Ungebetene Gäste: Flöhe bei Katzen

Das Kuscheln ist für viele Tierhalter einer der schönsten Momente mit der geliebten Katze. Nach ausgiebigen Streifzügen einer Katze mit Zugang ins Freie finden sich beim Streicheln aber oft kleine Störenfriede: Flöhe.

Vierbeiner bringen diese Parasiten häufig von ihren Ausflügen in den Garten oder in das umliegende Gebiet (Wälder, Felder, Wiesen etc.) mit. Flöhe lauern überall da, wo Mensch und Tier in der Natur unterwegs sind: durch ihre gewaltige Sprungkraft überwinden sie mühelos die Distanz zu vorbeikommenden Zwei- und Vierbeinern.

Endlich Sonne

Wenn der Frühling mit seinen steigenden Temperaturen einzieht, weckt das nicht nur die Lebensgeister in uns Menschen und unseren Katzen. Flöhe werden jetzt ebenfalls aktiv. Die lästigen Biester können allergische Reaktionen auslösen (Flohspeichelallergie) und Hautentzündungen (Dermatitis) verursachen. Diese Parasiten sind Schmarotzer, die sich vom Blut ihrer Wirtstiere ernähren.

Flöhe sind in Mitteleuropa ganzjährig aktiv und können von Menschen als „blinde Passagiere“ zur Wohnungskatze nach Hause getragen werden, wo sie sich vor allem im Winter gerne niederlassen und verbreiten.

Wirksamer Schutz

Es gibt viele Präparate, die vor Flöhen und Zecken schützen: praktische Spot-ons, Sprays oder Halsbänder. Für einen nachhaltigen Schutz vor Flöhen und Zecken sind eine schnell eintretende und lang anhaltende Wirkung wichtig. Ihre Tierarztpraxis berät Sie gerne, welche Mittel Ihre Katze optimal vor Ungeziefer bewahrt. Tragen Sie beispielsweise die Flüssigkeit eines Spot-on abends an der Schädelbasis Ihres Tieres auf, so kann die Katze die Lösung selbst nicht ablecken. Das Präparat trocknet innerhalb weniger Stunden.

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© Prof. Dr. H. Mehlhorn, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf/Deutschland

Unbedingt vorsorgen

Da eine umfassende Flohbeseitigung nicht nur auf dem befallenen Tier, sondern insbesondere im betroffenen Heim sehr aufwändig und zeitintensiv ist (Kammerjäger), sollten Sie einer Vorbeugung großen Augenmerk zukommen lassen. Denn speziell in der warmen Jahreszeit fühlen sich Parasiten tierisch wohl und lauern auf Wirtstiere, aber ebenso auf sich in der Natur aufhaltende Menschen. Der Floh als „Minivampir“ kann Bakterien einschleppen und gilt als Zwischenwirt für den Gurkenbandwurm, einen anderen Parasiten für Katzen.

Seppo Saari © Seppo Saari

Eine Säuberung der mit Flöhen kontaminierten Teppiche, Matratzen, Möbel und Tapeten ist deshalb wesentlich, da sich 95 % der Flohpopulation, nämlich Larven, Eier und Puppen, nicht direkt auf dem Tier befinden und eine unsichtbare Quelle für den Neubefall darstellen. Die umfassende Reinigung gelingt am besten durch intensives Staubsaugen, Dampfreinigen, Waschen, Einfrieren und Wischen. Damit werden die verschiedenen Entwicklungsstadien der Flöhe bekämpft. Denn ein Floh kommt selten allein!

Weitere Informationen finden Sie auf www.zecken-und-flohfrei.de. Hier können Sie sich auch Webinare zu den Themen „Flohbefall bei Hund und Katze“, „Entspannt mit der Katze zum Tierarzt“ oder „Katzenerziehung? Klar geht das!“ von veterinärmedizinischen Referenten ansehen.


Autor:

Datum: 03.05.2017

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