Vonovia will conwert übernehmen

Vonovia hat ein Übernahmeangebot für conwert angekündigt. Die deutsche Wohnimmobiliengesellschaft plant, allen conwert-Aktionären für je 149 conwert-Aktien 74 Vonovia-Aktien anzubieten – was zum Schlusskurs vom Freitag einem Gegenwert von 17,58 Euro je conwert-Aktie entspricht.

Der Verwaltungsrat und die Geschäftsführenden Direktoren der conwert Immobilien Invest SE haben zusammen mit dem Vorstand der Vonovia SE ein „Business Combination Agreement” unterzeichnet. Auf Grundlage dieser Vereinbarung hat Vonovia am Montag, den 5.9.2016, ein freiwilliges Übernahmeangebot nach dem österreichischen Übernahmegesetz für sämtliche ausstehende Aktien von conwert angekündigt.

Aufschlag von 23,8 Prozent

Die conwert-Aktionäre sollen für je 149 conwert-Aktien 74 Vonovia-Aktien erhalten. Dies entspricht einem Gegenwert von 17,58 Euro je conwert-Aktie, basierend auf dem Schlusskurs von Vonovia am Freitag, den 2. September 2016. Bezogen auf den durchschnittlichen conwert-Börsenkurs der letzten sechs Monate wäre dies ein Aufschlag von 23,8 Prozent.

Die Vonovia-Aktie ist im deutschen DAX gelistet und verfügt über eine hohe Liquidität, betont man in Deutschland. Als Alternative zum Umtauschangebot plant Vonovia eine in Österreich verpflichtende Barzahlung von 16,16 Euro je conwert-Aktie anzubieten.

Austro-Wohnportfolio und -Zentrale bleiben erhalten

Die Übernahme soll die sich ergänzenden Immobilienportfolios beider Unternehmen zusammenzuführen. Das österreichische Wohnimmobilienportfolio von conwert sowie die conwert-Zentrale in Wien sollen erhalten bleiben. Das Listing an der Wiener Börse soll ebenso bestehen bleiben. Die Übernahme kommt allerdings nur dann zustande, wenn Vonovia auf über 50 Prozent der Anteile an der conwert kommt.

Der Vorsitzender des Verwaltungsrats von conwert, Alexander Proschofsky, findet lobende Worte: „Das Angebot von Vonovia unterstreicht die erfolgreiche Entwicklung von conwert im vergangenen Jahr. Ein Zusammenschluss mit Vonovia bietet unserer Ansicht nach eine sehr gute Gelegenheit, um conwerts Potential unter einem neuen Dach weiterzuentwickeln. Vorbehaltlich der übernahmerechtlichen Prüfung planen wir, unseren Aktionären die Annahme des Angebots zu empfehlen.“

„Potentiell höhere Dividende und Ausschüttungsquote”

Rolf Buch, Vorstandsvorsitzender der Vonovia SE, erklärt: „conwert-Aktionäre profitieren neben der Angebotsprämie auch von zukünftigen Synergien und einer potentiell höheren Dividende und Ausschüttungsquote”.

Die Adler Real Estate AG, der conwert-Hauptaktionär, der vor nicht all zu langer Zeit selbst versucht hatte, conwert zu übernehmen, hat sich verpflichtet, den gesamten von Adler direkt und indirekt gehaltenen Anteil an conwert im Rahmen des Umtauschangebots anzudienen (das sind rund 26,2 Millionen der conwert-Aktien). Zuletzt gab es Zoff um die Abwahl und Neubesetzung des conwert-Verwaltungsrats – Adler war aber mit ihren Anträgen nicht durchgekommen.

IVA-Präsident gibt positives Ersteinschätzung ab

Anlegerschützer Wilhelm Rasinger vom IVA (Interessenverband für Anleger) beurteilt den Deal in einer Erstreaktion nach Medienberichten als „interessant und attraktiv - aus heutiger Sicht”. Er glaube, dass Vonovia ein solider, professioneller, berechenbarer Kernaktionär sein werde.


AutorIn:

Datum: 05.09.2016

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Unternehmen

Nach dem Minus von 42,3 Millionen Euro aus 2015 konnte die Immobilieninvestment und –entwicklungsgesellschaft im Vorjahr wieder einen Gewinn von 22,9 Millionen Euro verbuchen, wie das Unternehmen im Rahmen seiner heutigen Bilanzkonferenz mitgeteilt hat. 2017 wird der Teilverkauf des Hotelportfolios weiteres Geld in die Kassa spülen. In Russland bleibt man engagiert. Geplant sind auch neue Projekte im näheren CEE-Raum.

Die Zukunft der auf Betonsteine und Flächenbefestigungen spezialisierten Frühwald-Gruppe scheint langfristig gesichert. Wie das Unternehmen meldet, habe man zwei Privatinvestoren an Bord holen können. Eine Rochade findet auch der Unternehmensspitze statt: Sowohl der Österreich-Zentrale als auch der internationalen Tochtergesellschaften stellt künftig Branchenexperte Robert F. Holzer als neuer CEO vor.

Schwieriges Marktumfeld in Russland und Bewertungseffekte schlagen in den Zahlen durch. Steigerungen wurden beim Vermietungsgrad erzielt, heißt es seitens des Konzern. Die Dividende soll wie angekündigt bei 6 Cent je Aktie liegen.

Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) knackte 2016 die Umsatzgrenze von einer Milliarde Euro. Aufgrund gestiegener Mieterlöse und höherer Erlöse aus dem Verkauf von Umlaufvermögen sei im Vergleich zum Geschäftsjahr 2015 ein Umsatzplus von sechs Prozent erzielt worden, meldete Geschäftsführer Hans-Peter Weiss (im Bild) anlässlich der Ergebnispräsentation. Zum Bilanzende standen damit exakt 1.049,9 Millionen Euro in den Büchern.

204,3 Millionen Euro im Jahr 2016 – versus 77,2 Millionen Euro aus 2015: Der Vorstandsvorsitzende der börsennotierten S Immo AG, Ernst Vejdovszky, meldete heute im Rahmen der Bilanzpräsentation ein Plus beim Jahresüberschuss von 165 Prozent und auch mit Blick auf die weiteren Kennzahlen das „beste Ergebnis der Unternehmensgeschichte“. „Im vergangenen Geschäftsjahr konnten wir vor allem mit dem Verkauf eines Teils unseres Deutschland-Portfolios beeindruckende Gewinne realisieren“, so Vejdovszky. Von den Resultaten sollen nun auch die Aktionäre profitieren.

Die CA Immo berichtet, mit dem Verkauf ihres Mehrheitsanteils am Logistikpark Aerozone in Budapest den Rückzug aus dem Logistikbereich abgeschlossen zu haben. In Summe habe man sich im Laufe der letzten Jahre von mehr als 500.000 Quadratmetern Fläche in Polen, Rumänien, Ungarn und Deutschland getrennt, heißt es dazu aus dem Unternehmen.

2017 begeht der in Italien beheimatete Baustoffkonzern Mapei sein 80-jähriges Firmenjubiläum. Grund zum Feiern gibt es auch bei der Österreich-Tochter, die steigende Produktions- und Aufragsvolumina meldet. Ende März erfolgte nun der offizielle Startschuss zum notwendig gewordenen Hallenzubau in Nußdorf ob der Traisen. Eröffnet wird mit Vertretern der Konzernmutter noch im heurigen September.

Der heimische Fensterproduzent präsentierte diese Woche seine Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr: Erfolge hätten in fast allen Europamärkten erzielt werden können, heißt es seitens Internorm. Das Plus beim Auftragseingang in der Höhe von fünf Prozent schlägt sich in der Umsatzentwicklung nieder. Dieser kletterte den Konzernangaben zufolge von 307 Millionen Euro (2015) auf 322 Millionen Euro. Im heurigen Jahr soll die Investitionsquote deutlich angehoben werden.