Intelligente Gebäude: Vernetzung senkt Kosten

Die Vernetzung der Haustechnik bietet vielfältige Möglichkeiten, den Wert von Gebäuden für die Nutzer zu steigern und die Kosten der Immobilie langfristig zu senken

Wer heute ein Gebäude plant, braucht mehr als einen Architekten - die bestehenden Möglichkeiten und Anforderungen im Bereich der Haustechnik erfordern die rechtzeitige Einbeziehung einer Reihe von Fachleuten. "Am besten ist es, wenn der Architekt von Beginn an auf ein multidisziplinäres Team zurückgreifen kann. Damit kann er bereits bei der Einreichung zum Wettbewerb bzw. beim ersten Gespräch mit seinem potenziellen Bauherren punkten", sagt Arnold Stengg, Experte auf dem Gebiet der Gebäudesystemtechnik. Denn für einen Architekten sei es einfach unmöglich, alle technischen Einrichtungen eines Gebäudes - Heizung, Beleuchtung, Klima, Lüftung, Multimedia etc. - zu überblicken und deren Vernetzung zu planen.

Auch Architekten sind auf Zusammenarbeit angewiesen

Das bedeute nicht, dass die Rolle des Architekten in irgendeiner Weise geschmälert werden solle. "Er hat weiterhin die führende Position bei der Planung und Errichtung. Doch auch der beste Stürmer braucht eine gute Mannschaft, um gewinnen zu können." So unterstütze das Team den Architekten dabei, ein Gebäude zu errichten, in dem moderne Technik zum Vorteil des Bauherren oder Nutzers bestmöglich zum Einsatz kommt, führt Stengg weiter aus. Das gilt für Privathäuser ebenso, wie für Wohnhausprojekte oder Gewerbeimmobilien.

Was bedeutet das in der Praxis? In der normalen Gebäudetechnik werden die einzelnen Bereiche der Haustechnik (Gewerke), wie Beleuchtung, Heizung, Kühlung, Lüftung, Alarmmeldeanlage, Beschattung, Multimedia etc. separat geplant und mit Strom versorgt. Jeder Bereich der Haustechnik ist somit ein in sich geschlossenes System - ohne Verbindung zu den jeweils anderen und zur Außenwelt.

Die nachträgliche Vernetzung ist in einem solchen Fall nur mit hohem technischen und finanziellen Aufwand möglich. Die Nutzer sind somit auf jene isolierten technischen Funktionen beschränkt, die zum Zeitpunkt der Errichtung des Gebäudes zur Verfügung stehen. Es gibt keine Flexibilität, auf technologische Entwicklungen oder Veränderungen der individuellen Bedürfnisse einzugehen.

Freiheit durch Vernetzung

Im Gegensatz dazu bietet die Vernetzung der Haustechnik eine Vielzahl an Funktionen, um die Sicherheit, Energie-Effizienz, den Komfort und die Lebensqualität der Nutzer zu erhöhen. Auch nach der Installation können Funktionen einfach hinzugefügt oder verändert werden. Auf neue Nutzungsbedingungen von Gebäuden durch die Veränderung der Familienstruktur, der persönlichen Lebenssituation, neuer Gewohnheiten etc. kann ganz einfach reagiert werden.

Für die Nutzer eines Gebäudes bedeutet das nicht nur hohe technische Flexibilität, auch die Kosten der Immobilie bezogen auf den Gesamtlebenszyklus können gesenkt werden (siehe Grafik). Aus dieser Perspektive betrachtet erweist sich eine normale Elektroverkabelung als nicht mehr zeitgemäß. Vernetzte Haustechnik ist schon lange keine Zukunftsvision mehr, sondern entspricht dem heutigen Stand der Technik ebenso wie den Bedürfnissen der meisten Menschen.

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Datum: 30.01.2009

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