Heizen in Österreich - der Kostenvergleich

Welcher Energieträger ist der günstigste, für welches Heizsystem müssen Sie für Installation und Wartung am meisten berappen und worauf sollten Sie zurückgreifen, wenn Sie Wert auf Umweltfreundlichkeit Ihres Heizmaterials legen? Hier die Details.

Im diesjährigen Heizkostenvergleich der Österreichischen Energieagentur werden nicht nur die Brennstoffpreise inklusive Investitions-, Instandhaltungs- und Wartungskosten der unterschiedlichen Heizsysteme verglichen, sondern auch deren CO2-Emmissionen.

„Unsere Berechnungen zeigen, dass Heizen mit Erdgas-Brennwertsystemen in allen Gebäudeklassen am preisgünstigsten ist. Vergleicht man die reinen Energiekosten ohne Investitionen in System, Wartung und Instandhaltung, schneiden Wärmepumpen am besten ab“, fasst Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur, einige Ergebnisse des Heizkostenvergleichs zusammen. „In Sachen Klimaschutz punkten ganz klar Biomassesysteme, die mit Scheitholz oder Pellets betrieben werden. Die höchsten CO2-Emissionen weisen Öl- und Gas-Brennwertsysteme auf, die auf fossilen Energieträgern basieren“, so Traupmann weiter. So stößt ein Öl-Brennwertsystem bis zu 43 mal so viel CO2 aus wie etwa Scheitholz.

Vollkosten: Erdgas vorne, Wärmepumpe und Pellets hinten

Addiert man Brennstoff, Investition, Installation und Wartung liegt Erdgas mit 2.900 Euro/Jahr im sanierten Gebäude bzw. 4.500 Euro im komplett unsanierten Gebäude klar ganz vorne. Abgeschlagen auf dem letzten Platz rangiert in diesem Vergleich die Sole/Wasser Wärmepumpe mit Erdsonde, aufgrund ihrer hohen Investitions- und Wartungskosten. Und Neubau kommt das Heizen mit Pellets am teuersten, da auch hier die Investitions- und Wartungskosten hoch sind und zusätzlich der Systemnutzungsgrad bei geringer Wärmeanforderung stark abfällt.

Weitere Rankings: Energiekosten und CO2-Emissionen

Geht es um die reinen Energiekosten ist die zwar in der Anschaffung und Erhaltung teure Wärmepumpe klarer Vergleichssieger (719 Euro/Jahr). Am meisten kostet hingegen das Heizen mit Fernwärme (1.319 Euro/Jahr). Werden sowohl finanzielle Kriterien (Vollkosten) als auch Klimaschutzaspekte (CO2-Emissionen) berücksichtigt, so schneidet das Scheitholz-System sehr gut ab. Im Vergleich zu den anderen Heizsystemen erfordert das Scheitholz-System jedoch immer einen erhöhten Betriebsaufwand für den Nutzer, auch sind die Kosten aktuell leicht gestiegen.

Kostengünstigste Systeme 2017 (Vollkosten)

Einfamilienhaus unsaniert: 1. Erdgasbrennwert 2. Brennholz 3. Fernwärme 4. Wärmepumpe Luft/Wasser 5. Pellets 6. Öl-Brennwert 7. Wärmepumpe Sole/Wasser

Im Vergleich zum Vorjahr* findet sich Erdgas auf Platz 1 (2016 Brennholz). Das ist durch einen leichten Anstieg des Preises für Brennholz zu erklären, wogegen die Preise für Erdgas sanken. Öl-Heizungen haben sich auf Grund des höheren Öl-Preises ins hintere Mittelfeld verschoben.

Einfamilienhaus thermisch saniert: 1. Erdgasbrennwert 2. Fernwärme 3. Brennholz 4. Pellets 5. Öl-Brennwert 6. Wärmepumpe-Luft/Wasser 7. Wärmepumpe-Sole/Wasser

Im Vergleich zum Jahr 2016 sind die Investitionskosten von Pellets-Systeme gefallen, wohingegen alle anderen Systeme sich im Preis verteuert haben. Aus diesem Grund sind Pellets-Systeme im Vergleich zum letzten Jahr vom letzten Platz ins Mittelfeld vorgerückt.

Neubau: 1. Erdgasbrennwert 2. Wärmepumpe-Luft/Wasser 3. Fernwärme 4. Öl-Brennwert 5. Brennholz 6. Wärmepumpe-Sole/Wasser 7. Pellets

Im Jahresvergleich bleiben Erdgasbrennwertsysteme auf dem ersten, Pellets auf dem letzten Platz. Öl-Brennwertsysteme rücken - auf Grund des Preisanstiegs von Heizöl - von Platz zwei (2016) ins Mittelfeld.

Weitere Informationen und Details


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Datum: 06.02.2017

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