Solaranlagen: 20 Fragen & Antworten

Wie effizient sind Solaranlagen bei Brauchwasser und Heizung? Habe ich eine geeignete Dachfläche? Brauche ich eine Genehmigung für die Installation? Wir haben die 20 wichtigsten Fragen zum Thema für Sie beantwortet.

1. Ist die Solartechnik ausgereift?

Lassen Sie sich Referenzanlagen des Solaranbieters zeigen. Besichtigen Sie eine Anlage dieses Herstellers und überzeugen Sie sich im persönlichen Gespräch mit den BesitzerInnen davon, wie die Anlagen funktionieren und wie es um die Serviceleistungen bestellt ist.

2. Muss eine Solaranlage separat versichert sein?

Ja! Melden Sie die Solaranlage umgehend bei Ihrer Haushaltsversicherung an, damit sie in den Versicherungsschutz aufgenommen wird (Klausel: Indirekter Blitzschlag - betrifft vor allem die elektrische Steuerung und Glasbruch)´. Meist ist damit übrigens keine Prämienerhöhung verbunden.

3. Was bringt eine Solaranlage für die Umwelt?

Ein Beispiel: Eine Solaranlage mit 6 m² Kollektorfläche und 300 Liter Solarspeicher erzeugt in 25 Jahren 60.000 kWh Energie für die Warmwasserbereitung. Dadurch werden der Umwelt 25 Tonnen CO2-Emissionen erspart. Mit 15 m² Kollektorfläche und 1.000 Liter Solarspeicher werden 120.000 kWh Energie für Warmwasser und Raumheizung erzeugt. Die Umwelt profitiert also ganz klar von 50 Tonnen weniger an CO2-Emissionen.

4. Ist eine Solaranlage wirtschaftlich?

In allen Bundesländern und in vielen Gemeinden erhalten Sie eine Solaranlagenförderung. Nach einer einmaligen Investition liefert sie auf mindestens 20 Jahre fast kostenloses Warmwasser, unabhängig von den allgemeinen Energiepreisen.

5. Kann ich mit meiner Solaranlage auch Kühlen?

Sie ahnen es wohl schon, wir würden diese Frage nicht stellen, wenn nicht was dran wäre. Und ja, das geht. Aber nicht mit der thermischen Solaranlage, sondern mit Hilfe von selbst erzeugtem PV-Strom, der dann  spezielle Adsorptions- oder Absorptionskältemaschinen betreibt. Kostenlos.

6. Arbeitet die Solaranlage auch bei Bewölkung?

Im Vergleich zu einem sonnigen Tag steht der Solaranlage an einem bewölkten Tag im Sommer immer noch bis zu 80 % der Strahlung zur Verfügung, da sie auch die diffuse Strahlung (von den Wolken reflektiert) nützt. An einem bewölkten Wintertag sind es immerhin noch 25 Prozent der Strahlung eines Sonnentages.

7. Wenn mal keine Sonne scheint - wird dann kalt geduscht?

Das solar erwärmte Wasser wird in einem Solarspeicher gesammelt, der etwa doppelt so groß ist, wie der tägliche Warmwasserbedarf einer vierköpfigen Familie. Was die Sonne nicht schafft, wird von der Zentralheizung (Öl, Pellets, Holz) oder elektrisch nachgeheizt.

8. Kann ich nur Warmwasser erwärmen oder mit der Sonne auch heizen?

Die Solaranlage stellt etwa 70 % Ihres Warmwassers mit Hilfe der Sonne bereit. Dafür benötigen Sie rund 1,5 m2 Kollektor pro Person im Haushalt. Die genaue Größe richtet sich nach Ihrem Warmwasserverbrauch, d.h. ob Sie öfters duschen oder Wannenbäder nehmen, oder einen Whirlpool besitzen. Wird die Solaranlage größer ausgelegt, können Sie im Frühling und Herbst auch mit der Sonne die Heizung unterstützen.

9. Wie effizient sind Solaranlagen bei Brauchwasser und Heizung?

Bis zu 70 % des jährlichen Warmwasserbedarfs eines Haushaltes kann eine Solaranlage aus Solarenergie bereitstellen. Bei der Raumheizung können je nach Wärmedämm-Standard des Gebäudes und Auslegung der Solaranlage immerhin etwa 30 % der jährlichen Heizenergie gedeckt werden. Einzige Voraussetzung: ein Dach oder eine Fassade, die nach Süden zeigen (auch leichte Abweichungen sind möglich). Den verbleibenden Energiebedarf liefert die Heizung im Keller. Besonders mit Holzheizungen (Pellets, Hackschnitzel, Scheitholz) lässt sich eine Solaranlage gut kombinieren. Der benötigte Pufferspeicher wird von beiden genutzt, die Effizienz des gesamten Heizsystems verbessert.

10. Macht eine Solarheizung in meiner Gegend überhaupt Sinn?

Klares Ja! In Österreich liegt die durchschnittliche Sonneneinstrahlung bei rund 1.100 kWh pro Quadratmeter und Jahr. Die höher gelegenen Gebiete erreichen sogar Werte über 1.400 kWh. Damit ist im ganzen Land genügend Sonneneinstrahlung vorhanden, um eine Solaranlage effizient zu betreiben.

11. Habe ich die geeignete Dachfläche?

Jede ganzjährig unbeschattete Dachfläche, die nicht mehr als 45° von Süden abweicht, ist prinzipiell für Solaranlagen geeignet. Auch südseitige Fassaden eignen sich sehr gut als Fläche für Solaranlagen.

12. Brauche ich eine Baugenehmigung?

Nein, nur wenn Sie ein denkmalgeschütztes Gebäude haben. Dann müssen Sie das Denkmalamt von Ihrem Vorhaben informieren. Zumeist ist eine Solaranlage jedoch anzeigenpflichtig, zumindest in Niederösterreich (Bauordnung §15) und Oberösterreich (bei mehr als 20 m², Bauordnung §25).

 

13. Bleibt mein Dach nach der Montage der Kollektoren dicht?

Ja! Die Einbausysteme sind sicher und hunderttausendfach erprobt.

14. Wie lange dauert der Einbau? 

Eine standardisierte Solaranlage ist heutzutage im Neubau innert einem Tag komplett installiert. Meist werden Kollektoren, Speicher und Solarkreiskomponenten im Set angeboten. Dies ist kostengünstiger und erleichtert dem Monteur die Arbeit. Bei der Montage kann so praktisch kein Fehler mehr gemacht werden.

15. Können die Rohrleitungen auch nachträglich ohne viel Aufwand verlegt werden?

Vom Kollektorfeld bis zum Heizraum werden zwei speziell wärmegedämmte Rohrleitungen verlegt. Bei nachträglichem Einbau werden diese entweder in einem freien Kamin oder Lüftungsschacht oder in einem eigenen "Regen-Fallrohr" an der Außenwand verlegt.

16. Kann ich den alten Wasserboiler weiter verwenden?

Bei einer neuen Heizungsanlage wird gewöhnlich ein moderner Pufferspeicher als Energiezentrale eingebaut, der alle Aufgaben erledigt. Bei nachträglichem Einbau einer Solaranlage kann es aber durchaus von Vorteil sein, den bestehenden Warmwasserboiler in den Solarkreis zu integrieren.

17. Muss die Solaranlage händisch bedient oder geregelt werden?

Nein! Bei Inbetriebnahme wird der Regler vom Handwerker fachmännisch eingestellt, danach sind keinerlei Eingriffe mehr nötig, die Anlage läuft vollautomatisch.

18. Wie wartungsintensiv ist eine Solaranlage?

Alle drei Jahre sollte die Solaranlage auf Frostsicherheit geprüft werden. Dabei wird auch gleich der pH-Wert der Solarflüssigkeit geprüft, um eine möglichst lange Lebensdauer der Anlage zu gewährleisten. Am Besten lässt sich das zusammen mit der periodischen Überprüfung der Heizungsanlage erledigen.

19. Ist der Kollektor gegen Beschädigung geschützt (Hagel, Blitz, etc.)?

Alle marktgängigen Kollektoren sind mit einem hochbelastbaren Solarglas ausgestattet, das auch schwerem Hagel standhält. Gegen Blitzschlag werden die Kollektoren an die Blitzschutzanlage des Hauses angeschlossen. Trotzdem sollte die Solaranlage bei der Haushaltsversicherung angemeldet werden (siehe oben).

20. Was kostet der Einbau einer Solaranlage und wie komme ich zu einer Förderung?

Holen Sie sich bei einem Installateur Ihres Vertrauens einen unverbindlichen Kostenvoranschlag und bei weiteren Installateuren Vergleichsangebote ein. Fragen Sie nach einer Solarförderung in Ihrer Gemeinde! Ein Rechnungsbeispiel einer Solaranlage finden Sie hier.


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Datum: 26.09.2016

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