Der Naturgarten

Der Natur wieder Platz geben, zahlreichen, seltener werdenden Tieren und Pflanzen einen natürlichen Lebensraum und Rückzugsort zur Verfügung stellen. Einfach eins sein mit der Natur - das macht den Naturgarten aus.

Naturnahe Gärten müssen nicht verwildert oder waldähnlich ausfallen, sie können durchaus auch familienfreundlich und praktisch "nutzbar" gestaltet sein. Nicht zuletzt weil die Variante des Wildgartens gerade für die angrenzenden Nachbarn zur Herausforderung werden kann. Eine gute Mischung ist also wohl die interessanteste und realistischste Lösung für den Privatbereich.

Eduard Kyslynskyy/shutterstock.com © Eduard Kyslynskyy/shutterstock.com

Die "wilde" Variante

Aus ökologischer Sicht ist der Wildgarten besonders empfehlenswert. Ausschließlich heimische Wildpflanzen locken heimische Wildtiere, Insekten und Krabbler an. Den Garten sich selbst überlassen funktioniert aber nicht. Mitunter steckt in diesem Gartentyp sogar mehr Arbeit als in so manchem Ziergarten. Auch sollte Ihnen klar sein, dass die wilden Besucher - von Spitzmaus und Wühlmaus über Maikäfer und zahlreiche Spinnentiere bis hin zur unendlichen Vielfalt an Insekten wie Bienen, Hornissen, Wespen und Schmetterlingen Zäune und Hecken als Grenze oder Barriere nicht anerkennen, und sich entsprechend auch auf die Nachbargrundstücke "verirren"... besser also, wenn auch Ihr Nachbar ein ausgesprochener Naturliebhaber ist.

FotograFFF/shutterstock.com © FotograFFF/shutterstock.com

Der naturnahe Garten

Als eine Art gezähmter Urwald könnte die abgeschwächte Form des Wildgartens, der eigentliche Naturgarten oder Ökogarten, bezeichnet werden. Um diesen Gartentyp authentisch umzusetzen, müssen Sie aber nicht gleich ganze Wälder oder Feuchtgebiete nachbauen, es reicht, den Garten für die Flora und Fauna einladend zu gestalten, ihn einfach so natürlich wie möglich zu halten. Setzen Sie dafür auf heimische Pflanzen. Ziel ist es, auf nachhaltige Weise zu bebauen und dabei besonders schonend mit den Ressourcen Wasser und Boden umzugehen. Alles Material - organisch wie mineralisch - soll sich möglichst im Kreislauf befinden, die daraus erschaffenen Elemente sich selbst regulieren.

Im Naturgarten finden sich vor allem heimische Pflanzen, die eher wenig Pflege brauchen, da sie perfekt an ihr Lebensumfeld angepasst, ja in dieses integriert sind. Sie sind zwar durchaus auch zu den Zierpflanzen zu zählen, haben aber einen Mehrwert für die Tiere, weil sie Nektar, Pollen und Früchte liefern. Wildgehölze und Beeren wie Weiß- oder Rotdorn dürfen daher in diesem Gartentyp nicht fehlen. Sie geben den Vögeln fast das ganze Jahr über Nahrung und bieten aufgrund ihrer Wuchsart Unterschlupf und Rückzugsmöglichkeiten.

Bäume gibt es im naturnahen Garten eher wenige, wenn Sie aber welche möchten, dann greifen Sie zu langsam wachsenden Sorten, die eher klein bleiben. Dominieren sollten im Ökogarten vielmehr Flächen mit Bodendeckern, die Unterschlupf und Schutz bieten.

Natnan Srisuwan/shutterstock.com © Natnan Srisuwan/shutterstock.com

Den Naturgarten einrichten

Die Sitzmöbel sind aus möglichst naturbelassenem Holz, die Terrasse aus Naturstein oder einfachen Betonplatten gepflastert. Für Sonnenschutz im Naturgarten sorgt ein kleiner Baum oder großer Strauch. Künstliche Beschattung schaffen Sie mit einem raffbaren Leinensegel, das auf ein Holzgestell gespannt wird. Nicht fehlen sollten Rankgitter für verschiedenste Kletterpflanzen, die an der Hauswand angebracht oder frei als zusätzlicher Sichtschutz aufgestellt werden. Auf den Grill brauchen Sie nicht zu verzichten, besonders harmonisch wirkt eine gemauerte Variante oder die offene Feuerstelle mit Gitterrost. Möglichst wilde Hecken, die erwähnten Trockenmauern oder Lärchenzäune bilden die Einfriedungen und der Rasen ist eher Blumenwiese denn Fußballfeld. Der durch Steine oder Holzbretter begrenzte Komposthaufen darf natürlich auch nicht fehlen, er bietet zahlreichem Getier eine Heimat.


AutorIn:

Datum: 03.06.2016

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Gartentypen

Rosmarin mag Rosen, Thymian vergrämt Schnecken und Dill Blattläuse. Und wie schneidet man eigentlich Basilikum und Schnittlauch richtig? wohnnet.at verrät die Kräutergeheimnisse.

Traum Dachgarten: Statisches Gutachten, Einreichplan, Einverständnis der Nachbarn, Bewilligung der Baupolizei, Förderungen. Es gilt eine Menge zu beachten.

Der Begriff ist weitgehend bekannt und doch oft missverstanden: Feng Shui – die fernöstliche Lehre von der Harmonie zwischen dem Menschen und seiner Umgebung. Und so berücksichtigen Sie Feng Shui in Ihrem Garten...

Die Geschichte des Gartens geht bis auf die alten Ägypter zurück: Bereits 1.300 vor Christus wurden von den antiken Völkern erste Ziergärten errichtet. Nach heute zählen historische Gärten zu den schönsten überhaupt.

Auf den zweiten Blick bieten schwierige Hanggärten die einmalige Chance, einen abwechslungsreichen Garten aus verschiedenen Gartenzimmern anzulegen. Der Garten kann in kleine Bereiche gegliedert und danach terrassiert werden.

Es kann nicht überall die Sonne scheinen - muß sie auch nicht, denn es gibt Pflanzen, die halbschattige oder gar vollschattige Standorte ohnehin bevorzugen. Wie zum Beispiel Hortensien.

Das wichtige an Sandböden ist: man muss dafür sorgen das die Pflanzen nicht verdursten oder verhungern.

Klein aber fein! Minigärten sind eigentlich gar keine wirklichen Problemgärten. Mit dem richtigen Know-how und einer den Umständen angepaßten Gartenplanung werden sie zu kleinen, aber dafür auch weniger pflegeaufwendigen Grünoasen.