Immobilien & Steuern 2010 - 10 wertvolle Tipps Teil 6-10

Schenkungen, Mehrfachvergebührungen, Übertragung von Grundstücken an Privatstiftungen und das Thema Hausverlosungen: Hier gehts zu weiteren Tipps rund um Immobilien und Steuern.

6.Besteuerung von Hausverlosungen: Hausverlosungen mögen mitunter wirtschaftlich interessant sein, lösen jedoch nach herrschender Ansicht der Finanzverwaltung eine umfassende Abgabenpflicht aus. Dazu zählt die Gebührenpflicht vom Gesamtwert aller aufgelegten Lose iHv 12 %, Grunderwerbesteuer iHv 3,5 % von zumindest dem dreifachen Einheitswert oder dem Wert der verkauften Lose, und bei Veräußerung innerhalb der Spekulationsfrist eine Ertragsteuerpflicht beim „Veräußerer“. Als Veräußerungserlös gilt die Summe aller Lose. Die steuerlichen Anschaffungskosten beim Erwerber entsprechen dabei lediglich dem eigenen Lospreis zuzüglich anfallender Anschaffungsnebenkosten.

7.Grundstückserwerbe von Todes wegen und durch Schenkungen: Seit Abschaffung der Erbschafts- und Schenkungssteuer mit 31. Juli 2008 wird Grunderwerbsteuer für Grundstückserwerbe von Todes wegen und Schenkungen von Grundstücken erhoben. Der Steuersatz beträgt grundsätzlich 3,5 % (bei nahen Verwandten 2 %) vom dreifachen Einheitswert. Zusätzlich fällt für die Eintragung des neuen Eigentümers im Grundbuch 1 % Eintragungsgebühr an. Tipp: Für die Übertragung von Betriebsgrundstücken bestehen - insbesondere bei altersbedingten Betriebsübertragungen - Ausnahmen!

8.Fortführung der Bemessungsgrundlage des Rechtsvorgängers (Vermietung und Verpachtung): Bei unentgeltlichen Liegenschaftserwerben ist die Bemessungsgrundlage des Rechtsvorgängers fortzuführen (früher Aufwertungsoption auf die fiktiven Anschaffungskosten möglich). Dh Abschreibungen und Restbuchwert hängen von der bisherigen Nutzungsdauer des Rechtsvorgängers ab. Ist das Gebäude bereits voll abgeschrieben, kann der unentgeltliche Erwerber damit keine Abschreibung mehr durchführen. Tipp: Wird die Vermietung über einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren unterbrochen, können als Abschreibungs-Bemessungsgrundlage die fiktiven Anschaffungskosten angesetzt werden.

9.Übertragung von Grundstücken an Privatstiftungen: Übertragungen von Immobilien an Privatstiftungen sind zwar von der Grunderwerbsteuer befreit, jedoch fällt bei der Zuwendung Stiftungseingangssteuer iHv 2,5 % sowie ein Grunderwerbsteueräquivalent iHv 3,5 % (vom dreifachen Einheitswert) an. Tipp: Das Grunderwerbsteueräquivalent fällt nur bei der Übertragung inländischer Grundstücke an.

10.Mehrfachvergebührungen: 2009 hat der VfGH die Bestimmung zu Mehrfachgebührungen (dh Mehrfachvergebührung von Urkunden über ein Rechtsgeschäft; zB ein Mietvertrag in drei Originalen unterlag dreimal der Mietvertragsgebühr) als verfassungswidrig aufgehoben.


Autor:

Datum: 15.12.2009

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Politik und Recht

Im März 2016 wurde das Bundesvergabegesetz zur Ausschreibung von Metallbauarbeiten novelliert. AFI und AMFT stellen nun Musterformulierungen zur Verfügung, die für gesetzeskonforme Ausschreibungen mit Rechtssicherheit verwendet werden können.

Obwohl die Umsätze im Gewerbe und Handwerk zurück gehen, bleibt die Sparte in Österreich Ausbildner Nummer Eins. Nun startet die Wirtschaftskammer eine Initiative, um unbegleiteten jungen Flüchtlingen eine Lehrstelle zu vermitteln. Auch die Betriebe sollen davon profitieren.

Vor einem Jahr beschlossen und seit einem halben Jahr in Kraft, hapert es bei der Umsetzung des Bundes-Energieeffizienzgesetzes(EEffG) noch. Die WKÖ sieht den Grund dafür in fehlenden Vorgaben, die die Akteure zur Umsetzung brauchen würden.

Austrian Standards gründet das "Dialogforum Bau Österreich", in dem von Betroffenen und Interessenten einheitliche Normen diskutiert und beschlossen werden sollen. Es soll ein Lenkungsgremium für ein Programm zur Vereinfachung der Inhalte freiwilliger Bauregeln entstehen.

Die Pläne der Regierung, die erst 2012 eingeführte Immobilienertragsteuer von 25 auf 30% bei gleichzeitigem Wegfall des Inflationsabschlages zu erhöhen, bereiten dem Österreichischen Verband der Immobilienwirtschaft (ÖVI) Sorgen.

Die Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) kritisiert die Forderung der ÖVP, das gesetzliche Pensionsantrittsalter generell auf 67 Jahre zu erhöhen, unabhängig von der Berufsgruppe in den verschiedenen Branchen.

Laut Studie zum Thema "Leistbare Mieten - Leistbares Leben" sind die Wohnkosten in Österreich insgesamt nicht so hoch wie oft kolportiert. Die durchschnittlichen Kosten liegen hierzulande unter dem EU-Schnitt.

Ein neues Finanzierungsmodell, das die derzeit günstige Zinssituation nützt und Garantien des Bundes vorsieht, soll in den kommenden fünf Jahren 6,5 Mrd. Euro für die Wohnraumschaffung bringen.