Das Zeitalter der Mega-Cities ist da

Im Jahr 2015 werden rund 350 Millionen Menschen in Megastädten mit mehr als zehn Millionen Einwohnern leben. Diese zunehmende Urbanisierung steigert die Anforderungen an die Infrastruktur massiv und zwingt Gebäude zu erhöhter Flexibilität.

Die Leistungsfähigkeit der Infrastruktur wird zu einem zentralen Element der Standortattraktivität. Laut einer Studie der Münchener Rück werden 80 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung in diesen Zentren ab 2030 erbracht werden, obwohl diese nur 0,4 Prozent der Erdoberfläche bedecken. "Immer mehr Menschen leben und arbeiten auf immer enger werdendem Raum. Vor diesem Hintergrund beobachten wir eine Dynamisierung der Gebäude, die wiederum die Anforderungen an eine moderne Gebäudetechnik prägt", erklärt Wolfgang Hass, Leiter Entwicklung und Innovation im Geschäftsgebiet Building Automation des Siemens-Bereichs Building Technologies (SBT).

Der Rohbau, die Gebäudehülle und die Basisinfrastruktur für die Energie- und Wasserversorgung werden auf rund 50 Jahre ausgelegt, die Geräte der Ausrüstung für Heizung, Lüftung, Kälte und Klima (HLK) auf 20 Jahre und die Steuer- und Regeltechnik auf zehn Jahre. Bei der IT-Infrastruktur rechnet man mit einer Lebensdauer von drei bis fünf Jahren, während sich der sogenannte Trockenausbau - also etwa die Raumeinteilung, Möblierung und Beleuchtung - grundsätzlich jederzeit ändern kann. Tendenz: Der Zyklus wird praktisch in Jahresschritten immer kürzer. Heute entstehen nun einerseits immer größere neue, flexibel genutzte Gebäude, und andererseits unterliegt der Bestand immer häufigeren Änderungen, zum Beispiel durch Anpassung der Geschäftsstrategie oder wenn Aktivitäten aufgegeben werden oder neue hinzu kommen.

Das Gebäude wird zum Produktionsfaktor, der für sich und auch für den darin stattfindenden Produktionsprozess maximale Produktivität gewährleisten muss. Weitere Treiber dieser Dynamisierung sind neue Gesetze und Vorschriften, etwa zum energieeffizienten und umweltschonenden Betrieb, oft verbunden mit wirtschaftlichen Anreizen für entsprechende Investitionen. "Wir betrachten Gebäude deshalb unter dem Gesichtspunkt aller darin stattfindenden Prozesse", betonte Hass. Die Gebäudetechnik hat zur Hauptaufgabe, die Kontinuität des Kunden-Kernprozesses sicherzustellen. Dabei gewährleistet sie erstens die Sicherheit der Informationen, Personen und Waren.

Zweitens steuert die Gebäudetechnik den möglichst effizienten Einsatz der Energie und regelt das Klima, abgestimmt auf die jeweiligen besonderen Bedürfnisse des Kundenprozesses. Erfahrungen zeigen, dass es wirtschaftlich sinnvoll ist, die gebäudetechnischen Anlagen etwa ein bis zwei Jahre nach Inbetriebnahme nochmals mit der tatsächlichen Nutzung des Gebäudes abzustimmen. Das Energiesparpotenzial einer solchen "zweiten Inbetriebnahme" liegt bei zehn bis 15 Prozent. In einem "dynamischen Gebäude" überlagern sich "Inbetriebnahmen" und "zweite Inbetriebnahmen"; somit kann von einer "permanenten Inbetriebnahme" gesprochen werden. In den USA hat sich "Permanent Commissioning" als Fachbegriff bereits etabliert.

Diese komplexe Ausgangslage bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Gebäudeautomation und -sicherheit. In einer flacheren Systemarchitektur sind globale und offene Standards auf IP-Basis, drahtlose Kommunikation, webbasierte Lösungen und flexible I/O-Module erforderlich. Viele setzen deshalb auf standardisierte Kommunikation mit BACnet auf IP-Basis. Lösungen mit kombinierter Funktionalität für HLK, Personenschutz und Sicherheit verfügen über dynamische Management-Funktionen und sind nach Bedarf erweiterbar und von der Feld- bis zur Leitebene skalierbar für alle Gebäudegrößen.


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Datum: 16.01.2009

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