Was tun gegen Unkraut?

Auch wenn der Begriff Unkraut irreführend ist, nicht alles was im Garten wächst soll auch dort gedeihen. Wir zeigen, was Sie gegen Wildwuchs tun können und warum so manche als Unkraut deklarierte Pflanze doch ganz nützlich ist.

Eigentlich ist Unkraut gar nicht unbedingt ein "Un-Kraut" – schon alleine, weil nicht alle unliebsamen Pflanzen aus der Gattung der Kräuter kommen. Das Wort „Wildpflanzen“, als Gegenteil von den kultivierten Zuchtpflanzen (zu denen Zierarten ebenso wie Nutzarten gehören), passt da schon eher. Ist Ihr Garten von solchen wilden Pflanzen bevölkert, sollten Sie genau hinschauen, bevor Sie sich an die komplette Vernichtung aller ungewollten Pflanzengäste machen. Denn so manche Unkräuter sind gar nicht so unnötig und unnütz. Und was noch wichtiger ist: sie können ein Indikator für Mangelerscheinungen Ihres Gartenbodens sein.

Auf saurem Boden gedeiht gerne Moos

Ein gepflegter Rasen ist zweifelsohne ein schönes Aushängeschild. Wächst auf ihm zu viel Moos anstelle von Gras, ist das ein Anzeichen für zu sauren Boden. Vertikutieren und anschließendes Einarbeiten von Kalk und Sand wirken gut dagegen. Außerdem schützt die regelmäßige Pflege Ihres Rasens überhaupt vor Vermoosung und anderen unerwünschten Wildpflanzen. Zuviel Klee rücken Sie zum Beispiel mit Hilfe von stickstoffhaltigem Dünger zu Leibe. Löwenzahn können Sie durch das Abschneiden der Blüten (noch vor der Fruchtreife) prophylaktisch eindämmen. Mulchen oder eine Schicht Stroh im Blumen- oder Gemüsebeet hemmen ebenfalls das Unkrautwachstum.

13Smile/shutterstock.com © 13Smile/shutterstock.com

Nicht in den Kompost sondern in den Smoothie

Wichtig zu wissen ist, dass nicht jede Wildpflanze gleich auch ein Störenfried im Garten ist. Brennnesseln mögen zwar bei Berührung sehr unangenehm sein, Brennnesseljauche gibt aber einen biologisch einwandfreien Dünger ab. Für Schmetterlingsraupen sind sie ein wichtiges Grundnahrungsmittel und wer hat nicht gerne einen Rotklee-Bläuling oder ein Tagpfauenauge über seiner Terrasse schweben? Außerdem ergeben sie einen heilsamen Tee und eignen sich mit ihrem nussigen Geschmack auch hervorragend für Suppen oder Salate. Löwenzahn, Gänseblümchen, Knoblauchsrauke oder Hirtentäschel, alle als Unkraut verrufen, sind ebenfalls essbar. Sauerampfer, Vogelmiere oder Gundermann lassen sich ideal in einen grünen Smoothie zugeben.

Wenn es wuchert, muss es raus

Natürlich hilft der gesündeste Nebeneffekt nichts, wenn durch das Wurzelwerk der „Unkräuter“ den anderen Pflanzen das Wasser entzogen wird oder sie im wahrsten Wortsinne in den Schatten gestellt werden. Das natürlichste und bei geringerem Befall effektivste Mittel ist das Jäten. Bei tiefergehenden Wurzeln werden mit Hilfe eines Unkrautstechers sehr gute Ergebnisse erzielt. Zwischenräume bei Wegen oder Terrassen können mit einem Fugenkratzer bearbeitet werden. Kochendes Wasser auf die ungebetenen Gäste gießen, trocknen lassen und dann die Reste entfernen funktioniert ebenfalls sehr gut. Andere, industriell hergestellte Unkrautvernichtungsmittel gibt es im Handel. Doch geben Sie unbedingt biologisch abbaubaren Produkten den Vorzug! Vor allem, wenn Sie Kinder oder Haustiere haben, die im Garten spielen. Herbizide sollten nur im allergrößten Notfall und als Ultima Ratio in Betracht kommen.


AutorIn:

Datum: 09.05.2016

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Schädlinge und Nützlinge

Ärgern Sie sich auch Jahr für Jahr über den Salat, der gestern noch frisch-grün aus der Erde schaute und heute schon wieder abgefressen ist? Hier finden Sie Tipps und Tricks wie Sie den Biestern zu Leibe rücken können.

Insektenhotels sind ein künstlich geschaffener Nist- und Überwinterungsplatz für Nützlinge verschiedenster Art. Diese hausähnlichen Gebilde bestehen aus mehreren Stockwerken und einem Dach. Sie können gekauft oder selbst gebaut werden.

Als natürliches Antibiotikum ist er vielen bereits bekannt. Doch Knoblauch ist nicht nur ein sehr gesundes Lebensmittel,er gilt auch nicht umsonst als der beste Freund des Gärtners.

Die Schmetterlingsraupe des asiatischen Zünslers ist ein wahrer Buchsbaum-Killer. Leider helfen bei einem Befall selbst chemische Keulen nicht mehr viel. Was sie wirklich tun können, erfahren Sie hier.

Der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln ist für Mensch, Tier und Umwelt problematisch. Viel sinnvoller ist es, Nützlinge im eigenen Garten zu fördern und natürliche Mittel zur Schädlingsbekämpfung einzusetzen.

Sie arbeiten unterirdisch, lassen sich nur ungern blicken, und sind schwer zu fangen. Lesen Sie hier, was Sie tun können, um die ungebetenen Gäste aus dem Garten zu vertreiben oder zu beseitigen, sei's mechanisch oder chemisch.

Für manche mögen Sie süß aussehen, zu Gesicht bekommt man sie aber ohnedies nicht: Die Rede ist von Wühlmäusen, die mit ihrem unterirdischen Treiben erheblichen Schaden an Pflanzen und Rasen verursachen, und Kleingärtner zum Verzweifeln bringen können.

Mit der schönen Jahreszeit kommt auch die Freude auf den eigenen Garten. Doch nicht nur Garten- und Terassenbesitzer erfreuen sich an neuen Pflanzen - auch die Schädlinge wie der Rüsselkäfer. Lesen Sie hier, was Sie dagegen tun können.

Die Liste der Geheimrezepte gegen Schnecken ist groß und manche Maßnahme zur Schneckenbekämpfung ist einmal erfolgreich, während sie unter anderen Bedingungen kläglich versagen kann.