Facility Management auf exotischen Wegen

Der Luftraum wird sicherer, der Straßenbau optimiert, Architektur richtet sich nach der Persönlichkeit der Nutzer: Facility Management gewinnt zusehends in ganz undenkbaren Bereichen an Bedeutung. Der FMA-Ausbildungspreis zeichnet die wichtigsten Studien aus.

Darüber, was sich tatsächlich hinter dem oft missverstandenen Begriff "Facility Management" verbirgt, kann viel diskutiert werden. Der direkte Zusammenhang mit der Immobilienbewirtschaftung ist jedoch gebrochen: Fünf FM-Studien, die für den Ausbildungspreis der FM-Organisationen FMA und IFMA nominiert sind, stellen das eindrucksvoll unter Beweis.

Straßenbau nach FM analysiert

Allen voran führt Alexander Donabauer vom Amt der NÖ Landesregierung die regionale Straßenabteilung in eine kleine Revolution. Was bisher vollkommen außer Acht gelassen wurde, bindet der Absolvent des FM-Lehrgang Donau-Universität Krems in seine gesamtheitliche Betrachtung - etwa Lebenszykluskosten - ein. Unter dem Titel "Die Integration facilitärer Kriterien in die Planung von Straßenbauvorhaben am Beispiel der Landesstraßen in NÖ" kommt Donabauer zu dem Schluss: "Straße ist nicht nur Fahrbahn. Viele Faktoren werden bislang nicht dargestellt. FM steht beim Straßenbau erst am Beginn der Entwicklung."

Architektur nach Persönlichkeit

Ungewöhnliches liefert auch Karl Koschek ab: Der Absolvent des MBA Lehrgang TU Wien zeigt mit "Persönlichkeitsanalyse und Architektur - zwei komplementäre Mittel zur positiven Unterstützung von Mitarbeiter_Innen und Kernprozessen?" eine Möglichkeit auf über nach FM betrachteter Architektur das Wohlbefinden und damit auch die Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern entscheidend zu heben.

Nachhaltigkeit wird sichtbar

Wie der Megatrend Nachhaltigkeit über Computer Aided Facility Management (CAFM) klar dargestellt werden kann, überlegt sich Andreas Reiter mit seiner Studie "Nachhaltigkeit im Immobilien- und Facility-Management mit CAFM". Der Absolvent M/O/T, Alpen Adria Universität Klagenfurt kommt zu dem Schluss, dass nicht nur der gesamte Lebenszyklus von Immobilien in die IT aufgenommen werden kann, sondern auch, dass dies unwiederlegbare Vorteile mit sich bringt. "Es geht um eine Erhöhung der Wertschöpfung im Gleichgewicht mit Nachhaltigkeitszielen", erklärt Reiter und verspricht auch eine baldige Rentabilität von Investitionen zu CAFM. Es können eben Fehler und Ausgabenquellen aufgespürt werden, an die oft niemand vorher gedacht hat...

FM macht Fliegen sicherer

Was aber Martin Rendl mit FM macht, überrascht selbst alte FM-Hasen: Der Austro Control-Mitarbeiter und Absolvent des FM-Lehrgang Donau-Universität Krems hat die Risikobewertung in der österreichischen Flugsicherung kurzerhand umgekrempelt. Mit "Risikobewertungsverfahren für Objekte mit "ausfallskritischer" Infrastruktur am Beispiel der österreichischen Flugsicherung" kann nun die Sicherheit im Flugverkehr verbessert werden: Über ein detailreiches Bewertungssystem kann das Risiko einzelner Radaranlagen und Antennen für Brand oder Datenübertragungsfehler besser eingeschätzt werden. Und noch mehr: Durch die Untersuchung wird klar, wie stabil die Flugsicherung bleibt, wenn einzelne Anlagen ausfallen. So können Investitionen zur Sicherung ganz gezielt und mit optimaler Effizienz eingesetzt werden. Fazit: Österreichs Flugverkehr ist recht sicher - selbst im absoluten Stresstest besteht ein geringes Ausfallrisiko der Flugsicherung von maximal 15 Prozent.

Wenn Wartungsbücher gefälscht werden...

Ihr Leid mit kurzsichtigen Immobiliengeschäften klagt Claudia Schatzl in ihrer Studie "Added Value im Facility Management - Werterhalt in der Krise": Wenn eine scheinbar problemlose Immobilie plötzlich in der Heiztechnik Mucken macht, weil die Wartung eingespart und Wartungsbücher sogar gefälscht werden, zeigt sich deutlich, dass die Technik nicht nur beim Kauf nie vergessen werden darf. "Ganz wichtig ist persönliches Controlling. Der Schwerpunkt in der Branche liegt aber meist rein auf dem Kaufmännischen", so die Absolventin des MBA Lehrgang TU Wien.


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Datum: 26.04.2012

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