Nachfrage nach Sonnenschutz wächst stärker als Fenstermarkt
Mit einem Plus von 4,1% gegenüber dem Vorjahr wächst der Markt für Sonnenschutz stärker als der Fenstermarkt (2007: plus 2,7%). Hauptgrund dafür sind verstärkte Anstrengungen zur Optimierung der Energieeffizienz von Gebäuden.
Sonnenschutz nimmt dabei eine immer wichtigere Funktion ein, analysieren KREUTZER FISCHER & PARTNER in einer aktuellen Studie.
2007 war ein Sonnenjahr für die Beschattungsbranche. Insgesamt wurden fast eine Million Stück Sonnenschutz-Produkte verkauft. Das ist ein Plus von 4,1% gegenüber dem Vorjahr. Damit stieg die Nachfrage stärker als jene nach Fenstern, die naturgemäß eng miteinander korrelieren.
Die Gründe dafür sind vielfältig: Bei Neubauten wird durch geänderte Bauweisen immer häufiger schon bei der Planung auf die optimale Nutzung des Sonnenlichts geachtet. Die Folgen sind größere Fenster und mehr Sonnenschutzprodukte pro Fenster (innen- und außenliegender Schutz). Außerdem steigt die Zahl der Fenster pro Gebäude, an denen Beschattungsprodukte angebracht werden. Die Niedrigenergie- bzw. Passivbauweisen forcieren diesen Trend zusätzlich, weil Sonnenschutz einen wertvollen Beitrag zur Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden leistet bzw. zur Erreichung der geforderten Standards oft unabdingbar ist. Ein weiterer Grund ist der ungebrochene Boom zu Glasfassaden im Nicht-Wohnbau. Aus energietechnischen Gründen ist bei Glasfassaden ein außenliegender Sonnenschutz zwingend notwendig.
Für die Zukunft
Auch die Aussichten für die kommenden Jahre sind sonnig. Aufgrund einer anhaltend aufstrebenden Bauwirtschaft (Fenstermarkt), einer weiter wachsenden Bedeutung des Nachrüstungsgeschäftes und voraussichtlich schärferer Bestimmungen hinsichtlich der Energiekennzahlen bei Ganzglasfassaden erwartet man bei Kreutzer, Fischer & Partner ein Marktwachstum um die 4% p.a..
Alternativen zu Rollläden und Jalousien gewinnen
Die wichtigsten Produktgruppen sind nach wie vor Rollläden und Raffstore im Außenbereich, wobei Raffstore und Außenjalousien mit +5,6% gegenüber dem Vorjahr doppelt so rasch wuchsen wie starre Rollläden. Der Vorteil liegt in der Beweglichkeit der Sonnenschutzsysteme. Das Licht kann je nach Wunsch und Stimmung reguliert werden. Ein weiterer Vorteil der Raffstore: Aufgrund der Montage auf Putz wird das Mauerwerk im Gegensatz zu den Rollläden nicht geschwächt. Dies ist vor allem bei Passiv- und Niedrigenergiehäusern ein ausschlaggebender Faktor.
Im Innenbereich substituieren Produkte wie Plissees und Vertikaljalousien immer mehr die klassischen Innenjalousien. Diese Alternativprodukte erreichten 2007 einen Anteil von 18,4% (+7,7% 2006). Treiber sind auch hier die größeren Gestaltungsmöglichkeiten für den Konsumenten. Automatisierte Sonnensegel boomen, die Stückzahl bleibt in Österreich allerdings noch sehr beschränkt (rd. 550 Stück/Jahr).