1. Nehmen Sie sich für die Wohnfinanzierungsberatung Zeit und achten Sie beim Vergleich insbesondere auf folgendes "Kostendreieck": Zinssatz, einmalig verrechnete Spesen (Bearbeitungs-, Pfandrechtseintragungsgebühr, Schätzkosten) und laufende Nebenkosten der Finanzierung (Kontoführung, Prämien für Risikoversicherungen).
2. Verhandeln und vergleichen beim variablen Zinssatz zahlt sich aus: Bandbreite zwischen 3,15% und 5,25%. Häufig setzt sich der Zinssatz zusammen aus: Leitzinssatz 3-Monate-Euribor zuzüglich Gewinnspanne (Marge: zwischen 1% und 2%). Die Marge ist verhandelbar!
3. Achten Sie auf die Fixzinsfalle: 3,125% fix auf 1 Jahr klingt zwar gut - aber danach droht Zinssprung.
4. Nutzen Sie Verhandlungsspielräume bei Spesen und Gebühren aus: Bearbeitungsgebühr (zwischen 0,5% und 2%), Schätz- und Bewertungskosten, Abfragespesen beim Kreditschutzverband, Eintragungsgebühr des Pfandrechts ins Grundbuch (1,2% vom eingetragenen Pfandrecht ist fixer Satz. Aber die Höhe des eingetragenen Wertes ist verhandelbar und kann je nach Bank zwischen 100% und 140% des Kreditbetrages betragen).
5. Vermeiden Sie betraglich unbestimmte Kostenangaben im Kreditvertrag wie "Spesen gemäß Aushang". Achten Sie weiters auf Vertragsstrafen (Pönalen) und Kündigungsfristen bei vorzeitiger Rückzahlung des Kredites, Höhe des Verzugszinssatzes, Mahnspesen bei Ratenzahlungsverzug - erste, zweite und dritte Mahnung können empfindlich teuer werden!
6. Versicherungsverträge: Nicht das erstbeste Angebot einer (reinen) Ablebens- oder Kapitalversicherung abschließen, sondern Vergleichsangebote einholen. Bestehende Lebensversicherungen können in die Finanzierung eingebracht werden - Neuabschlüsse sind daher nicht immer notwendig.
7. Spesenhinweis bei Lebensversicherungen: Achtung, bei monatlicher Zahlungsweise kann der Versicherer einen Unterjährigkeitszuschlag (von beispielsweise 6%) verrechnen. Der Grund: Die Versicherungsprämie ist grundsätzlich eine Jahresprämie. Bei jährlicher Zahlweise fällt der Spesensatz für unterjährige Zahlung weg.
8. Der Fremdwährungskredit ist ein Spekulationsgeschäft und birgt höhere Spesen in sich als ein Euro-Kredit. Doppelte Kontospesen, Devisenprovision bei jeder Zahlung, höhere Besicherung im Grundbuch (bedeutet höhere Eintragungsspesen).
9. Beim Angebot von Kapital-Lebensversicherungen, Fondspolizzen oder Fondssparplänen z.B. in Kombination mit endfälligen Darlehen (Euro-Kredit, Fremdwährungsdarlehen): Aussagen zur Rendite ("Sicher 6% Rendite") unter der Lupe betrachten. (Quelle AK)