Günstiger Friedenszins - die Bestimmungen

Mieten von nicht mehr als drei Euro je Quadratmeter, davon kann der österreichische Durchschnittsmieter nur träumen. Unter welchen Voraussetzungen dieser Friedenszins übernommen werden kann, unterliegt klaren Regelungen.

Eingeführt wurde der Friedenszins 1917 als ein Mieterschutz, der vor allem vor allem Soldaten und deren Familien vor Mieterhöhungen und Kündigungen bewahren sollte. Noch heute gibt es in Österreich laut Zentralverband Haus und Eigentum rund 55.000 Wohnungen (normalerweise in Zinshäusern) mit diesen sehr niedrigen Mieten von zwei bis drei Euro pro Quadratmeter. Allein in Wien befinden sich 60 bis 70 Prozent davon.

Vertragsübernahme zu Lebzeiten des Mieters

NachmieterInnen können unter bestimmten Voraussetzungen in den betreffenden Mietvertrag eintreten, je nachdem ob der bisherige Mieter die Wohnung zu Lebzeiten aufgibt oder verstirbt. Bei freiwilligem Ausscheiden können Verwandte in gerader Linie (Kinder, Eltern, Enkel), Ehepartner und Wahlkinder zu unveränderten Konditionen in den Mietvertrag eintreten. Sie müssen dafür zumindest die letzten zwei Jahre mit dem Vormieter in einem Haushalt gelebt und ein dringendes Wohnbedürfnis haben. Bei Geschwistern muss die Zeit im gemeinsamen Haushalt mindestens fünf Jahre gedauert haben.

Vertragsübernahme nach Ableben des Mieters

Bei Tod des Hauptmieters können folgende Personen in den Mietvertrag einreten, sofern sie zum Zeitpunkt des Ablebens des Hauptmieters mit diesem in einem Haushalt gelebt haben und dringender Wohnbedarf vorliegt: Verwandte in gerader Linie (Kinder, Eltern, Enkel), Ehepartner, Wahlkinder und Geschwister. Lebensgefährten können nur dann eintreten, wenn sie vor Ableben des Hauptmieters mindestens drei Jahre mit diesem im gemeinsamen Haushalt gelebt haben. Auf jeden Fall gilt bei Ableben des bisherigen Hauptmieters: Der Mietzins darf nur dann nicht erhöht werden, wenn es sich bei den eintretenden Personen um Ehepartner, Lebensgefährten oder minderjährige Kinder handelt. Bei allen anderen Personengruppen darf der Vermieter auf maximal 3,25 pro Quadratmeter erhöhen, wenn der Vertrag vor 1. März 1994 abgeschlossen wurde.


AutorIn:

Datum: 22.07.2015

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Rechtstipps

Die Rechtslage ist eindeutig. Beeinträchtigen Bleirohre im Inneren eines Hauses das Trinkwasser, unterliegen die VermieterInnen einer grundsätzlichen Behebungspflicht. Eine Mietminderung bei Nichtbeachtung ist möglich.

Dürfen Sie als MieterIn eine Schüssel an die Hauswand montieren oder diese sogar auf dem Dach installieren? Braucht es das Einverständnis der EigentümerInnen? Und wer kommt für etwaige Schäden auf? Hier die Antworten.

Miete: 800 Euro warm; Nettomiete 490 Euro plus 120 Euro Nebenkosten. Wer sich nach einer Mietwohnung umschaut, wird über diese oder ähnliche Formulierungen stolpern. Doch was bedeutet eigentlich Kalt und Warm, Brutto und Netto?

Mit dem Bauwerkvertrag wird dem Bauunternehmer der Auftrag erteilt, die im Bauwerkvertrag näher beschriebenen Leistungen verbindlich zu erbringen. Er ist mindestens so wichtig wie ein Kaufvertrag.

Mit der neuen Wohnberatung Wien ist der erste Schritt der Harmonisierung und Zusammenführung des Leistungs- und Serviceangebots des kommunalen und geförderten Wohnbaus erfolgt. Das neue Wiener Wohn-Ticket macht nun auch die Vergabe einheitlicher und einfacher.

Eine Gemeindewohnung kriegt nicht jeder. Schon allein, dass man auf die Warteliste kommt, muss man einige Voraussetzungen erfüllen. Die wichtigsten Fakten rund um Gemeindewohnungen erfahren Sie hier.

Um eine Eigentumswohnung erfolgreich verkaufen zu können, sind viele Faktoren zu berücksichtigen. Diverse Schönheitsfehler oder kleine Mankos können kostengünstig beseitigt werden und wirken sich positiv auf den Erlös aus.

In Österreich gibt es derzeit zwar keine Erbschafts- oder Schenkungssteuer, wenn Sie Ihre Immobilie aber vererben oder verschenken wollen, fallen trotzdem Steuern und Abgaben an. Womit Sie rechnen müssen, lesen Sie hier.

Sie sind MieterIn und nicht sicher, welche anfallenden Reparaturen von Ihnen persönlich bezahlt werden müssen, und wofür die WohnungseigentümerInnen zuständig sind? Wir haben die wichtigsten Reparaturposten für Sie zusammengefasst.