Wienerberger: Verlust trotz Umsatzsprung

Pipelife bringt der Wienerberger Gruppe einen deutlichen Umsatzsprung von plus 23 Prozent im Jahr 2012. Nach Steuern bleibt trotzdem ein Verlust von 41 Millionen Euro. Verantwortlich dafür sind "Einmaleffekte".

"Wir leugnen den Verlust nicht, aber er ist geprägt durch Einmaleffekte“, sagt Heimo Scheuch, Vorstandsvorsitzender der Wienerberger AG, bei der Präsentation der Ergebnisse für 2012. Den Umsatz konnte die Gruppe um 23 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro und das operative EBITDA um zwei Prozent auf 246 Millionen Euro steigern. Unter dem Strich wies der Baustoffkonzern einen Verlust nach Steuern von 41 Millionen Euro aus. Die "Einmaleffekte" waren laut Scheuch die Kosten von 43 Millionen Euro aus dem in der zweiten Jahreshälfte 2012 eingeleiteten Restrukturierungsprogramm sowie Firmenwertabschreibungen von zehn Millionen Euro in Kroatien und Litauen, die das Ergebnis belasteten.


Dank der starken Cashflows von 164 Millionen Euro, was einer Steigerung von 21 Prozent gegenüber 2011 entspricht, konnte auch trotz der Übernahme von Pipelife, einem der größten Kunststoffrohrproduzenten in Europa, im Mai 2012 der Verschuldungsgrad mit 26 Prozent niedrig gehalten werden.

Alle Zahlen:

Kennzahlen in Mio. €4.Qu. '114. Qu. '1220112012
Umsatz436,9
611,41.9152.356
EBIT operativ -16,2
-28,640
31
EBITDA operativ
39,843,9240,4245,5
Nettoverschuldung359602359602
Dividende in Eurocent
--
--
1212*
Eigenkapitalquote in %
615761
57
Gewinn nach Steuern-25,3-87,239-41

*) Vorschlag, wird auf der Hauptversammlung im Mai beschlossen.



Vorschlag: Dividende von zwölf Eurocents
Der Vorstand wird der Hauptversammlung am 14. Mai vorschlagen, für das Geschäftsjahr 2012 eine Dividende von zwölf Eurocents je Aktie an die Aktionäre auszuschütten. Heimo Scheuch begründet die Entscheidung trotz Verlustes wie folgt: "Der Verlust ist vor allem durch nicht zahlungswirksame Effekte im Ausmaß von rund 47 Millionen Euro entstanden. Auf der anderen Seite steht ein starker Free Cashflow, welchen wir 2012 erwirtschaftet haben. Und auch für die Zukunft vertrauen wir in die Stärke von Wienerberger, nachhaltig Cashflow zu generieren. Dieses Vertrauen wollen wir an unsere Aktionäre in Form dieser Dividende weitergeben."

"Die Ergebnisse der Wienerberger Gruppe waren im Jahr 2012 durch drei wesentliche Entwicklungen bestimmt: Umsatz- und Ergebnisrückgänge der Division Ziegel Europa aufgrund der rückläufigen Wohnbautätigkeit in Europa, die Erstkonsolidierung von Pipelife, die deutlich positiv zu Umsatz und Ergebnis beitragen konnte, sowie eine leichte Erholung im amerikanischen Wohnungsneubau. Durch die Übernahme von Pipelife und den damit verbundenen Ausbau eines neuen Geschäftsbereichs ist es uns im abgelaufenen Jahr gelungen, die operativen Ergebnisse auf Gruppenebene zu stabilisieren und für Wienerberger eine breitere Basis für die Zukunft zu schaffen", so Scheuch.


Kosteneinsparungen durch Restrukturierung
"Neben der Einmottung von Werksstandorten handelt es sich im Wesentlichen um die Anpassung von Schichtmodellen sowie um weitere Optimierungsmaßnahmen im Verwaltungsbereich. Die aus dem Programm anfallenden, einmaligen Kosten liegen bei 43 Millionen Euro, wobei rund 29 Millionen Euro auf zahlungswirksame Einmalkosten sowie rund 14 Millionen Euro auf Sonderabschreibungen entfallen. Alle Kosten des Restrukturierungsprogramms wurden bereits im Jahr 2012 bilanziell berücksichtigt, wobei einzelne Maßnahmen daraus erst im Verlauf des Jahrs 2013 zur Umsetzung kommen. Die aus diesem Programm errechneten Einsparungen sollen bis Ende 2014 insgesamt rund 50 Millionen Euro betragen, wovon bereits rund 14 Millionen Euro im letzten Jahr realisiert werden konnten", erläutert Scheuch die Details des Restrukturierungsprogramms.


Ausblick und Strategie 2013
Für 2013 erwartet Scheuch eine deutliche Steigerung im operativen EBITDA auf rund 280 Millionen Euro. "Für die Division Ziegel Europa sind Prognosen nur eingeschränkt möglich, da die Visibilität auf die Entwicklung in den relevanten Märkten gering ist. Wir erwarten ein anhaltend herausforderndes Umfeld in Europa und einen leichten Rückgang in der Nachfrage nach Baustoffen. Daher sind in der Division Ziegel Europa weitere Umsatz- und Ergebnisrückgänge wahrscheinlich, welche aber durch erwartete Kosteneinsparungen von rund 18 Millionen Euro kompensiert werden sollten. Für die Division Rohre & Pflaster Europa rechnen wir aufgrund der erstmaligen Einbeziehung von Pipelife sowie moderatem Wachstum in der ersten Jahreshälfte 2013 mit einem positiven Beitrag zum Ergebnis von rund 30 Millionen Euro und entsprechenden Umsatzsteigerungen im Gesamtjahr. Auch für die Division Nordamerika gehen wir bei einer Fortsetzung des positiven Trends im Wohnungsneubau von einer Verbesserung der Ergebnisse aus."


Der Jahresfinanzbericht 2012 wird am 29. März 2013 veröffentlicht und auf der Wienerberger-Homepage zur Verfügung gestellt.

immonet.at/Ulrike Biberschick © immonet.at/Ulrike Biberschick

Vorstandsvorsitzender Heimo Scheuch (re. ) und Finanzvorstand Willy Van Riet bei der Präsentation der Bilanzzahlen 2012.

Wienerberger © Wienerberger

Ergebnisse 2012 nach Regionen und Produkten


Autor:

Datum: 26.02.2013

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Unternehmen

Zwei Baustoffanbieter ziehen mit Jahresbeginn 2017 an einem Strang. Wie die Konzernmutter bekannt gibt, werden die Wienerberger Ziegelindustrie GmbH und die Tondach Gleinstätten AG ihre österreichischen Aktivitäten im Wand- und Dachziegelbereich künftig bündeln. Mit drei Vertriebsregionen wolle man noch näher zu den Kunden rücken. Speerspitzen des neuen Markendoppels für Dach und Wand sind mit Franz Kolnerberger und Christian Weinhapl zwei erfahrene Konzernköpfe.

In ausgesuchter Lage, schräg gegenüber der Wiener Urania: Der erste österreichische home24-Showroom ist seit letzter Woche offiziell eröffnet. Zur Premiere des 700 Quadratmeter großen, realen Schaufensters des laut Eigenangaben europaweit größten Online-Möbelhauses gaben sich Promis und Shopper ein erstes Stelldichein. wohnnet Business war beim Offline-Opening dabei, talkte mit den Einrichtungsberatern und informierte sich bei Vorstandsmitglied Marc Appelhoff über den geplanten rot-weiß-roten Möbelkurs.

Weichenstellung: Mit der Zertifizierung nach ISO 9001:201 will die Rustler Immobilientreuhand GmbH in der Branche mit gutem Beispiel vorangehen. Dem Führungsteam (im Bild) wurde jetzt durch Auditor Walter Kalcher von quality Austria die Urkunde überreicht.

Die in Wels beheimatete TGW Logistics Group erweitert ihren Hauptstandort in Oberösterreich. Errichtet wird ein neuer Büro- und Produktionskomplex für rund 700 Mitarbeiter im benachbarten Marchtrenk. Dafür will der Anbieter von Intralogistiklösungen im Zuge seiner Wachstumsstrategie rund 55 Millionen Euro investieren. Die Fertigstellung ist für Mitte 2018 geplant.

Die Online-Familie der Tageszeitung „Die Presse“ hat bei der Suche nach "Austria's Leading Companies" ihre Wahl getroffen und den Piestingtaler Baustoffproduzenten für seine Innovationskraft und Digitalisierungskompetenz ausgezeichnet. Der Preis für den niederösterreichischen Landessieger wurde am gestrigen Leopolditag im Casineum Baden überreicht.

Die angekündigte Rochade ist unter Dach und Fach: Wie die conwert Immobilien Invest SE heute, den 2. November, bekannt gab, ist der Verkauf eines Gutteils ihres Gewerbeimmobilienpakets an einen Immobilien-Spezialfonds der HanseMerkur Grundvermögen unterschrieben. Die Neo-Eigentümer verfügen somit über 34 Büro- und Handelsimmobilien mit einer Gesamtnutzfläche von rund 200.000 Quadratmeter. Dafür haben sie 331 Millionen Euro locker gemacht – eine Summe leicht über den Buchwerten der Immobilien, wie es laut conwert-Aussendung heißt.

Milchriese mit neuem Logistikzentrum: Der zentrale Berglandmilch-Standort in Aschbach Markt im Mostviertel verfügt künftig über 20.700 vollautomatisch bedienbare Palettenstellplätze. Damit hat man auf insgesamt 28.000 aufgestockt. Das neue Lager werde noch diesen November hochgefahren, sagt Berglandmilch-Geschäftsführer Josef Braunshofer. In Summe wurden 20 Millionen Euro investiert.

1996 startete Baumit mit drei Mitarbeitern am kroatischen Markt. Zwei Dezennien später werden von der auf 57 Personen angewachsenen Unternehmenstochter mittlerweile jährlich rund 4.000 Häuser mit Wärmedämmverbundsystemen ausgestattet, meldet die Firma anlässlich der Jubiläumsfeier in Zagreb. Laut den letzten Zahlen aus 2015 belief sich der Umsatz auf 14 Millionen Euro. Nächstes Ziel von Baumit Kroatien: die Marktführerschaft.

Dass der Wiener Fenster- und Türenhersteller Hrachowina nach über einhundert Jahren seinen Gründungsstandort verlassen wird, ist seit längerem bekannt. Der für diesen Herbst angekündigte Standortentscheid wird sich nun weiter vertagen, wie Geschäftsleiter und Prokurist Peter Frei (Bild) heute in einer Aussendung mitteilt. Die verlängerte Standortsuche sei demnach einem „weitreichenden Optimierungsprozess“ geschuldet: zwei Standorte würden dem Unternehmen zufolge immer „wahrscheinlicher“. Favorisiert wird dabei das östliche Österreich. Die Produktion soll laut Plan im Frühjahr 2018 anlaufen.