Gabionen: Was Sie darüber wissen sollten

Sie sperren ein oder aus, sie schützen und bewahren und in unserem Fall schauen sie einfach nur gut aus. Gabionen: zu Körben gebundene und mit Steinen gefüllte Gitterboxen. Ihr Einsatzgebiet wird immer breiter, ihre Beliebtheit immer größer.

Scherf © Scherf

Diese Gabionenwand bietet nicht nur eine Abtrennung zum anschließenden Grasland, sondern wirkt durch die zweifarbige Befüllung als dekoratives Gestaltungselement.

Im Italienischen bedeutet „la gabbione“ großer Käfig. Solche großen Gitterkäfige wurden nachweislich ab 1890 in Säulenform zur Sicherung von Uferböschungen erfolgreich eingesetzt. In der modernen Landschaftsarchitektur meint man damit einen mit unterschiedlichstem Gesteins- bzw. Glas- oder Ziegelbruch gefüllten Mauersteinkorb aus stabilem, nicht rostendem Gitterwerk.

Aus ökologischer Sicht …

Der Einsatz von Gabionen ist äußerst umweltfreundlich und hat darüber hinaus einen hohen ökologischen Nutzen.

Diese Wände aus Naturstein sind oft Lebensraum für Kleingetier und Insekten. Eidechsen, einige heimische Schlangenarten und anderes Getier nutzen die kleineren Zwischenräume der Steine häufig als Versteck. Höhlenbrüter, wie etwa die einheimischen Meisenarten, nützen größere Zwischenräume als Nistplatz, Siebenschläfer sind im Winter gerne zu Gast im „Steinhotel“ und als Uferbefestigung bietet die Gabione Unterschlupf für allerlei Amphibien. Letztlich wird sie durch Flugsamen oder gewollte Bepflanzung zur „lebenden“ Mauer und beherbergt nach relativ kurzer Zeit ein komplexes Mikrosystem.

Der Untergrund

Gabionen kommen mit jeder Bodenbeschaffenheit zurecht. Trotzdem sollte zur Sicherheit vor dem Aufbau höherer Wände ein Statiker zu Rate gezogen werden, denn bei zu weichem Boden könnten die Steinkörbe eventuell unterwaschen werden und irgendwann kippen. Die Standfestigkeit muss also in jeder Hinsicht gewährleistet sein.

Der Korb

Die Außenhülle der Gabione besteht aus verschweißten Stahldrahtgittermatten mit Drahtstärken von zirka 3,5 bis 6 Millimetern, welche als Korrosionsschutz mit einer Zink-Alu-Legierung beschichtet sind. Dadurch ist eine jahrzehntelange Lebensdauer in etwa gleichbleibender Optik gewährleistet. Das Material dunkelt im Laufe der Zeit nur etwas nach. Die Maschenweite kann variieren. Von 40 x 40 bis 100 x 100 Millimeter – je nach Größe des Füllmaterials – ist fast alles erhältlich, was sich der kreative Planer nur wünschen kann. Im Handel werden Gartengabionen zusätzlich auch PVC-beschichtet angeboten. In der rechteckigen Form sind die Gitterkörbe von 50 x 50 x 50 bis 100 x 100 x 200 Zentimetern entweder zum Selbstbau in Einzelteilen oder als bereits fertiger Korb erhältlich. Für den Selbstbau werden diverse Verbindungs- und Verschlusselemente, ebenfalls verzinkt, angeboten.

Scherf © Scherf

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Eine kleine Ortschaft in Deutschland zeigt, dass Kreuzungen auch mit Fantasie und Geschmack gestaltet werden können.

Die Formgebung

Die Gestaltungsvielfalt, die ein zu einem Behälter gebundenes Gitter ermöglicht, ist nahezu unbegrenzt. In ihrer Urform als Zylinder, später kubisch und neuzeitlich zu fantastischen Gebilden gebogen, werden die vielseitigen Behältnisse heute als Treppen, Wände, Einfriedungen und Begrenzungen, Teichumrandungen, Sitzbänke, Blumentröge, Tiergestalten, Brunnen, Zäune und und und eingesetzt. Der Kreativität ist keine Grenze gesetzt. Mit sogenannten Kurvengabionen, deren Stirnseiten konkav oder konvex geformt sind, können Zäune und Einfriedungen auch wellenförmig gestaltet werden. Selbst für eine sogenannte Kräuterspirale sind vorgefertigte Elemente in Baumärkten und Gartencenters erhältlich.

Das Füllmaterial

Die Befüllung der Gabionen erfolgt mit Bruchsteinen, Ziegel- oder Glasbruch unterschiedlicher Größe. Von Flusskiesel über Granit- und Marmorbruch bis hin zu Hartgneis- und Basaltbruch sind die Füllsteine auch in verschiedenen Farben, von Polarweiß über Schiefergrün und Donaublau bis zu Chateau-Beige und Tiefschwarz möglich.

Der Markt bietet aber auch kubische Mauersteine, die, in den Korb geschlichtet, im Endergebnis eine monolithische Wandform simulieren.

Bruchsteine werden direkt vor Ort entweder maschinell – direkt mit dem Bagger – eingebracht oder an der Sichtseite von Hand gesetzt, wobei sich auch Farb- und Materialkombinationen verwirklichen lassen. Um ein Ausbauchen des Behälters während des Befüllens zu vermeiden, bringen Sie am besten über die Sichtseite Abstützungen an, die nachher wieder entfernt werden.


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Datum: 29.03.2016

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