Die große Dürre ist vorbei
Der Möbelmarkt war in den letzten Jahren schwer gebeutelt. Die wirtschaftliche Situation verleidete den Konsumenten die Lust am Möbelkauf. Wie in den meisten Branchen sind es vor allem die kleineren, unattraktiv gewordenen Standorte, die dem harten Verdrängungswettbewerb immer weniger standhalten können. Während die Marktführer - wenn auch geringe - Umsatzzuwächse verbuchen können, müssen die kleineren, nicht filialisierten oder kooperierenden Unternehmen Rückgänge hinnehmen. Dies betrifft vor allem die klassischen, alteingesessenen Möbelhäuser. Sehr gute Entwicklungschancen für die "Kleinen" gibt es hingegen im exklusiven Bereich, mit designorientierten, innerstädtischen Betriebstypen.
Flexibilität ist gefragt und macht sich bezahlt
Gerade die großen, filialisierten Möbelhäuser haben sich an die Entwicklung der letzten Jahre angepasst und die Produktlinie stark erweitert: Ein beträchtlicher Teil der Umsätze wird mit Accessoires und Zubehör getätigt. Die Umsatzzuwächse des letzten Jahres resultieren nicht mehr aus dem Kerngeschäft "Möbel", sondern aus den immer mehr werdenden Ergänzungssortimenten.
Produktivität
Der durchschnittliche Quadratmeterumsatz (€/m2 Verkaufsfläche) betrug im Vorjahr 1.453 €. Dies bedeutet eine leichte Steigerung im Vergleich zu 2003, wo er bei 1.437 € lag. Für viele der kleinen und mittleren Anbieter bedeutet der leichte Zuwachs jedoch keinen Grund zur Freude: Das Umsatzplus ergibt sich teilweise durch die Verteilung der Umsätze auf immer weniger Outlets. Von 2.782 Outlets 2002 über 2.610 Outlets 2003 ist die Zahl 2004 auf 2.563 Outlets gesunken.
Expansion in Österreich ist "out"
In Österreich sind die Verkaufsflächen des Möbelhandels im Vergleich zum Vorjahr trotz rückläufiger Outletzahlen leicht gestiegen. Dies ergibt sich aber nicht aus der Eröffnung neuer Standorte. Die großen Marktteilnehmer (Ikea, Lutz, Leiner) bauen vielmehr bestehende Standpunkte permanent um und erweitern diese auch, die Expansion in Österreich kann jedoch als weitgehend abgeschlossen betrachtet werden.