zur Zeit über eine Bürofläche von insgesamt 2,400.000 Quadratmetern, davon 68 Prozent in Neubauten, der Rest befindet sich in renovierten und modernisierten Gebäuden. Neue Projekte sind rasch ausgelastet und für Toplagen bezahlt man inzwischen eine Miete zwischen 15 und 20 Euro, Qualitätsstandorte kosten von 13 bis 15 Euro und in Standardlagen zahlt man zwischen 11 und 13 Euro per Quadratmeter und Monat.

Die laufenden Fertigstellungen von neuen Büroflächen befinden sich auf einem akzeptablen Stand, generell aber etwas unter dem Niveau von Projekten, die gerade vor dem Baubeginn stehen – was im Großen und Ganzen stabile Leerstandsraten und ein beständiges Mietenniveau zur Folge hat. Schon in der zweiten Hälfte 2007 waren – so der „Real Estate Review“ für die Tschechische Republik von „Colliers International“ – 87.000 Quadratmeter neuer Bürofläche fertiggestellt worden, wobei mit Projekten in Prag 4, „Gemini A“ 17.550 bzw. „East Building“ 7.212 Quadratmeter übergeben wurden, wozu noch die Großinvestitionen des „Business Park E“ in Prag 5 mit 6,424 und die „Mysak Galleria“ in Prag 1 mit 3.800 Quadratmeter dazukamen.

Stabile Marktverhältnisse

Die erste Hälfte 2008 erwies sich – so der Bericht von CPB – als noch vielversprechender, befanden sich doch die Projektbeginne mit 130.000 Quadratmeter auf dem höchsten je gemessenen Halbjahresstand und der nur kaum wahrnehmbare Rückgang bei den Leerständen war ebenfalls eine Überraschung. Allein die Investmenttransaktionen sind – wie überall im CEE-Raum zurückgegangen.

Trotzdem macht die attraktive langfristige Entwicklung den Markt Prag weiter zu einem langfristigen Investitionsziel. Zwar scheint es laut CPB noch zu früh, generell Entwarnung zu signalisieren, doch alles in allem sind die Erwartungen durchaus positiv.

Die Leerstandsrate beträgt nun – von Stadtbezirk zu Stadtbezirk unterschiedlich – im Schnitt unter sechs Prozent, da die Nachfrage nach gerade fertiggestellten Projekten außerordentlich hoch war und nur eine sehr begrenzte Zahl von Spekulationsobjekten auf den Markt gekommen ist. Insgesamt werden für 2008 mit 215.000 Quadratmeter Fertigstellungen und 230.000 Quadratmeter Büroraum in Rahmen von weiteren Projektbeginnen gerechnet.

psj.cz © psj.cz

Brno Business Park

psj.cz © psj.cz

Brno Business Park

psj.cz © psj.cz

City Point Prag

Filip Lapal © Filip Lapal

Danube House

Die Prager Office-Bezirke

CPB © CPB

Besonders stark entwickelt haben sich die Bezirke 4, 5, 1 und 8: Die meisten neuen Anmietungen kamen 2008 von Firmen, die in der Stadt bereits über einen Standort verfügten, aber eine bessere Qualität oder mehr Bürofläche benötigten – so etwa die Firmen „Siemens“ bzw. die Banken „Raiffeisen“ und „Wüstenrot“. Einige der wichtigsten Transaktionen 2007 waren der Umzug von „Skanska“ in das „Opatov Park Building A“ (13,500 Quadratmeter), der „Raiffeisenbank“ in ihr eigenes Bankzentrum (8,796 Quadratmeter), so wie der Cargogesellschaft der Tschechischen Staatsbahn in das „Lighthouse“ (3,200 Quadratmeter). Die Bank „CSOB“ stellte ihr neues Hauptquartier mit 82.000 Quadratmetern in Prag 5 fertig, ein Gebäude das als erstes in der Tschechischen Republik mit dem LEED-Zeichen („Leadership in Energy and Environmental Design“) zertifiziert wurde.

Siemens

24.000

Západní Město, Prague 5

Raiffeisenbank

17,500

City Tower, Prague 4

Česká spořitelna

12,500

Trianon, Prague 4

Wüstenrot

5,000

Kavci Hory, Prague 4

FCC Vinci

5,000

Rivergardens, Prague 8

NetCentrum

3,630

Classic 7 Business Park, Prague 7

ECM

3,000

City Tower, Prague 4

J&T

2,637

Oasis Florenc, Prague 8

Abloy/FAB

1,974

Servodata Building, Prague 10

Lukoil CZ

1,820

Galerie Louvre, Prague 5

Nörr Stiefenhofer Lutz

1,820

Palladium, Prague 1

Wood & Co

1,725

Palladium, Prague 1

Arbes Technologies

1,650

Arbes, Prague 5

Cameron McKenna

1,627

Palladium, Prague 1

Honeywell Aero

1,600

The Park Building 10, Prague 4

Newton Media

1,569

Gemini Building A, Prague 4

Trigema

1,539

Explora Business Centre Phase I, Prague 5

Arval

1,467

Gemini Building A, Prague 4

String Data

1,100

East Building, Prague 4

Quelle: Real Estate Market Report Autumn 2008;CPB – International Property Consultants

Autor:

Datum: 03.12.2008

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Märkte

Ein Bild mit ersten Schönheitsfehlern: Der soeben erschienene Konjunkturbarometer des Verbandes Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke (VÖB) zeichnet zwar ein grundsätzliches Hoch. Im Halbjahresvergleich orten die Autoren in einzelnen Produktgruppen aber eine "problematische Tendenz". Laut VÖB würden hier einige auslaufende Großprojekte hineinspielen. Ein weiterer Grund zur Sorge: Neben dem Tiefbau mangle es vor allem im Bereich Gewerbe- und Industriebau an der notwendigen Investitionsbereitschaft.

Knappes Angebot, steigende Nachfrage und damit einhergehend ein weiteres Preisplus: Wie im aktuellen Vorarlberger Immobilienpreisspiegel nachzulesen ist, lag Österreichs Westen im Jahr 2016 eindeutig im Bundestrend. Eine Entspannung der Lage sei vorerst noch nicht in Sicht, melden die Initiatoren des Immo-Guides, der den Gewerbe- und Wohnmarkt unter die Lupe nimmt.

Am Wohnungsmarkt dreht sich das Preisrad 2017 noch einmal schneller, so der einhellige Tenor der 540 Re/Max-Österreich-Makler in ihrer landesweiten Jahresprognose. Im Schnitt kalkulieren sie im Vergleich zum letzten Jahr mit einem Plus von 3,9 Prozent: basierend auf einem „spürbaren Anstieg“ bei der Nachfrage (plus 4,1 Prozent) und ein Angebotsplus von immerhin 2,6 Prozent.

Tieferer Griff in die Tasche: Was Käufer und Mieter in den letzten Monaten stärker zu spüren bekommen haben, hat mit Blick auf die letzten Zahlen EHL-Wohnexpertin Sandra Bauernfeind im Rahmen der Jahreskonferenz des Immobiliendienstleisters bestätigt. Die Wiener Wohnungspreise sind im Jahr 2016 stärker gestiegen als erwartet. Für heuer rechnet sie aufgrund des steigenden Marktangebots mit einer graduellen Entspannung, die sich in einer stabileren Preis- und Mietentwicklung niederschlagen sollte.

Starke Zahlen, zufriedene Gesichter: Georg Flödl, Präsident des Österreichischen Verbands der Immobilienwirtschaft (ÖVI), sprach gestern vor Journalisten von einem „guten Verkaufsjahr für den heimischen Wohnimmobilienmarkt“. Die Österreicher wären auch 2016 dem Betongold treu geblieben. Zum Jahresfinale präsentierte er gemeinsam mit Immounited eine Analyse der "fünf spannendsten Immo-Regionen Österreichs" – auf Basis der tatsächlich ver- und angekauften, verbücherten Wohnungen. Und so hat Österreich – respektive Wien, Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck – im Jahr 2016 performt.

Die Magan Holding, laut eigenen Angaben als „Family Office für die Immobilienwirtschaft“ in Wien und Berlin verortet, expandiert nach Sachsen. Diesen Herbst wurde ein neues Büro in Leipzig aufgesperrt. Holding-Chef Alxander Neuhuber reagiert damit auf die „enorme Dynamik des Immobilienmarkts in den ostdeutschen Städten“, wie es dazu in einer Aussendung heißt. Den neuen Standort hat mit Doris Uehlein eine langjährige Holding-Mitarbeiterin übernommen.

Neue Bausystemlösungen für mehrstöckige Häuser aus Holz: Die Österreich-Offensive wurde letzte Woche vor Fachpublikum im Wiener Architekturzentrum gestartet. Das Unternehmen will die hiesige Bauwirtschaft damit weiter auf den Holzweg führen – und zwar im positiven Sinn.

Was sich Häuslbauer wünschen? Eine Studie im Auftrag der DFH Deutsche Fertighaus Holding AG klärt auf. Wenig überrascht über die auf dem Prinzip der Nachhaltigkeit fußenden Ergebnisse zeigen sich hierzulande die Spezialisten von Vario-Haus. Ihr Branchenbefund: Die Resultate stünden mit ihren Marktbeobachtungen im Einklang. Die eigene Produkt-Range und -Entwicklung sei längst darauf abgestimmt und damit auf Kundenlinie.

In Sachen Küchenoberflächen ist man zwischen Boden- und Neusiedlersee noch immer äußerst konservativ. Laminat dominiert, innovative Produktlinien und hochwertige Materialien setzten sich nur langsam durch, sagt Oliver Reitter, General Manager von Cosentino Austria. Wie er der heimischen Klientel Innovationen schmackhaft machen will, verriet er im wohnnet Business-Talk.