Im Rahmen einer Pressekonferenz berichteten die Branchenvertreter sowie das Bundesgremium Radio- und Elektrohandel und Kooperationspartner über die aktuelle wirtschaftliche Situation des Sektors. „Die Elektro-Branche trotzt der weltweiten Krise mit innovativen, energieeffizienten Produkten, die sich als echte Verkaufsschlager erweisen. Bester Beweis dafür ist die aktuelle Marktsituation.
Insgesamt freute sich der Bereich über einen Gesamtumsatz von 4,1 Mrd. Euro im vergangenen Jahr. Dies entspricht einem Plus von 3,5% gegenüber 2007“, lautet das Resumée der anwesenden Branchenvertreter. Und auch im heurigen Jänner setzte sich dieser Trend fort.
Elektrohandel fordert Maßnahmen der Geldinstitute
„Viele Wirtschaftszweige befürchten, dass die Auswirkungen der aktuellen Finanz- und Konjunkturkrise erst 2009 voll durchschlagen werden. Der Elektrohandel hingegen ist für die nächsten Monate guter Dinge. Wir rechnen auch weiterhin mit ungebremster Kauflust“, beschreibt Wolfgang Krejcik, Obmann des Bundesgremiums Radio und Elektrohandel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), den Optimismus des Sektors.
Damit die Branche auch zuversichtlich in die Zukunft blicken könne, sei allerdings ein Umdenken der Geldinstitute notwendig: „Die Krise bei einzelnen Handelsunternehmen, auch bei der Großfläche, ist hausgemacht und darf nicht auf den gesamten Elektrohandel übertragen werden. Sie muss jeweils als Einzelfall betrachtet werden und darf nicht dazu führen, dass Banken auch renommierten Betrieben keine finanzielle Unterstützung mehr gewähren und Kreditversicherer höhere Liquidität einfordern. Eine ausreichende Finanzierung des Elektrohandels muss sichergestellt sein“, fordert der Obmann abschließend.
Flachbildfernseher pushen den consumer electronics-Markt
Die Unterhaltungselektronik-Branche hat 2008 eine Umsatzsteigerung von 776 auf 804 Mio. Euro verbucht. Dies entspricht einem Plus von 4%. Das Zugpferd der Branche sind laut Christian Blumberger, Sprecher des forum consumer electronics, zufolge Flat-TVs. So wurden 2008 um 40% mehr Flachbildfernseher verkauft als im Jahr davor. „Allen negativen Nachrichten zum Trotz entwickelt sich gerade das TV-Geschäft äußert positiv. Bei Fernsehern ist ein Trend zu höheren Preisklassen feststellbar.“
Im laufenden Geschäftsjahr geht der Trend klar zu Flat-TVs in neuen Dimensionen. Umsatztreiber sind immer größere und flachere Fernseher. Laut Blumberger sind die künftigen Big Player der Branche Geräte mit einer Bildschirmdiagonale von 42-Plus.
Elektro-Kleingerätemarkt weiter im Aufwärtstrend
„Die Marktentwicklung bei Elektro-Kleingeräten ist mit einer Wertsteigerung von +3,6% im letzten Jahr erfreulich“, beschreibt Thomas Poletin, Branchensprecher des Elektro-Kleingeräte Forums, die wirtschaftliche Situation. Dies ergibt ein Plus von rund zehn Mio. Euro. „Neuheiten und Angebote wurden vom Konsumenten wahrgenommen und vor allem im Weihnachtsgeschäft angenommen: Wertmäßig konnte die Branche um 5,8% wachsen, das kommt einem Plus von etwa 3,5 Mio. Euro gleich“, freut sich der Branchensprecher über die gute Entwicklung des Sektors.
Innovationen und zurückhaltende Preispolitik sorgen für stabiles Umsatzniveau
Im vergangenen Jahr hat sich die Weiße Ware laut Franz Schlechta, Branchensprecher des Forums Hausgeräte, positiv entwickelt. „Nach Stückzahlen konnte 2008 bei Großgeräten ein Zuwachs von +2,6% auf 1.260.000 Stück verzeichnet werden. Wertmäßig sieht es mit 593 Mio. Euro (+3,7%) auch sehr gut aus“, berichtet Schlechta.
„Der drohende Jobverlust könnte die Konsumenten jedoch dazu veranlassen, auch ‚kleinere’ Investitionsentscheidungen zu verschieben. Dem ist entgegenzuhalten, dass die Branche mit weiteren Innovationen wie den Megatrends Energiesparen und Nachhaltigkeit sowie mit einer zurückhaltenden Preispolitik kontert. Dies beschert uns auch 2009 Umsatzzuwächse. Objektiv betrachtet gibt es genügend Gründe zu der Annahme, dass im laufenden Jahr das Umsatzniveau gehalten werden kann“, stellt der Branchensprecher fest.
Allerdings müsse die Politik unterstützend eingreifen. Gefragt ist eine „Energie- bzw. Ökoprämie“ für besonders energie- und ressourcenschonende Hausgeräte. Geht es nach Schlechta, ist das nicht nur gut für die Umwelt, sondern kann auch nützlich für die Wirtschaft sein.