Wohnraumlüftung wichtiger denn je

Lüftungssysteme sind wichtiger denn je, ist Jochen Sattelberger, Präsident von Komfortlüftungssysteme Austria (KLA), in seinem Gastkommentar überzeugt. Ein Plädoyer für gesundes Wohnen durch saubere Luft.

Eine Frage, die eigentlich nicht mehr gestellt werden sollte: Brauche ich eine Wohnraumlüftung? Nicht, wenn Sie alle zwei Stunden für zehn Minuten querlüften, Tag und Nacht, Sommer wie Winter. Oder wenn Sie in einem nicht renovierten Altbau wohnen. Konsequentes Durchlüften kann niemand leisten. Dabei ist ein stetiger Luftaustausch gerade heutzutage, wo luftdicht gebaut oder saniert wird, wichtiger denn je: Denn er sorgt nicht nur für den notwendigen Feuchtigkeitsabtransport, um Schimmel zu vermeiden. Regelmäßiger Luftaustausch ist der wesentliche Faktor für eine gesunde Raumluftqualität.

Nicht nur das in der Luft befindliche CO2 oder die Feuchtigkeit, die durch Atmen oder Alltägliches wie Duschen oder Kochen entsteht, müssen dringend nach draußen transportiert werden. Auch Möbel, Teppiche oder Baustoffe atmen – und zwar flüchtige Schadstoffe. Diese sogenannten VOCs (= volatile organic compounds, flüchtige organische Verbindungen) sammeln sich in der Raumluft. Wenn sie nicht abtransportiert werden, können sie schwere gesundheitliche Probleme, wie Kopfschmerzen, Asthma oder Allergien hervorrufen.

Die Frage, ob Wohnraumlüftung oder nicht, stellt sich eigentlich gar nicht. Sie muss vielmehr lauten: Lege ich Wert auf ein gesundes Wohnumfeld? Und das sollte Jeder! Gerade in Zeiten, in denen verstärkt auf die Gesundheit geachtet wird, es überall Bio-Siegel auf Lebensmitteln gibt. Warum dann Abstriche bei der Raumluft machen? Das ist absurd – schließlich verbringen wir bis zu 90 Prozent unserer Zeit in geschlossenen Räumen: bei der Arbeit, in Restaurants, Geschäften, im Theater oder eben zu Hause.

Eine Wohnraumlüftung kann aber noch mehr: Durch spezielle Filter bleiben Pollen, Feinstaub oder andere Schadstoffe, die bei einer Fensterlüftung in den Wohnraum gelangen können, draußen. Das ist eine enorme Erleichterung, nicht nur für Allergiker.

Das vor diesem Hintergrund noch ernsthaft über die Notwendigkeit von Wohnraumlüftungen diskutiert wird, scheint kurios. Denn es liegt auf der Hand, dass mit einer herkömmlichen Fensterlüftung niemals auch nur annähernd eine ähnlich hohe Raumluftqualität erreicht wird, wie mittels einer mechanischen und somit unabhängigen Wohnraumlüftung.

Neben den gesundheitlichen Aspekten hat eine Wohnraumlüftung auch weitere praktische Vorteile: Gerade in der heutigen Zeit, in denen die Energiepreise in Regelmäßigkeit unsere zweite Miete erhöhen, scheint es widersprüchlich, wertvolle Heizenergie buchstäblich beim Lüften zum Fenster rauszuwerfen. Mit einer Wohnraumlüftung bleibt diese Energie im Haus, mehr noch, sie hilft sogar beim Luftaustausch dabei, diese Wärme wieder zurückzugewinnen, sodass im Endeffekt weniger Energie verbraucht wird. Bei vielen Geräten liegt die Wärmerückgewinnungsquote bei bis zu 90 Prozent, was wiederum Einsparpotenziale von bis zu 40 Prozent bedeuten kann.

Spätestens jetzt ist die Eingangsfrage beantwortet: Eine Wohnraumlüftung ist eine Notwendigkeit – erst recht bei dichter Bauweise.


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Datum: 30.09.2013

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