Betriebskostenabrechnung unter der Lupe

Wissen Sie, welche Betriebskosten EigentümerInnen an ihre Mieternnen verrechnen dürfen? Wir sagen Ihnen, welche Aufwendungen Sie wirklich tragen müssen. Zeit, die Betriebskostenabrechnung zu checken.

Haben Sie sich schon einmal die Betriebskostenabrechnung Ihrer Wohnung angesehen? Wissen Sie, welche Kosten wirklich an Sie weitergegeben werden dürfen?

Was sind eigentlich Betriebskosten?

Unter Betriebskosten fallen all jene Kosten, die durch die Benützung des Gebäudes laufend entstehen. Diese werden im Rahmen der Betriebskostenabrechnung an die MieterInnen weiterverrechnet und verändern sich beinahe jährlich. Der Anteil der Kosten richtet sich immer nach der Wohnfläche. Dabei spielen die Anzahl der im Haushalt lebenden Personen sowie der Verbrauch (z. B. Kaltwasser) oder eine Verursachung (z. B. Müll) keine Rolle.

Verrechnet werden dürfen

  • Wassergebühren
  • Rauchfangkehrerkosten (vierteljährliche Kehrkosten, nicht jedoch Kaminschleifen!)
  • Kosten der Unratentfernung (Müllabfuhr und Entrümpelung von herrenlosem Gut)
  • Kosten für Schädlingsbekämpfung
  • Stromkosten (für die Beleuchtung des Stiegenhaus, Glühbirnen, Sicherungen, keine Reparaturen!)
  • Versicherungsprämien (Pflichtversicherungen)
  • Grundsteuer
  • Verwaltungshonorar
  • Hausreinigungskosten
  • Kosten der Gemeinschaftsanlagen (Aufzug, Waschküche, Kinderspielplatz und sonstige von allen Mieter zu nutzende Einrichtungen)

Nicht verrechnet werden dürfen

  • Reparaturen von Rauchfängen, Leitungen, Aufzügen
  • Installation und Reparatur einer Gegensprechanlage
  • Versicherungsprämien, wenn Zusatzversicherungen ohne Zustimmung der Mehrheit der Mieter abgeschlossen wurden oder überhaupt die Höhe nicht angemessen ist
  • Manipulationsgebühren, Portokosten, Inkassokosten
  • Rechtsanwaltskosten

Wichtige Ausnahme: das ABGB

Wohnungen, die dem Allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB) unterliegen, haben keine gesetzliche Vorgaben. Hier zählt die freie Vertragsvereinbarungen. Gibt es eine solche nicht, gilt grundsätzlich §1099 ABGB. Dann sind sämtliche Lasten von den VermieterInnen zu tragen. Bei unverständlichen oder unpräzisen Vereinbarungen kommt es darauf an, ob der Mietvertrag dem Konsumentenschutz unterliegt, oder nicht. Liegt ein Verbrauchergeschäft vor, kann mitunter die gesamte Mietvertragsklausel unwirksam sein, wenn sie unverständlich, unbestimmt oder intransparent ist.

 
 


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Datum: 02.05.2016

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