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Kräftiger Ruck im Dachbau auf 1,7 Mrd. € Umsatz

Der milde Winter letztes Jahr sowie die allgemein gute Baukonjunktur hinterlassen positive Spuren im Dachbau. Der Umsatz wächst um 11,4% auf rd. 1,7 Mrd. €. Sorgen bereitet der Facharbeitermangel, analysieren KREUTZER FISCHER & PARTNER in einer aktuellen Studie.

Deutliches Lebenszeichen
Bis 2005 bewegten sich die jährlichen Wachstumsraten im Dachbau noch in einer Bandbreite von 1,9 - 2,2%. 2006 gab die Branche jedoch ein deutliches Lebenszeichen von sich. Der Gesamtumsatz mit Zimmermanns-, Dachdecker- und Spenglerarbeiten (Dienstleistung als auch Material) wuchs auf rd. 1,7 Mrd. €. 2007 und 2008 werden die jährlichen Wachstumsraten zwar geringer ausfallen, bis 2008 wird der Gesamtumsatz jedoch auf knapp 2 Mrd. € zulegen.

Grund für das Wachstum ist die positive Entwicklung der Baukonjunktur. Die im Dachbau tätigen Unternehmen konnten 2006 besonders vom milden Winter profitieren. In der Branche herrscht momentan Optimismus. Die Unternehmer melden volle Auftragsbücher, die Produktionskapazitäten sind gut ausgelastet. Sowohl die private wie auch die öffentliche Nachfrage sind stark. Zudem profitiert der Dachbau derzeit überproportional von der regen energetischen Sanierungstätigkeit. Ein Teil des Umsatzwachstums basiert jedoch auch auf den gestiegenen Baupreisen im Hochbau. In den letzten drei Jahren betrugen die Teuerungsraten hier jeweils knapp 3%. Nominal betrug das Marktwachstum in den letzten drei Jahren durchschnittlich 5,2% p.a., real knapp 2,4%. Für die kommenden beiden Jahre rechnet man bei KFP sogar mit einer noch stärkeren Erhöhung der Baupreise.

Die größten Gefahren
Für die Zukunft sehen die Unternehmer einerseits den Facharbeitermangel, andererseits den zunehmenden Konkurrenzdruck mit damit einhergehenden geringeren Margen und abnehmender Qualität als größte Gefahren. Zimmerer, Dachdecker als auch Spengler beklagen - so wie andere Gewerke - einhellig den eklatanten Facharbeitermangel am Arbeitsmarkt, der in der momentanen Hochkonjunktur besonders zum Tragen kommt. Fachkräfte, die im eigenen Betrieb groß werden, werden seltener. Der Lehrberuf gilt als wenig attraktiv. Die Leistungsfähigkeit derjenigen, die in die Lehre gehen, nimmt ab. Eine fatale Situation angesichts der Tatsache, dass im Dachbau der Anteil der Arbeit an der Wertschöpfung knapp 42% beträgt. Leasingpersonal kann in den seltensten Fällen erfolgreich in eingespielte Prozessketten integriert werden und ist daher nur in der Erfüllung von Standardtätigkeiten wertvoll.

Zimmerer bauen Umsatzanteil aus
Zimmermannsarbeiten halten derzeit mit 541,6 Mio. € 31,2% des Umsatzes. Dieser Anteil wird in den kommenden beiden Jahren weiter steigen. Grund dafür ist im Wesentlichen die Preisentwicklung des Baumaterials Holz, aber auch die im Vergleich zu anderen Gewerken überproportional steigenden Lohnkosten. Darüber hinaus sind die Eintrittsbarrieren für das Zimmerer-Handwerk höher als in anderen Branchen. Die notwendige gewerberechtliche Befähigung (Meisterprüfung nach rd. acht Jahren Berufspraxis) wird rigider gehandhabt als im Baunebengewerbe. Der Markt ist stark regional strukturiert, "Platzhirsche" haben ihre Einflussbereiche abgesteckt.

Da der Start ins Gewerbe deutlich schwerer fällt als bei Dachdeckungs- und Spenglerarbeiten, ist die Unternehmenslandschaft geschützter vor Neuzugängen, die preisaggressiv am Markt auftreten. Dass der Umsatzanteil der Zimmereien unter diesen günstigen Voraussetzungen nicht noch höher ausfällt, ist auf den sinkenden Holzanteil am Dachbau zurückzuführen.
Dachdeckerarbeiten tragen 37,1% zum Gesamtumsatz bei, auf Spenglerarbeiten entfallen die restlichen 31,7%. Die Umsatzniveaus dieser beiden Gewerke profitieren vom hohen Sanierungsanteil, der je nach Stimmungsklima in der Bevölkerung zwischen 60 und 65% ausmacht.

Dachbau in Österreich

Umsatz in Mio. €
2003 1.495,-
2004 1.528,-
2005 1.557,-
2006 1.735,-
2007 (Prognose) 1.842,-
2008 (Prognose) 1.918,-

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