Energieeffizienz ist eine Frage des Verhaltens

Die moderne Gebäudetechnik lässt heute eine sehr hohe Energieeffizienz von Häusern zu. Doch alle Technik nützt wenig, wenn die HausbewohnerInnen diese fehlerhaft nutzen. Energieeffizienz ist auch eine Frage des menschlichen Verhaltens.

„Es gibt ohne Zweifel sehr gute, ausgeklügelte und effiziente Gebäudetechniksysteme. Offensichtlich stehen sie aber im Widerspruch zu den Verhaltensmustern, die NutzerInnen an den Tag legen. Denken wir nur beispielsweise an die geöffneten Fenster, während die Klimaanlage läuft." Christian Hölzl und Edmund Spitzenberger, zwei Forscher der FH Campus Wien, arbeiten an einer Strategie, die eben dieses fehlerhafte Nutzungsverhalten der BewohnerInnen energieeffizienter Gebäude in den Griff bekommen soll. Ziel ist, die Leistungsfähigkeit von Gebäudetechniksystemen den Bedürfnissen der NutzerInnen anzupassen und dadurch in weiterer Folge auch Kosten zu sparen. Erreicht werden soll das Ziel, indem die Verhaltensmuster anhand von Modellen schon vorab untersucht werden und entsprechend in die Gebäudeplanung einfließen. Der Komfort der NutzerInnen spielt hier eine große Rolle.

Die Studie im Leersaal

Basis der Untersuchungen ist die Raumluftqualität in Räumen mit mehreren Personen. Anhand von Beobachtungen und Messungen in einem 80 m² großen Leersaal am Campus wird ein agentenbasiertes Modell entwickelt: Jede Person im Seminarraum ist ein Agent, dessen Verhalten einzeln betrachtet und analysiert wird. Zudem werden auch heterogenes Verhalten und Abhängigkeiten von oder Kommunikation mit anderen Personen abgebildet. Das Raumklima wird anhand von Parametern wie Luftqualität, Luftaustausch etc. möglichst exakt gemessen. Auf Basis dieses Modells erfolgen dann die Simulationen. Es werden die Zusammenhänge zwischen Raumklima und dem Verhalten der Probanden untersucht und die Simulation mit den Messungen verglichen.

Ökologisch, ökonomisch, sozial

Den Forschern geht es in ihrer Arbeit laut eigenen Aussagen darum, eine ökologische, ökonomische und sozial nachhaltige Gebäudenutzung zu ermöglichen und Fehler in der Nutzung, die meist negative Auswirkungen auf den Energieverbrauch haben, durch andere, auch bewusstseinsbildende Maßnahmen auszugleichen. Dadurch, dass das NutzerInnenverhalten bereits im Vorhinein bekannt ist, kann die Gebäudetechnik dann exakter darauf abgestimmt werden. Ein ressourcen- und kostenschonender Energieverbrauch wird gestaltbar. Nach Abschluss ihrer Untersuchungen im Frühjahr 2017 planen Hölzl und Spitzenberger ihre Forschungsarbeit in größerem Rahmen fortzusetzen.

Details zur Studie


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Datum: 15.11.2016

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