Wienerberger: Gewinn fällt ins Wasser

Das Wetter und das schwierige Marktumfeld führten zu Verlusten beim Traditionsunternehmen. Während die Division Rohre & Pflaster Europa - vor allem Dank Pipelife - Gewinne schrieb, leidete die Division Ziegel Europa.

"Die Sicht wird klarer", zeigte sich Heimo Scheuch, Vorstandsvorsitzender der Wienerberger AG, bei der Präsentation der Halbjahresbilanz 2013 verhalten optimistisch. Denn das erste Halbjahr ist nicht optimal gelaufen, die Wienerberger AG schrieb einen Verlust von 31 Millionen Euro.


Schlechte Witterung

Schuld an dem Ergebnis sei vor allem das Wetter. Der lange Winter und die Unwetter des Frühjahrs haben einen großen Teil zu diesem Rückgang beigetragen, sagt Scheuch. Doch auch das schwierige Marktumfeld sei ein bremsender Faktor gewesen. Scheuch: "Wir hatten in den ersten sechs Monaten neben dem erwartet schwierigen Marktumfeld im europäischen Wohnbau auch noch mit einer außergewöhnlich schlechten Witterung zu kämpfen. Dies hat insbesondere die Division Ziegel Europa getroffen."


Rettungsanker Pipelife

Dafür, dass das Unternehmen jedoch ein Wachstum bei Umsatz und EBITDA verzeichnen konnte, sei die Pipelife Gruppe, die im Mai 2012 übernommen wurde, hauptverantwortlich. Zusätzliches Wachstum kam aus der Division Nordamerika, wo unterstützt durch eine leichte Erholung im Wohnungsneubau, Umsatz- und Ergebnisse verbessert werden konnten. So stieg der Gesamtumsatz um 27 Prozent auf 1.260 Millionen Euro und das operative Konzern-EBITDA um fünf Prozent auf 106 Millionen Euro gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahrs.


Alle Zahlen:

Kennzahlen in Mio. €2.Qu. '122. Qu. '1320112012
Umsatz988,7
1.260,41.9152.356
EBIT operativ7,1
4,940
31
EBITDA operativ
101,1106,3240,4245,5
Nettoverschuldung--800,4359602
Eigenkapitalquote in %
----61
57
Gewinn nach Steuern24,3-31,039-40,5


Steigerungen in Nordamerika, Pipelife bringt Umsatzgewinn

Die Division Ziegel Europa war besonders von den schlechten klimatischen Bedingungen betroffen und verzeichnete Umsatzeinbußen von neun Prozent auf 653 Millionen Euro. Das operative EBITDA ging um 29 Prozent auf 64 Millionen Euro zurück. Währenddessen konnte die Division Rohre & Pflaster Europa durch die Einbeziehung von Pipelife einen Anstieg des Umsatzes von 191 auf 496 Millionen Euro aufweisen. Die Division Nordamerika, die von einer leichten Erholung im Wohnungsneubau profitierte, steigerte den Umsatz auch aufgrund der erstmaligen Einbeziehung des amerikanischen Kunststoffrohrgeschäfts um 35 Prozent auf 109 Millionen Euro und das operative EBITDA von einer Million Euro auf vier Millionen.


Zuversicht für zweites Halbjahr

Für die kommende Jahreshälfte erwartet Vorstandsvorsitzender Scheuch weiterhin ein schwieriges Marktumfeld. Dafür verantwortlich sei nicht zuletzt die Politik: "Geringes Konsumentenvertrauen, die restriktive Kreditvergabe von Banken sowie das Fehlen staatlicher Impulse für den Wohnbau, haben die Bautätigkeit in Europa auf ein äußerst niedriges Niveau gedrückt." Trotzdem bleibt Scheuch zuversichtlich: "Auch wenn erhoffte Aufholeffekte im Bereich Ziegel Europa im zweiten Quartal ausgeblieben und im weiteren Jahresverlauf nicht mehr zu erwarten sind, so gehe ich doch von einer deutlich besseren zweiten Jahreshälfte, insbesondere bei Dachziegeln, aus."

immonet/Karin Bornett © immonet/Karin Bornett

Willy Van Riet, Vorstandsmitglied der Wienerberger AG und Heimo Scheuch, Vorstandsvorsitzender Wienerberger AG, bei der Präsentation der Halbjahresergebnisse (v.l. ).

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Datum: 21.08.2013

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