Gartenmöbel - Material Überblick

Moderne Outdoor-Möbel erkennt man oftmals gar nicht als solche manche würden einem luxuriösen Wohnzimmer zur Zierde gereichen. Ob Holz, Metall oder Kunststoff jedes Material erfordert einen speziellen Pflegeaufwand.

Wohin damit im Winter?

Maßgeblich für eine Kaufentscheidung ist immer auch, ob man für Gartenmöbel ein geeignetes Winterquartier hat, wo sie vor dem nasskalten Wetter geschützt stehen können oder ob man mit Abdeckungen arbeiten will. Manchen Materialien macht Kälte, Nässe und Schnee zwar grundsätzlich nichts aus, aber die Optik leidet trotzdem drunter, ein Winterschutz ist also in unseren Breiten empfehlenswert.

Qualität kostet

Zwar kann man zu Saisonende gelegentlich ein Schnäppchen ergattern, grundsätzlich hat gute Qualität aber immer ihren Preis. Das gilt ganz besonders für die textilen Auflagen. Dafür werden neuerdings auch Nano-Bezugsstoffe in Lederoptik eingesetzt. Speziell entwickelter Polsterschaum ist zum Beispiel extrem schnell trocknend, Bezüge können auf Wunsch aus wasserabweisenden Materialien gefertigt werden, wobei durch eine neuartige Verarbeitung der Nähte das Eindringen von Feuchtigkeit verhindert wird (z. B. Fa. Rausch).

Eine Frage des Stils

Gartenmöbel gibt es in vielen Stilrichtungen und aus verschiedenen Werkstoffen gefertigt. In Österreich ist Holz immer noch das beliebteste Material für Outdoormöblierungen, gefolgt von den Verkaufshits der letzten Jahre, den Aluminiummodellen. Je moderner Haus und Garten, desto öfter kommen Geflechte aus Kunststoff zum Einsatz. Im folgenden nun ein Überblick über die wichtigsten Möbelmaterialien.


Heimische Hölzer

Möbel aus heimischen Hölzern passen am besten zu Landhausgärten. Kiefer und Lärche sind hier die Bestseller, Eiche die Oberklasse. Holz arbeitet in freier Natur noch mehr als in Innenräumen, es neigt zu Rissen und Absplitterungen. Die Oberfläche muss behandelt und gepflegt werden. Holzschutzanstriche sind gegen Schädlingsbefall und Pilze unbedingt notwendig und müssen immer wieder erneuert werden. Ausgenommen sind nur kesseldruckimprägnierte (KDI) Hölzer, die sind – je nach Qualität – für bis zu 30 Jahre geschützt. Leichte Verschmutzungen entfernt man mit lauwarmem Wasser, eventuell einer Bürste. Einige Tropfen nicht scheuernden Reinigungsmittels dürfen schon sein. Sind die Verschmutzungen ärger, kann ein spezieller Holzreiniger zum Einsatz kommen.


Exotische Hölzer

Hat der Garten ein mediterranes Flair, eignen sich exotische Hölzer hervorragend zur Möblierung. Sehr beliebt und allseits bekannt sind Garten- und Terrassenmöbel aus Teakholz. In den letzten Jahren haben ihnen allerdings Robinie und Akazie fast den Rang abgelaufen, dicht gefolgt von Eukalyptus. Diese Hölzer stammen vorwiegend aus Plantagen. Trotzdem sollte man sich den Kauf dieser Hölzer gut überlegen, denn die Monokulturen, in denen sie angepflanzt werden, sind schädlich für die Umwelt und bieten keinen natürlichen Lebensraum für die Tierwelt. Handel und Verarbeitung von wild wachsenden Stämmen ist meist verboten.

Behandelt werden müssen diese Hölzer nicht unbedingt, die silberfarbige Patina, die schon nach wenigen Monaten im Freien entsteht, beeinträchtigt die Qualität nicht und gilt als charakteristisch für diese edlen Hölzer. Wer die ursprünglichen Brauntöne erhalten will, muss alljährlich mit Teaköl nachbehandeln. Gereinigt wird wie beim einheimischen Holz.


Aluminium

Die Leichtgewichte unter den Outtoormöbeln sind aus Aluminium gefertigt und passen gut in moderne und zeitlos gestaltete Gärten. Das Material ist dennoch sehr stabil, lässt sich relativ einfach bearbeiten und so sehr modern und ergonomisch formen. Die Oberfläche wird bereits werkseitig meist durch Pulverbeschichtung veredelt und dadurch wetterresistent und pflegeleicht. Ein milder Reiniger und ein Schwamm reichen schon zum Saubermachen, kleine Kratzer in der Oberfläche beseitigt man mit einem passenden Lackstift. Wie für alle Metallmöbel benötigt man unbedingt Sitzpolster und Tischwäsche, da sich das Material in der Sonne extrem aufheizt und man sich daran leicht verbrennen kann. Überwintern unbedingt in einem trockenen Raum!


Eisen

Neben Holz zählt Eisen zu den wohl ältesten Materialien für Tisch und Bank im Freien. Es lässt sich einfach bearbeiten, ohne Oberflächenschutz würde es aber durch Luftfeuchtigkeit und Regen rosten. So werden Eisenmöbel in der Regel einbrennlackiert oder gesintert. Wird Eisen geschmiedet ist es auch unbehandelt relativ korrosionsbeständig und muss nicht extra behandelt werden. Gereinigt werden Eisenmöbel mit einem feuchten Tuch oder Schwamm und einem milden Reinigungsmittel ohne Scheuerzusatz. Beschädigungen in der Oberfläche müssen schnell ausgebessert werden, am besten durch leichtes Anschleifen und Überstreichen.

Eisen- und Schmiedeeisenmöbel passen gut in klassische Gärten, sind aber – im wahrsten Sinne des Wortes – nur schwer zu transportieren und bequem sind sie ausschließlich mit dicken, weichen Pölstern. Achtung: bei Sonneneinstrahlung werden sie sehr heiß!


Edelstahl

Unverwüstlich, elegant aber pflegeintensiv präsentieren sich Möbel aus Edelstahl. Das Schöne daran: sie können, ob der Stabilität des Materials, sehr fein und filigran gearbeitet werden. Auf glänzender Oberfläche sieht man jeden Fingertapser. Ist die Oberfläche jedoch matt gebürstet, ist sie weniger empfindlich. Auch hier schützen Polsterauflagen und Tischtuch vor Verbrennungen. Edelstahlmöbel müssen regelmäßig mit einem speziellen Pflegemittel gereinigt und poliert werden, um eine schöne, gepflegte Optik zu erhalten.

Sehr elegant wirken die modernen Kombinationen von Metall mit Holz oder Metall und Glas. Sie passen am besten in moderne, minimalistische Gärten.


Geflecht

Sehr geradlinig kommen die modernen Geflechtmöbel daher. Sie sind UV- und farbstabil, witterungsbeständig und extrem pflegeleicht. Meist wird das durchgefärbte, hochwertige und PVC-freie Kunststoffmaterial in Europa hergestellt, zum Flechten aber in asiatische Länder verschifft, wo Frauen und Männer traditionell Flechtkünstler sind. Selbst in dunklen Farben heizt sich das Material in der Sonne nicht auf und bleibt auch nach vielen Temperaturwechseln immer noch flexibel. Dicke Polsterungen machen dieses Gartenenterieur noch bequemer. Für die Pflege gibt es ein spezielles Reinigungskonzentrat, das aufgesprüht wird und einwirken soll. Danach entfernt man mit einem feuchten Tuch und Wasser die gelösten Verschmutzungen. Selbst Fette, Nikotin, sogar Tee-, Kaffe- und Kugelschreiberflecken lassen sich so rückstandslos entfernen.


Kunststoff

Auch wenn dem billigen Monoblock seitens der Gartenfreunde eine strikte Absage erteilt wurde, hochwertige Kunststoffmöbel finden immer wieder Absatz. Ihre glatte Oberfläche macht sie pflegeleicht und ist das Material durchgefärbt, verändert sich die Farbgebung kaum. Moderne Kunststoffmöbel können auf Versteifungsrippen verzichten und bieten daher keine Ecken und Winkel mehr, in denen sich Spinnen heimisch fühlen. Für die Reinigung reicht meist ein mildes Reinigungsmittel, Wasser und ein Schwamm. Die Besten der Besten verfügen über eine Oberfläche mit Lotuseffekt, die sich praktisch selber säubert. Sitzpolster sind ein Muss, da man im direkten Hautkontakt mit dem Kunststoff schnell zu Schwitzen beginnt.


GFK

In der Königsklasse der Kunststoffmöbel findet man glasfaserverstärkte Objekte. Dieses Material lässt sich zu Möbelskulpturen formen und widersteht jeder Witterung. Man darf gespannt sein, was uns Möbeldesigner in nächster Zeit daraus präsentieren werden.


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Datum: 02.04.2012

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