Immomarketing und -PR

Experten sind sich einig: Mit Marketing und Öffentlichkeitsarbeit können Bau- und Immobilienunternehmen nicht nur ihre Absätze steigern. Auch das Fortschreiten eines Projekts, Baubewilligungen und das Image sind oft von diesen Maßnahmen abhängig.

„Wie in jeder anderen Branche auch, ist es in der Bau- und Immobilienbranche wichtig, eine Beziehung zur Öffentlichkeit herzustellen. Dies gelingt durch strategisch geplante, langfristig angelegte, auf wechselseitige Kommunikation ausgerichtete, PR-Arbeit. Insbesondere die Besetzung branchenrelevanter Themen ist von Bedeutung – gelingt die Übernahme der Themenführerschaft in einem bestimmten Bereich, so bereitet dies optimal den Boden für gezielte Marketingmaßnahmen“, erklärt die Expertin Helene Fink, Geschäftsstellenleiterin Wien der wiko wirtschaftskommunikation GmbH.

Susanne Senft, Gründerin und geschäftsführende Gesellschafterin der PR-Agentur senft & partner, deren Kunden- und Tätigkeitsschwerpunkt in der Bauwirtschaft liegt, unterstreicht den Nutzen von Immomarketing und -PR: „Ein Immobilieninvestor, der von Anfang an klar kommuniziert, alle Betroffenen mit einbindet, widmet der Kommunikation vielleicht mehr Geld als andere – aber das bekommt er mehrfach zurück. Man könnte auch sagen, gute Kommunikation hilft, die "licence to operate" zu bekommen. Zum anderen ist es unbestritten, dass eine gut positionierte Immobilie besser verwertbar ist als andere. In dieser Phase ist gute Kommunikation durchaus verkaufsunterstützend.“

Draht zum Endverbraucher finden

Auch der Experte von CREVO Marketing & Media KG, Stan Hana, ist überzeugt, dass Marketingmaßnahmen für die Branche von großer Bedeutung sind. Hana leitet die extra im Unternehmen gegründete Immobilien Promotion. „Ein gutes und mit der Agentur abgestimmtes Marketingkonzept für Immobilien und Immobilienunternehmer zahlt sich meistens aus. Der Immobilieninteressent hat bestimmte Erwartungen, die es zu erfüllen gilt. Je nach Volumen des Projekts, reicht es schon lange nicht mehr, die Immobilie mit einer Visitenkarte, einem Grundriss und einem Händedruck zu präsentieren. Der Bauträger, der Makler oder die Projektentwickler müssen mit allen möglichen Marketinginstrumenten einen Draht zum Endverbraucher finden, dazu gehört auch zum Beispiel, gerade im gehobenen beziehungsweise im Luxusbereich, die Markenentwicklung.“

Andrea Baidinger, Gründerin und Geschäftsführerin der Agentur Andrea Baidinger Bauen Wohnen Immobilien Kommunikationsberatung GmbH: „Die Immobilien-Branche befindet sich seit gut einem Jahrzehnt in einem dynamischen Wandel. Unterschiedlichste Immobilientypen haben sich zu einem Wirtschaftsgut entwickelt, das aus Sicht der Nutzer, Eigentümer und Investoren zu betrachten ist. Damit braucht man für diese Branche ein sehr komplexes Branchen- und Marketing Know- how.“ Doch, so Baidinger, seien dort, wo Projekte auf der Warteliste stünden, auch die Marketingmaßnahmen auf der Warteliste.

Kommunikation in Krisenzeiten

Gerade in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten wird also oft am Kommunikationspaket gespart. Das bestätigt auch Senft: „Bedauerlicherweise ist die Kommunikation einer der Bereiche eines Unternehmens, der bei Sparpaketen eines der ersten Opfer ist. Aus meiner Sicht, ist das die falsche Strategie. Man kann Kommunikation nicht einfach abdrehen und dann wieder einschalten. Besonders in schwierigen Zeiten ist es wichtig zu kommunizieren“. Hana ist ebenfalls dieser Meinung: „Kein Marketing zu betreiben wäre kurzfristig gedacht“, so der Experte.

Verständnis nimmt zu

Der Bedarf ist jedenfalls vorhanden und das Angebot wird – auch in Krisenjahren – immer besser angenommen, stellt Roman Rusy, Betreiber von Roman Rusy Informationsmanagement fest: „Unternehmen, deren Baustelle wegen einer Bürgerinitiative schon einmal ein paar Monate stillgestanden ist oder die wegen eines einseitigen Artikels Kursverluste verzeichnen mussten, greifen gerne auf die Leistungen von Public Relations-Experten zurück.“ Susanne Senft bestätigt: „Wir haben uns vor sechs Jahren auf die Baubranche spezialisiert und aus dieser Erfahrung heraus kann ich schon sagen, dass das Verständnis für Kommunikation in den letzten Jahren doch deutlich zugenommen hat.“

Proaktives Handeln ist gefragt

Dennoch gebe es, so Rusy, noch immer Nachholbedarf. Vor allem die Kommunikation mit der Politik, öffentlicher Verwaltung und Bevölkerung sei für die Unternehmen nach wie vor schwer. Auch Rusy sieht eine Korrelation zwischen Baukonjunktur und dem Budget für Marketing und PR-Maßnahmen. Doch egal ob Krisenzeit oder Schönwetterlage, Kommunikations-Bedarf bestünde, so Rusy, grundsätzlich immer. Helene Fink: „Wir sehen vor allem die Notwendigkeit, kommunikativ stärker in langfristige Planungen zu gehen und sich zu trauen, Themen proaktiv und nachhaltig zu besetzen. Dies ist auch im Sinne der oft propagierten Nachhaltigkeit, die nicht nur bei Gebäuden, sondern auch bei handelnden Unternehmen bereits nachweislich von Nutzern und Investoren gefordert wird.“

Für Baidinger liegt der Nachholbedarf ebenso in der proaktiven Kommunikation und Vermarktung: „Persönlich würde es mir gefallen, wenn Immobilien differenzierter vermarktet würden. Selbst dort wo zum Beispiel für Bürogebäude ein Markenbranding gemacht wurde, sind diese von anderen oft nicht zu unterscheiden. Auch in der Unternehmens-Kommunikation könnte es statt "Schönwetter-PR" mehr Offenheit und Transparenz geben. Das trauen sich nur wenige.“


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Datum: 28.08.2012

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