Sicherheiten bei der Immobilienfinanzierung in Polen

Neben Hypotheken – der gebräuchlichsten Sicherheitsform bei der Immobilienfinanzierung – werden auch Sicherungsabtretungen, eingetragene bzw. finanzielle Verpfändungen, Vollmachten, Vereinbarungen zur Bareinzahlung und Garantien angewendet.

Hypotheken sind die gebräuchlichste Sicherheitsform. Sie können auf Immobilien, die sich entweder in vollem Besitz oder in unbefristetem Nießbrauchrecht befinden, sowie auf hypothekarisch gesicherte ausstehende Schulden aufgenommen werden.

Sicherungsabtretungen sind meistens nicht an Bedingungen gebunden, d.h. Beträge müssen auf das Konto des Darlehensgeber bezahlt werden. Diese werden, sofern kein Verzugsfall eintritt, auf das Konto des Darlehensnehmers zurücküberwiesen.

Eine eingetragene Verpfändung wird durch eine schriftliche Vereinbarung festgelegt und in einem Verpfändungsregister eingetragen. Sie kann benutzt werden, um die Finanzierung jeglicher Art von Transaktion zu sichern, indem jegliches Mobiliar mit einer Hypothek belastet wird.

Eine finanzielle Verpfändung wird über Bargeld oder finanzielle Instrumente mittels einer schriftliche Vereinbarung und Notierung auf dem verbürgten Konto erhoben. Ein Darlehensnehmer stellt zugunsten der Geberbank eine Vollmacht über ein Konto aus, die aufgrund einer Vertragsverletzung wirksam wird. Hierfür wird eine Stempelsteuer von PLN 17 (ca. EUR 4,50) erhoben.

Als zusätzliche Sicherheit werden Vereinbarungen zur Bareinzahlung genutzt. Der Geberbank wird dabei ein Verfügungsrecht über einen bestimmten Betrag gegeben, unter der Voraussetzung, dass dieser Betrag dem Geldgeber (oder einem Dritten) mittels einer verbrieften Schuld zurückgezahlt wird. Das Recht auf einen Rücktransfer erlischt, wenn das Darlehen nicht zurückgezahlt wird.

Für Garantien, die von einem Kreditinstitut ausgestellt werden, gelten besondere Bestimmungen.

Die Möglichkeit eines Zwangsvollstreckungsverfahren berechtigt die Geberbank, direkt und ohne Prüfung des Sachverhalts einen Antrag bei Gericht zu stellen. Dieser Antrag sollte den Maximalbetrag und die Gültigkeitsdauer angeben. Eine ausländische Bank oder ein Geldgeber, der keine Bank ist, benötigt eine notariell beglaubigt Urkunde, um ein Zwangsvollstreckungsverfahren verlangen zu können.

Autor:

Datum: 01.09.2008

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Märkte

Trotz vieler Unkenrufe: Die Assetklasse Handel zieht. Internationale Retailer werfen wieder ein Auge auf Europa – und verstärkt auch auf Österreich. Wien rangiert laut einer aktuellen Branchenstudie weltweit unter den Top 10-Städten für internationale Einzelhändler wie Walter Wölfler, Head of Retail CEE & Österreich bei CBRE (im Bild), gegenüber der Presse betont.

Langsamere Preissteigerungen in allen Segmenten – im Schnitt nahe an der Inflationsrate: Der Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder präsentierte heute vor Journalisten den Immobilienpreisspiegel 2017, der in Kooperation mit ZT datenforum erarbeitet wurde.

Laut den jüngsten Zahlen eines österreichischen Branchenmagazins hielt Re/Max 2016 den Spitzenplatz unter den Immobilien-Franchisern: Aktuell wird dort für das abgelaufene Jahr 2016 ein Umsatz von 44,2 Millionen Euro ausgewiesen. Platz eins gab es für das Netzwerk auch in drei weiteren Kategorien. Und auch 2017 ist laut Maklernetzwerk gut angelaufen.

Österreichs größtes Maklernetzwerk mit seinen mittlerweile 60 Mitgliedsunternehmen begeht dieser Tage seinen zehnten Geburtstag. Der Präsident des Immobilienring IR Österreich, Georg Spiegelfeld, nahm das Jubiläum zum Anlass um zurückzuschauen und – „als neutrales Sprachrohr“ – heiße Eisen, wie etwa die heiklen Themen Maklerprovision und Mietrecht, anzusprechen.

Laut Re/Max ImmoSpiegel wurden 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 Prozent mehr Einfamilienhäuser verkauft und verbüchert. Das sind genau 88 Liegenschaften mehr als im Rekordjahr davor: Der Hype um das Häuschen im Grünen ging also in die Verlängerung. Im Vergleich zu 2012 sind die dafür eingesetzten Mittel gleich um ein knappes Drittel nach oben geschnellt.

CBRE meldete heute die ersten Quartalszahlen zum Wiener Büromarkt 2017: Demnach seien rund 36.000 Quadratmeter Fläche neu vermietet worden. Im Vergleich zum Q1 2016 ergibt das ein Minus von 43 Prozent. Doch der Markt soll den Experten zufolge wieder anziehen: Neue Büroflächen und der in die Wege geleitete Brexit könnten für Bewegung sorgen. Die Erwartungen sind jedenfalls hoch.

Es wird viel investiert. Der Motor der heimischen Immo-Branche brummt: Laut den ersten Quartalszahlen aus 2017, die EHL Immobilien in seinem Marktbericht publiziert hat, wurden Objekte mit einem Gesamtwert von rund 710 Millionen Euro gehandelt. Damit wird im Vergleich zu 2016 ein Plus von 45 Prozent ausgewiesen. Und ein Ende des Höhenflugs scheint nicht in Sicht.

Zinshäuser bleiben heiß begehrt. In Wien aber auch im Rest des Landes: Die Otto Immobilien-Gruppe publizierte diese Woche in ihrem Marktbericht aktuelle Wien-Zahlen. Der Zinshausspezialist Hudej hatte bereits zuvor seine Österreich-Bilanz 2016 veröffentlicht.

Der heimische Stadtmensch will eigentlich aufs Land – die Landbevölkerung von dort nicht weg. So der Tenor einer Market-Studie im Auftrag des Fachverbands der Stein- und keramischen Industrie, BAU!MASSIV!, die gestern präsentiert wurde. Der globale Trend, der die städtischen Verdichtungsräume als große „Wunschorte“ ausweise, würde sich den Autoren zufolge hierzulande nicht bestätigen.