Umfassender Belastungstest
In den Prüfhallen der Wiener MA 39 konnte man sich nun von der Belastbarkeit des Lawinenschutzfensters überzeugen: "Der Test für Lawinenschutzfenster besteht aus insgesamt drei Teilprüfungen und simuliert den Abgang einer Lawine. Die Prüfung ist dann positiv, wenn bei keinem der Tests ein Messstab mit einem Durchmesser von 10 mm durche eine Öffnung passt." erklärt Ing. Michael Chval von der Magistratsabteilung.
Entsprechend den verschiedenen Belastungsklassen werden die Fenster mehreren Prüfungen unterzogen. Dies reicht vom "Beschuss" des Glases mit gefüllten Lederbällen aus bis zu 6 Metern, über den Aufprall einer 4 kg schweren Stahlkugel bis zur statischen Flächenbelastung: Hier wird ein Druck von bis zu 1,5 Tonnen / m² innerhalb von 60 Sekunden aufgebaut, um dann ebenso lange gehalten zu werden. Dabei darf sich keine Öffnung bilden. Das vor versammelter Journalistenschaar geprüfte Element hielt den Belastungen jedenfalls beeindruckend stand.
Technologischer Vorsprung
Mit der Anschaffung eines lawinensicheren Fensters ist es freilich nicht getan. Dieses muß von geschulten Fachleuten eingabaut, und etwa jährlich gewartet werden. Nur dann ist entsprechender Lawinenschutz gewährleistet.
Auch Hochwasser-Fenster sind ähnlich aufgebaut und müssen Belastungstests standhalten. Ein fixer Anschlag beim Flügel soll Wassereintritt verhindern, das Fenster muß ebenfalls eine Belastung von 1.500 kg/m² aushalten.
Von der geleisteten Forschungsarbeit und den Investitionen in die entsprechenden Technologien kann auch einiges in die Produktion herkömmlicher Fenster "mitgenommen" werden, wie Rudolf Pfisterer weiß: "Es verhält sich wie bei den Autoherstellern, die etwa Kompetenzen aus dem Motorsport auch in der Serienfertigung einsetzen können."