Dachlawinen. Räumungspflicht und Haftungsfrage

Gerade bei Tauwetter stellen Dachlawinen eine große Gefahr für Passanten oder auch geparkte Autos dar. Generell haftet der Eigentümer für die Räumung seines Daches. Das Aufstellen von Warnstangen ist nicht genug...

Grundsätzlich gilt: Je steiler das Dach, je höher das Haus und je mehr Schnee fällt, umso intensivere Schutzmaßnahmen müssen Sie als Hausbesitzer treffen. Dachlawinen sind nicht zu unterschätzen. Werden Menschen durch herabfallenden Schnee oder Eis verletzt beziehungsweise Gegenstände, wie etwa ein geparktes Auto, beschädigt, kann das dem Hausbesitzer sprichwörtlich auf den Kopf fallen. Denn generell hat der Eigentümer für die Räumung zu sorgen und haftet bei Fahrlässigkeit.

Räumen und Sichern

Das Aufstellen von Warnstangen allein reicht nur vorübergehend aus. Auch Dachrechen können von einer Haftung nicht befreien, wenn sie zu niedrig oder an falscher Stelle angebracht sind oder das Dach einfach zu steil ist. Die Gefahr selbst muss beseitigt werden - und das schnellstmöglich.

Schneeschutzsysteme wie Schneefanggitter oder Schneestopper sollten schon beim Bau miteingeplant werden, können aber auch jederzeit nachgerüstet werden. Diese Vorrichtungen schützen nicht immer vor Schadensansprüchen, helfen aber die Schneemassen unter Kontrolle zu halten.

Achten Sie bei der Schneeräumung Ihres Daches darauf, möglichst rutschfeste Schuhe zu tragen und steigen Sie niemals ungesichert aufs Dach. Natürlich können auch Winterdienste oder auch Dachdecker dazu beauftragt werden.

Haftung nicht eindeutig

Allerdings ist die Haftungsfrage nicht eindeutig geklärt. So kann bei grober Unachtsamkeit auch dem Geschädigten ein Mitverschulden angelastet und dadurch die Schadenssumme gemindert werden, wenn er zum Beispiel sein Auto unter einer bereits eindeutig erkennbaren Dachlawine abstellt. Auch Passanten müssen auf Warnsignale wie Tropfen oder Schneerieseln vom Dach achten.

Was im Schadenfall zu tun ist

Ist trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ein Schaden entstanden, sollte der Geschädigte diesen bestmöglich dokumentieren. Geben Sie die genaue Adresse und Datum, sowie den Zeitpunkt des Unfalls an und fordern bei allfällig anwesenden Zeugen auch deren Daten ein (Name, Adresse, Telefonnummer). Auch Fotos sind für die Geltendmachung von Schadenersatzforderungen nützlich. Sowohl der Hauseigentümer als auch der Geschädigte sollten so rasch wie möglich bei der Versicherung eine Schadenmeldung erstatten.

Die Leistungen für den Passant oder Autobesitzer im Schadenfall werden in der Regel - bei Bestehen einer Versicherung mit entsprechendem Leistungsumfang und geklärter Haftungsfrage - aus der Gebäudeversicherung, Kfz-Kaskoversicherung oder der privaten Unfallversicherung gedeckt.


AutorIn:

Datum: 04.01.2016

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Rechtstipps

Dürfen Sie als MieterIn eine Schüssel an die Hauswand montieren oder diese sogar auf dem Dach installieren? Braucht es das Einverständnis der EigentümerInnen? Und wer kommt für etwaige Schäden auf? Hier die Antworten.

Die Anpassung der Richtwerte für Altbaumieten setzt 2016 aus. Während sich die AK darüber freut, ortet der Österreichische Verband der Immobilienwirtschaft (ÖVI) Populismus.

Miete: 800 Euro warm; Nettomiete 490 Euro plus 120 Euro Nebenkosten. Wer sich nach einer Mietwohnung umschaut, wird über diese oder ähnliche Formulierungen stolpern. Doch was bedeutet eigentlich Kalt und Warm, Brutto und Netto?

Mit dem Bauwerkvertrag wird dem Bauunternehmer der Auftrag erteilt, die im Bauwerkvertrag näher beschriebenen Leistungen verbindlich zu erbringen. Er ist mindestens so wichtig wie ein Kaufvertrag.

Mieten von nicht mehr als drei Euro je Quadratmeter, davon kann der österreichische Durchschnittsmieter nur träumen. Unter welchen Voraussetzungen dieser Friedenszins übernommen werden kann, unterliegt klaren Regelungen.

In den Sommermonaten wird am meisten gebaut. Bauarbeiter sind den Witterungen dabei besonders stark ausgesetzt. Das Gesetz sieht daher bestimmte Regelungen im Bauarbeiter- Schlechtwetterentschädigungsgesetz vor, die in wetterbedingten Ausnahmesituationen zum Tragen kommen.

Mit der neuen Wohnberatung Wien ist der erste Schritt der Harmonisierung und Zusammenführung des Leistungs- und Serviceangebots des kommunalen und geförderten Wohnbaus erfolgt. Das neue Wiener Wohn-Ticket macht nun auch die Vergabe einheitlicher und einfacher.

Eine Gemeindewohnung kriegt nicht jeder. Schon allein, dass man auf die Warteliste kommt, muss man einige Voraussetzungen erfüllen. Die wichtigsten Fakten rund um Gemeindewohnungen erfahren Sie hier.

Um eine Eigentumswohnung erfolgreich verkaufen zu können, sind viele Faktoren zu berücksichtigen. Diverse Schönheitsfehler oder kleine Mankos können kostengünstig beseitigt werden und wirken sich positiv auf den Erlös aus.