Elektrosmog: Gefährliche Strahlung

Ob auch elektromagnetische Felder von geringer Stärke schlecht für die Gesundheit sind, soll nun eine Feldstudie zeigen. Ein neues Messverfahren macht es möglich.

Hochspannungsleitungen, Mobilfunkantennen, WLAN, Handys, elektrische Geräte: Wir alle sind von elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Feldern umgeben. Ob das nun schlecht für die Gesundheit ist, streiten Ärzte und Wissenschaftler seit Jahren. Mit einer breit angelegten Feldstudie wollen Mediziner nun herausfinden, ob Elektrosmog auch in geringer Stärke gesundheitsschädlich ist.

Vor einer zu hohen Belastung durch elektromagnetische Strahlung ist die Bevölkerung durch gesetzliche Vorgaben geschützt. Elektromagnetische Felder geringer Stärke sind hier nicht eingeschlossen. Speziell diese Felder können aber auf Dauer stärkere Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen, Tiere und Pflanzen haben als die kurzfristige Belastung durch höhere Leistung. "Die derzeitigen Normen sind Emissions-Normen, das heißt sie regeln, welche Frequenzen oder welche Intensität bzw. Leistung durch ein Funk- oder Elektrogerät emittiert wird. Jeder Produzent von Funk- und Elektrotechnologien hält sich natürlich an diese Produktionsnormen", so der wissenschaftliche Leiter der Feldstudie, Wilhelm Mosgöller und ergänzt: "Jeder Konsument kauft viele Geräte und bisher hat niemand untersucht, ob das Zusammenwirken vieler Emissionsquellen an einem Ort an dem wir uns aufhalten, nicht eine neue Qualität der Immission, also der Einstrahlung, schafft. Wir sehen uns daher erstmals das Zusammenwirken vieler Quellen an. Mit der Studie schaffen wir die wissenschaftlichen Grundlagen für die Möglichkeit, neue Normen ins Leben zu rufen um die gesundheitlichen Auswirkungen von elektromagnetischen Feldern in ihrer Gesamtheit zu betrachten und zu verringern."

MDP Dr. Plank © MDP Dr. Plank

Elisabeth Plank, Ärztin und Projektleiterin der Studie.

Neues MDP-Messverfahren

Die Ärztin und Projektleiterin der Studie, Elisabeth Plank, wohnte mit ihrer Familie einst in einem Haus mit "uralten Strominstallationen". Erst als "alle krank wurden, Menschen und Tiere", begann sie zum Thema zu forschen. Heute führt sie das Salzburger Ingenieurbüro für Mess-, Steuer-, und Regeltechnik MDP. Nach jahrelanger Forschungsarbeit ist es ihr gelungen, die bisher wenig beachtete Art der niedrigenergetischen Immission messtechnisch zu erfassen und damit verbundene potentielle Gesundheitsrisiken abzuklären. Das neue MDP-Verfahren misst und beurteilt elektromagnetische Felder in allen für Lebewesen wichtigen Frequenzbereichen. Gegenüber traditionellen Messungen werden auch nicht-thermische Strahlungsfaktoren gemessen und bewertet, wie sie von jedem elektrischen Gerät und von jeder Stromleitung in einem Haus ausgehen. Außerdem bezieht das MDP-Messverfahren auch eine medizinische Untersuchung jener Menschen mit ein, die in einem belasteten Umfeld leben.

"Ob die elektromagnetischen Störfelder bereits Auswirkungen auf den Körper gezeigt haben wird anhand einer umfangreichen Anamnese, einer EKG-Messung und eines Labortests auf Stresshormone festgestellt", erklärt Plank. Erst die Verknüpfung der medizinischen Tests und der Ergebnisse der technischen Messung der Felder geben die Basis, um Maßnahmen zur Sanierung des Lebensumfeldes zu entwickeln. Zur Evaluierung der umgesetzten Verbesserungen werden später dann noch Nachmessungen des Feldes und an den Probanden durchgeführt.

"Wenn sich diese Studie positiv bestätigt, wird man bereits bei der Installation von Elektrogeräten, Leitungen und Funktechnologien die Erkenntnisse berücksichtigen und durch verbesserte Planung, gezielte Installation, durch Abschirmungen oder Beachtung von Materialeigenschaften bei Hausbau und Einrichtung belastende gesundheitliche Auswirkungen verringern“, sagt Josef Witke, Bundesinnungsmeister der Elektrotechniker der Wirtschaftskammer.


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Datum: 09.05.2012

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