Sanierungstag - Architekten fordern Nachhaltigkeit

Die Architektenkammer und der Fachverband Steine-Keramik stellt sieben Forderungen an die Politik: Gewünscht sind vor allem Maßnahmen zur Steigerung der Sanierungsrate und für mehr Nachhaltigkeit.

Österreich fehlt eine Nachhaltigkeitsstrategie in der Werterhaltung von Immobilien, stellte die Bundeskammer der Architekten und Ingenieurskonsulenten anlässlich des heurigen Sanierungstag fest. Gemeinsam mit dem Fachverband für Steine und Keramik wurden sieben Forderungen für verpflichtende Nachhaltigkeitsstandards präsentiert.

Sanierung für Umwelt und Wirtschaft

"In der Sanierung fehlt es an lebenszyklusorientiertem Denken und baukulturellen Leitbilder“, diagnostiziert dazu Ursula Schneider, Vorsitzende des Ausschusses Nachhaltiges Bauen. Insbesondere kleine, vor 1970 errichtete Gebäude sind ein Dorn im Auge: Bei einem Flächenanteil von 28 Prozent verursachen sie 44 Prozent der CO2-equivaltenten Emissionen. Vorschriften beziehen sich jedoch in erster Linie auf den Neubau. Eine Erhöhung der Sanierungsrate von einem auf drei Prozent müsse angestrebt werden, so die erneute Forderung an die Politik. Eine Herausforderung, die Robert Schmid vom WKO-Fachverband Steine-Keramik auch aus dem Blickwinkel der Ressourcenschonung betrachtet: „Eine Sanierung im Sinne der Kreislaufwirtschaft ist die Forderung, über die es nachzudenken gilt.“

Der Sieben-Punkte-Forderungs-Katalog:

  1. Baukultur:Die Entwicklung von baukulturellen Leitbildern in der Sanierung, denn nachhaltige Sanierungen müssen auf baukulturelle Herausforderungen antworten.
  2. Sanierung mit Kreislaufwirtschaft:Gebäudesanierung muss einen wesentlichen Beitrag zur Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft leisten.
  3. Zur Emissionsreduktion verpflichtet:Verpflichtende Emissionsreduktion des Gebäudebestands um fünfzig Prozent bis 2030. Das EU-Gesamtziel, die Emissionen aus dem Gebäudebestand bis 2050 um 90 Prozent zu verringern, ist nur mit Niedrigstenergiestandard und energieproduktiven Gebäuden zu erreichen.
  4. Von ein auf drei Prozent:Eine rasche Anhebung und Stabilisierung der Sanierungsrate auf drei Prozent aller Gebäude Österreichs.
  5. Verdoppelung der öffentlichen Finanzierung:Verdoppelung der öffentlichen Finanzierung von Bund und Länder auf 1,6 Milliarden Euro, um die thermische Sanierungsrate durch wohn- und förderrechtliche Maßnahmen zu erhöhen.
  6. Anreizsystem für lebenszyklische Wert-Erhaltung:Eine steuerliche Förderung oder ein Anreizsystem für Immobilienbesitzer, die durch eine umfassende nachhaltige Sanierung konstant für die lebenszyklusweite Wert- Erhaltung ihrer Immobilien sorgen, soll der volkswirtschaftlichen Bedeutung Rechnung tragen.
  7. Gesamtkonzept:Verpflichtende umfassende Gesamtkonzepte, die auch die baukulturelle, funktionale und soziale Werterhaltung berücksichtigen, statt rein thermischer Maßnahmen. Qualitätssicherung durch allgemein anerkannte Gebäudezertifikate muss gewährleistet werden.
Christian Müller © Christian Müller

Robert Schmid vom Fachverband Steine-Keramik.


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Datum: 12.11.2013

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