Hausfinanzierung in Österreich ist nicht leicht

Rund die Hälfte aller Bauobjekte in Österreich sind Eigenheime. Allerdings unterscheidet sich die Anzahl von Bundesland zu Bundesland stark. Seit ein paar Jahren findet in Österreich deshalb eine heftige Diskussion um die Wohnbauförderung statt. Viele Politiker und Verbandsvorstände fordern vom Staat mehr regionale Fördergelder.

 In Österreich gibt es die Förderung für Häuslebauer seit Anfang der Sechzigerjahre. Viele dieser Förderungen sind von den Bewohnern bereits zurückgezahlt worden. Das bedeutet, dass mehr Geld für neue Förderungen zur Verfügung steht.

Mittlerweile gibt es zahlreiche neue Wohnbauförderungen. Diese sind auch auf nachhaltige Bauprojekte und Sanierungen ausgelegt. In Salzburg gibt es sogar ein neues Wohnbauförderungsgesetz. Es soll den Erwerb von Eigentum erleichtern und zum Bau eines Wohnhauses motivieren. Für viele ist das eine gute Neuigkeit. Denn der Bau eines Haues stellt eine große finanzielle Belastung dar.

Mit der Finanzierung auseinandersetzen

Der Traum eines Eigenheims steht und fällt mit der Finanzierung. Die verfügbaren finanziellen Mittel entscheiden über jeden Aspekt des Bauprojekts. Sie determinieren, wo das Haus gebaut werden kann, welche Größe es maximal haben darf und welches Ausstattungsniveau realistisch ist. Deshalb sollten die Hausbauer zuerst eine gründliche Aufstellung der benötigten Summen und der vorhandenen Mittel vornehmen, um zu sehen, welche Geldmittel fehlen und welche Fremdfinanzierung nötig ist.

Diese Liste muss folgendes beinhalten:

  • Preis des Grundstücks,
  • Materialkosten,
  • Aufwendungen für Handwerker und Architekt,
  • Steuern, Gebühren, Abgaben und andere Ausgaben, die mit dem Hausbau verbunden sind,
  • Gemeindeanforderungen an das Objekt,
  • nutzbare Wohnbauförderung.

Die Bauherren können sich damit einen genauen Überblick über die aktuelle Situation verschaffen. Für die Finanzierung ist eine hohe Eigenkapitalquote von Vorteil, denn das senkt die Zinsbelastung. Die Quote sollte mindestens zwanzig Prozent der Gesamtsumme betragen. Der restliche Betrag lässt sich über einen Bankkredit finanzieren.

Allerdings haben die Banken ein Wort mitzureden. Sie vergeben einen Baukredit nur, wenn sie sicher sind, dass die Bauherren kreditwürdig sind und die Schulden zurückzahlen können. Dafür nehmen sie eine Bonitätsprüfung vor.

Bonitätsprüfung bei Hauskredit

Jede Bank besitzt andere Bonitätskriterien. Die Bonitätsabstufungen werden in Scores oder Ratings ausgedrückt. Sie reichen von gerade noch vertretbarer Bonität bis zu sehr guter Bonität. Je besser die Bonität eines Hausbauers ist, desto eher lässt sich die Bank auf einen Kredit ein. Denn eine gute Bonität bedeutet eine geringere Ausfallwahrscheinlichkeit.

Die Banken überprüfen:

  • Angaben über bisherige Kredite,
  • Einkommenssituation und Sicherheit des Arbeitsplatzes,
  • Ausgabensituation (monatliche Kosten für Miete, Telefon, etc.),
  • Vermögenssituation,
  • Schuldensituation (Kredite).

Die Bonitätseinstufung hat Auswirkungen auf den Kreditzins, der bei guter Bonität niedriger ist, als bei einer schlechten. Auch auf die Kredithöhe kann die Bonität einen Einfluss haben. Wer seine Bonität vor dem Gespräch mit der Bank überprüfen will, kann sich über einen Scorekompass wie dem der deutschen Firma smava informieren. Sollte keine ausreichende Bonität gegeben sein, so ist das leider in der Regel ein K.-o.-Kriterium für einen Hausbau.

Alternative Mietshaus

Wer sich räumlich verändern will, sich kein Eigenheim leisten kann und sich wünscht, in einem Haus zu wohnen, kann sich nach einem passenden Mietobjekt umsehen und sich so seinen Wohntraum erfüllen. Die Mietpreise in Österreich sind im Vergleich zu anderen Ländern relativ günstig, in einigen Großstädten sind die Mietpreise sogar leicht rückläufig. Zudem fallen beim Mieten keine Zinsen an, es gibt keine Kredite und keine langjährige finanzielle Belastung. Wer ausziehen will, ist nicht an die Immobilie gebunden, sondern muss nur kündigen. So bleiben Arbeitnehmer auch beruflich flexibel. Denn mit dem neuen Job kommt gelegentlich auch ein neuer Wohnsitz infrage. Ein Mietobjekt ist daher eine gute Übergangslösung. Falls der neue Arbeitsplatz in Deutschland liegt, empfiehlt sich der Blick auf einschlägige deutsche Internetportale. Der deutsche Score Kompass Blog informiert in einem kostenlosen Mietratgeber, der auf den deutschen Mietmarkt ausgerichtet ist. Er beantwortet viele wichtige Fragen zum Mietvertrag, zum Mietrecht und zur Wohnungssuche im Nachbarland.

Damit das Mietobjekt die finanzielle Lage nicht verschlechtert oder zu einem finanziellen Risiko wird, sollten die Interessenten möglichst viele Angebote miteinander vergleichen und auf die Größe, die Lage, den Zustand sowie die zusätzliche Ausstattung achten. Es spielt eine große Rolle, wo sich das Wohnobjekt in Österreich befindet. Die Mietimmobilien sind in Städten wie Wien, Salzburg oder Tirol teurer als Miethäuser in Oberösterreich oder Niederösterreich, wie der Preisvergleich bei immopreise zeigt. Auch die Art des Wohnhauses ist preislich unterschiedlich. Reihenhäuser sind in Österreich prinzipiell mit günstigeren Mieten versehen, als Einfamilienhäuser. Extras wie ein Garten oder eine Terrasse erhöhen den Mietpreis zusätzlich.


Autor:

Datum: 14.09.2015

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