Dachgarten: Alles zu Planung und Anlage

Sie möchten einen Garten auf Ihrem Flachdach anlegen? Dann steht Ihnen ein mitunter langer bürokratischer Weg bevor. Von der Genehmigung der Nachbarn bis zum Besuch bei der Baupolizei - hier ein Überblick.

Ein Garten mitten in der Großstadt ist für viele Menschen ein unerfüllbarer Traum. Asphaltierte Höfe ohne jedes Grün und mit grauer Teerpappe belegte Dächer sind die Realität. Will man dem tristen Grau der Dächer entkommen, ist Eigeninitiative gefragt. Das Wiener Grün-­­dachpotenzialkataster zeigt, ob das ins Auge gefasste Dach auch für eine als Dachbegrünung geeignete Fläche ausgewiesen wird. Für die Begrünung eignen sich zwei Sorten von Dächern: Flachdächer bis fünf Grad Neigung für intensive und extensive Bepflanzung, flach geneigte Dächer bis 30 Grad für extensive Gründachnutzung. Die Größe für eine geeignete Dachfläche beträgt in beiden Fällen mindestens fünf Quadratmeter. Für einen richtigen Garten mit Bäumen und Sträuchern ist eine Erdschicht von mindestens 26 cm erforderlich, plant man eine Bepflanzung aus Sedum, Kräutern und Gräsern, reichen schon acht cm aus.

Genehmigungen einholen!

Alle Eigentümer des Hauses, zu dem das Dach gehört, müssen am vom Architekten oder Baumeister gefertigten Einreichplan unterschreiben. Verweigert nur ein Miteigentümer seine Zustimmung, ist der Traum vom Garten geplatzt. Der Einreichplan ist mit sämtlichen Unterschriften und einem Statischen Gutachten bei der Baupolizei einzureichen.

Ulrike Biberschick © Ulrike Biberschick

Das Erdsubstrat wird mittels Schlauch auf das Dach geblasen.

Die Baupolizei legt einen Termin für eine Bauverhandlung fest, bei der auch noch alle unmittelbaren Anrainer die Möglichkeit haben, Einspruch einzulegen. Sind alle Einwände ausgeräumt, darf man mit einem positiven Baubescheid rechnen.

Ulrike Biberschick © Ulrike Biberschick

Auf das Substrat wurde im Herbst ein Rollrasen verlegt.

Im Idealfall wird ein Gartenbauunternehmen mit der Ausführung beauftragt und gleichzeitig ein Antrag auf Förderung bei den Wiener Stadtgärten (MA 42) eingereicht. Die Stadt Wien fördert begrünte Dächer mit bis zu 2.500 Euro, abhängig von der durchwurzelbaren Aufbaudicke des Substrats. Ein Anspruch auf Förderung besteht jedoch nicht.

Geeignete Pflanzen: Goldlauch, Glockenblume, Wegwarte, Johanniskraut, Ysop, Schwertlilie, Iris, (Wiesen)-Salbei, Thymian, Oregano, Königskerze, Zittergras, Perlgras, Federgras, Wacholder, Sommeraster, Zwergaster, Lavendel, Blauköpfchen, Küchenschelle, Fetthenne, Efeu,...

Geeignete Gehölze: Felsenbirne, Schmetterlingsstrauch, Buchsbaum, Kornelkirsche, Ginster, Zierapfel, Rosen,...

Ulrike Biberschick © Ulrike Biberschick

Der neue Blick aus dem Fenster: Im darauffolgenden Herbst ist die Pflanzung fast beendet.


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Datum: 29.03.2017

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