Eigener Brunnen? So wird das was

Selbst Grundwasser zu zapfen, ist kein großes Problem. Welche Brunnenarten es gibt, was die passende Pumpe können muss und welche Faktoren bei der Brunneninbetriebnahme und regelmäßigen Wasserentnahme zu beachten sind, erfahren Sie hier.

Sind die geologischen Voraussetzungen für den Betrieb eines Gartenbrunnens erfüllt und haben Sie auch alle rechtlichen Hürden genommen, geht es an den Brunnenbau. Sie können dabei zwischen unterschiedlichen Brunnentypen wählen.

Bohren oder schlagen?

Der wohl bekannteste ist der Schachtbrunnen à la Froschkönig. Mit seinen befestigten Wänden ist er allerdings für die Eigennutzung häufig zu aufwändig. Weitaus beliebter ist da der Bohrbrunnen, der mittels Bohrung ein Brunnenfilterrohr mit relativ geringem Durchmesser in der grundwasserführenden Bodenschicht verankert. Diese Bohrung ist in jeder gewünschten Bodentiefe möglich. Mittels Filtereinsätzen lassen sich auch die hygienischen Anforderungen leicht erfüllen.

Eine Abwandlung des Bohrbrunnens ist der so genannte Ramm- oder Schlagbrunnen, bei dem ein mit Rammspitze versehenes Metallrohr in den Boden gerammt wird. Diese Brunnenart eignet sich insbesondere zur Gartenbewässerung, ist aber nur bei einem geringen Grundwasserpegel sinnvoll, da der maximale Abstand zwischen Grundwasser und Pumpe nicht mehr als sieben Meter betragen darf.

Brunnenbohren ist Knochenarbeit

Herkömmliche Brunnenbohrer werden mit Muskelkraft bewegt und je nach Bohrtiefe ist das wirklich eine schweißtreibende Angelegenheit. ExpertInnen raten dazu, ab einer gewissen Tiefe den Bohrer zu zweit zu bedienen. Wer sich diese Arbeit ersparen möchte, sollte lieber gleich routinierte Brunnenbauer beauftragen. Je nach Bodenbeschaffenheit können Sie sich auf diese Weise bereits nach wenigen Stunden über einen eigenen Bohrbrunnen freuen.

Ein Rammbrunnen lässt sich bei entsprechend hohem Grundwasserstand deutlich leichter selbst bauen. Aber auch hier empfiehlt es sich, zumindest mit einem einfachen Erdbohrer vorzubohren. Auch motorisierte Erd- und Brunnenbohrer erfordern viel Kraft und müssen zudem sehr vorsichtig gehandhabt werden. Es besteht immer die Gefahr, dass sich der Bohrer verkantet und dann leider den Handwerker zum unfreiwilligen Rotieren bringt. Moderne Bohrer sind daher mit einer automatischen Stoppfunktion ausgestattet.

Die passende Pumpe

Bei der Pumpenwahl ist entscheidend, um welchen Brunnen es sich handelt. Rammbrunnen benötigen eine selbst ansaugende Pumpe, die in der Regel kostengünstiger ist. Früher war besonders die Handschwengelpumpe beliebt, die aber aufgrund ihrer geringen Förderleistung nur für eine gelegentliche Wasserentnahme geeignet ist. Empfehlenswerter erscheint da die selbst ansaugende Kreiselpumpe.

Pumpen mit Membrandruckkessel, auch Hauswasserwerk genannt, eignen sich insbesondere für die ständige Förderung von Brauchwasser. Moderne Hauswasserwerke verfügen mittlerweile auch über einen Trockenlaufschutz und schalten sich bei Bedarf an oder aus. Auch für aufwändigere Bohrbrunnen gibt es bestimmte Systeme wie Unterwasserpumpen, die teilweise sogar mit Windrad oder Solarzellen betrieben werden können.

Wichtiges zum Brunnenbetrieb

Alle Brunnen sind natürlich durch eine geeignete Abdeckung vor Verunreinigungen zu schützen. Dennoch ist die Lebensdauer mancher Brunnen begrenzt. Insbesondere bei Rammbrunnen gehen Fachleute von bis zu fünf Jahren aus, bis es zu einem Ausschwemmen des Bodens in das Brunnenrohr kommt. Zudem lässt die Filterwirkung im Laufe der Jahre nach, die Qualität des Wassers nimmt dann entsprechend ab.

Natürlich ist eine kontinuierliche Wasserentnahme zudem von der Ergiebigkeit des Grundwasseraufkommens abhängig. Da diese in unseren Breitengraden in der Regel hoch ist, lohnt sich der Bau eines neuen Rammbrunnens in den meisten Fällen. Die Erschließungskosten amortisieren sich jeweils nach zwei bis drei regenarmen Sommern.


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Datum: 06.04.2016

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