Wien Mitte wird mehr als ein Bahnhof

Der wichtige Verkehrsknotenpunkt Wien Mitte wird künftig auch Einkaufs-, Freizeit- und Büroareal. Die Geschichte des Großprojekts im dritten Wiener Gemeindebezirk verlief aber vorerst nicht ganz reibungslos.

Es ist eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte Wiens: Mit einem Investitionsvolumen von 480 Millionen Euro entsteht auf einer rund 150.000 Quadratmeter großen Bruttogeschossfläche ein Büro-, Einkaufs-, Gastronomie- und Freizeitbereich mit direktem Zugang zum öffentlichen Verkehr.

Umstrittenes Großprojekt
Die Geschichte des Großprojekts Umbau des Bahnhofs im dritten Wiener Gemeindebezirk verlief nicht reibungslos. So spielte bei der Planung von Wien Mitte die UNESCO eine bedeutende Rolle. Als 2001 die Wiener Innenstadt zum Weltkulturerbe erklärt wurde, verwarf man die ursprünglichen Entwürfe, die bis zu 97 Meter hohe Bürotürme vorsahen, im Sinne des Stadtbilds. Doch das Thema war nicht vom Tisch. Die Architektengruppe Architekten Wien Mitte (Ortner & Ortner, Neumann + Steiner) konnten mit einer reduzierten Variante überzeugen und 2007 erfolgte schließlich der Spatenstich für das Projekt Wien Mitte. Im November 2012 soll die Eröffnung statt finden.

„Größte innerstädtische Projektentwicklung“
Das Areal bietet Platz für 62.000 Quadratmeter Büroflächen, die sich auf fünf Geschosse erstrecken. Zusätzlich werden 30.000 Quadratmeter Geschäftsflächen vermietet und 500 Parkplätze zur Verfügung stehen. Für die Projektentwicklung zeichnet die BAI Bauträger Austria Immobilien GmbH verantwortlich, Eigentümerin ist die Wien Mitte Immobilien GmbH. DI Thomas Jakoubek, Geschäftsführer der BAI, erklärt das Ausmaß der Arbeiten: „Die Überbauung des Bahnhofs stellt die derzeit größte innerstädtische Projektentwicklung Wiens dar.“

Treffpunkt von internationalem Niveau
Der winkelförmige Glasblock bildet zusammen mit der Markthalle ein U-förmiges Objekt, das Platz für nicht zweckgebundene Flächen bietet. Ein gebogener Goldkörper längs der Markthalle und eine hakenförmige Hochhausscheibe mit einer sandfarbenen Steinhülle prägen das Innenleben des Komplexes, das „Stadtfoyer“. Durch den Einsatz von Lichtinstallationen und künstlerischen Akzenten soll das Gebäude mehr sein, als ein Bahnhof. Geplant ist es, einen urbanen Treffpunkt von internationalem Niveau zu schaffen.

Der Bahnhof Wien Mitte ist einer der wichtigsten Knotenpunkte des öffentlichen Verkehrs in Wien und einer der frequentiertesten Plätze der Bundeshauptstadt. Täglich nützen rund 100.000 Fahrgäste zwei U-Bahnen und zahlreiche Schnellbahnlinien. Außerdem verbindet der City Airport Train (CAT) an dieser Station die Innenstadt mit dem Flughafen Wien Schwechat. (Karin Bornett)

Wien Mitte im Detail:

Bruttogeschossfläche: 150.000 m²
Büroflächen: 62.000 m²
Geschäftsflächen: 30.000 m²
Baubeginn: Ende 2007
Geplante Fertigstellung: November 2012

beyer.co.at © beyer.co.at

Die Architekten von Wien Mitte setzen auf modernes und klares Design.

beyer.co.at © beyer.co.at

Der 70 Meter hohe Tower bildet das Herzstück von Wien Mitte.


Autor:

Datum: 04.06.2012

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Immobilienprojekte

Nomen est omen: Die 6B47-Deutschlandtochter setzt in die Schmuckmetropole Pforzheim ihr eigenes „GoldStück“. Auf einem über 3.000 Quadratmeter großen Grundstück soll laut Unternehmensaussendung bis 2019 ein gemischt genutztes Quartier mit Wohn- Hotel- und Gewerbeflächen (insgesamt 10.700 Quadratmeter Bruttogeschossfläche) realisiert werden. Baubeginn ist im nächsten Sommer, für das „Goldstück“ in der boomenden Second-City wurden laut der 6B47 Germany GmbH rund 25 Millionen Euro reserviert.

Dacapo für den oberösterreichischen Objektentwickler am Wiener Immo-Markt: Die Consulting Company (CC) ist mit dem offiziellen Spatenstich in das Projekt „Steinterrassen“ in der Leyserstraße in Wien 14 gestartet. Gebaut werden 70 Eigentums- und Vorsorgewohnungen sowie ein Kindergarten. Die dort bestehende Polizeiinspektion wird neu errichtet. Auch Ordinationsflächen sind geplant. Fertiggestellt soll die Anlage laut Unternehmensaussendung im Jahr 2018 sein.

Die Kallco-Gruppe baut 325 frei finanzierte Wohnungen in Wien Simmering. Das neu entstehende Quartier 11 soll nicht nur in eine naturnahe Umgebung eingebettet werden. Mit dem eigenentwickelten Energiekonzept „Klima Loop“ favorisiert man eine grüne und entsprechend kostensparende Variante. Die dazu notwendigen Tiefenbohrungen haben bereits begonnen. Die ersten Mieter sollen davon bereits 2018 profitieren können.

Kick-off für das Projekt „Karree Korneuburg“: Die NOE Immobilien Development AG (NID) errichtet am Korneuburger Hauptplatz 71 Wohnungen sowie Büro- und Geschäftsflächen. Das Ensemble aus historischer Bausubstanz und einem Neubau soll dem Zentrum ein neues architektonisches Gesicht geben. Die Fertigstellung ist für April 2018 beanraumt.

Der Wiener Zinshausmarkt ist im Dauerhoch. Neben gewerblichen und privaten Investoren tummeln sich Stiftungen und institutionelle Anleger am City-Markt. Besonders gefragt seien laut Brancheninsidern innerstädtischen Liegenschaften, wo eine auf konservative Veranlagungsmodelle abzielende Klientel naturgemäß die höchsten Renditen und Wertzuwächse erwarten könne. Doch attraktive Angebote sind derzeit Mangelware – mit wenigen Ausnahmen. Mit einem revitalisierten Objekt in der Josefstadt ist nun die CPI Immobilien Gruppe diesen Herbst am Start.

Die Buwog hat mit der Errichtung von 140 freifinanzierten Eigentumswohnungen nahe der Alten Donau in Wien 21 begonnen. Ein offenes Wohnkonzept – inklusive Urban Gardening auf dem Dach – soll junge Familien ansprechen. Ihren grünen Daumen können sie dort bereits ab 2018 unter Beweis stellen.

Die Österreichische Post errichtet über ihre Immo-Sparte 25 Eigentumswohnungen im Jahrhundertwende-Palais in der Neutorgasse 7. Für eine finanzkräftige Klientel sind großzügige Turmzimmer und Terrassen mit Blick auf die Innenstadt eingeplant. Die Fertigstellung soll im Sommer 2018 erfolgen.

Eine Woche der Spatenstiche, die wohl Einträge ins Rekordbuch mit sich bringen dürfte: Nach dem Baustart für „The Tower“, den neuen Hochhaus-Giganten am Persischen Golf, legte Wien gestern mit dem Kick-off zum laut Investor weltweit höchsten Hochholzhaus in der Wiener Seestadt Aspern nach. Nach einer zweieinhalbjährigen Entwicklungsphase soll das 84 Meter hohe und 24 Stockwerke umfassende Gebäude, genannt HoHo, bis 2018 errichtet werden. In Summe fließen 65 Millionen Euro in das Projekt.

Start für das nächste Mammutprojekt im Emirat Dubai: S.H. Sheikh Mohammed bin Rashid Al Maktoum, Vizepräsident und Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate, hat am Dienstag, dem 11. Oktober, den Spatenstich für den Bau von "The Tower" in Dubai Creek Harbour vorgenommen. Bei seiner Fertigstellung wird der Koloss seinen „Nachbarn“, den 828 Meter hohen Burj Khalifader, überragen und damit das höchste Gebäude der Welt sein. Der Turm soll zur Expo in Dubai im Jahre 2020 eröffnet werden.