Hauskauf: Was der Experte rät

Der Kauf eines Eigenheimes muss gut überlegt sein. Neben den finanziellen Verpflichtungen sind anfänglich einige rechtliche Hürden zu nehmen. Welche Punkte Sie klären sollten, fasst ein Rechtsanwalt hier zusammen.

Der Kauf eines Hauses scheint für Viele zwar unkomplizierter als ein Hausbau, aber auch hier gibt es einiges zu planen und zu bedenken, bevor Sie sich zum Notar aufmachen, um den Kaufvertrag zu unterzeichnen. Der Wiener Rechtsanwalt und Experte in Sachen Immobilientransaktionen, Dr. Norbert Nowak, hat hier die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

  • Steht die geplante Finanzierung?
  • Können Förderungen übernommen werden?
  • Wann ist der Kaufpreis fällig?
  • Sind Kaufpreis und Übergabezeitpunkt klar definiert?
  • Ist die Liegenschaft grundbücherlich belastet?
  • Ist eine Sicherstellung einer allenfalls finanzierenden Bank nötig?
  • Ist der Käufer österreichischer Staatsbürger?
  • Wann erfolgt der Übergang der Zahlungen für Betriebskosten und dergleichen?
  • Können bestehende Versicherungen gekündigt werden?
  • Wie kann die Kaufpreiszahlung unter Einschaltung eines Rechtsanwaltes/Notars treuhändig abgesichert werden?
  • Wie erfolgt die grundbücherliche Eintragung des Eigentumsrechtes des Käufers?
  • Welche Zusatzkosten für die Abwicklung fallen an (zB für Kaufvertrag, treuhändische Abwicklung, Unterschriftsbeglaubigung) ?
  • Welche steuerlichen Kosten sind zu berücksichtigen?
  • Welche Ansprüche bestehen bei Einschaltung eines Immobilienmaklers?

Dies ist nur ein Auszug der wichtigsten zu berücksichtigenden Fragen. Vor jeder Kaufentscheidung sollten diese Fragen ausführlich besprochen werden. Jeder Käufer sollte darüber hinaus einen Rechtsberater seiner Wahl mit der Durchführung der gesamten Abwicklung beauftragen, damit im Nachhinein keine unliebsamen Überraschungen aufgrund eines nicht genau ausgearbeiteten Kaufvertrages auf den Käufer zukommen.

Gleiches gilt natürlich auch beim Verkauf einer Immobilie. Auch hier bestehen viele Gefahren und abzuklärende Punkte, damit ein reibungsloser Übergang und vorallem Kaufpreiserhalt garantiert ist.

 


AutorIn: (12.11.2015), ursprüngl. (02.12.2010)


Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Rechtstipps

Miete: 800 Euro warm; Nettomiete 490 Euro plus 120 Euro Nebenkosten. Wer sich nach einer Mietwohnung umschaut, wird über diese oder ähnliche Formulierungen stolpern. Doch was bedeutet eigentlich Kalt und Warm, Brutto und Netto?

Mit dem Bauwerkvertrag wird dem Bauunternehmer der Auftrag erteilt, die im Bauwerkvertrag näher beschriebenen Leistungen verbindlich zu erbringen. Er ist mindestens so wichtig wie ein Kaufvertrag.

Mieten von nicht mehr als drei Euro je Quadratmeter, davon kann der österreichische Durchschnittsmieter nur träumen. Unter welchen Voraussetzungen dieser Friedenszins übernommen werden kann, unterliegt klaren Regelungen.

In den Sommermonaten wird am meisten gebaut. Bauarbeiter sind den Witterungen dabei besonders stark ausgesetzt. Das Gesetz sieht daher bestimmte Regelungen im Bauarbeiter- Schlechtwetterentschädigungsgesetz vor, die in wetterbedingten Ausnahmesituationen zum Tragen kommen.

Mit der neuen Wohnberatung Wien ist der erste Schritt der Harmonisierung und Zusammenführung des Leistungs- und Serviceangebots des kommunalen und geförderten Wohnbaus erfolgt. Das neue Wiener Wohn-Ticket macht nun auch die Vergabe einheitlicher und einfacher.

Eine Gemeindewohnung kriegt nicht jeder. Schon allein, dass man auf die Warteliste kommt, muss man einige Voraussetzungen erfüllen. Die wichtigsten Fakten rund um Gemeindewohnungen erfahren Sie hier.

Um eine Eigentumswohnung erfolgreich verkaufen zu können, sind viele Faktoren zu berücksichtigen. Diverse Schönheitsfehler oder kleine Mankos können kostengünstig beseitigt werden und wirken sich positiv auf den Erlös aus.

In Österreich gibt es derzeit zwar keine Erbschafts- oder Schenkungssteuer, wenn Sie Ihre Immobilie aber vererben oder verschenken wollen, fallen trotzdem Steuern und Abgaben an. Womit Sie rechnen müssen, lesen Sie hier.

Sie sind MieterIn und nicht sicher, welche anfallenden Reparaturen von Ihnen persönlich bezahlt werden müssen, und wofür die WohnungseigentümerInnen zuständig sind? Wir haben die wichtigsten Reparaturposten für Sie zusammengefasst.