Natursteinpflasterungen von Wegen und Straßen wurden schon seit Jahrtausenden durchgeführt. In der Antike gepflasterte Straßen, welche extremen Witterungsverhältnissen ausgesetzt waren, sind heute noch intakt. Die Herstellung von Pflasterungen ist gegenüber bituminösen Oberflächen kostenintensiver.
Pflasterungen wurden daher wegen der Kosten, aber auch aus Sicherheitsgründen, durch asphaltierte Oberflächen verdrängt und vorwiegend im privaten Bereich (aus Gestaltungsgründen) eingesetzt. In innerstädtischen Bereichen, wie z.B. in Fußgängerzonen, aber auch in historischen Stadtbereichen, erlebten Pflasterungen in den letzten Jahrzehnten eine Renaissance.
Verlegung
- Verlegepläne sind wegen der Vielfalt der Verlegungsmöglichkeiten ist die Festlegung der Verlegung ein wichtiger Punkt vor Beginn der Arbeiten. Es empfiehlt sich für eine optimale Gestaltung Verlegepläne anzufertigen die besonders Rücksicht auf das jeweils verwendete Steinformat nimmt um teure Sondersteine bzw. Steinschnitte zu vermeiden.
- Wenn nicht vom Hersteller der Pflasterungen für seine Produkte eine Verleganleitung vorliegt so erfolgt die Verlegung in einem 3 bis 5 cm dicken Sandbett aus Sand oder Splitt auf vorhandener, höhengerechter und mechanisch stabilisierter Tragschicht oder auf vorhandenem Betonuntergrund. Nach dem Verlegen der Steine oder Platten mit vorgeschriebener Fugenbreite wird nicht kalkhältiger Fugensand mit geringem Feinanteil in die Fugen eingekehrt und der Steinbelag mit einer Rüttelplatte eingerüttelt. Bei gefärbter bzw. strukturierter Oberfläche muss ein Rüttler mit Gummiauflage verwendet werden. Plattenbeläge dürfen nicht mit dem Rüttler behandelt werden sondern sind mit einem Gummihammer abzuklopfen. Danach werden die Fugen nochmals mit Sand vollgefüllt.
- Bei einer Mörtelbettverlegung werden die Steine oder Platten in einem 3 cm dicken Mörtelbett mit einem Mischungsverhältnis von 1 Teil Zement zu 4 Teilen Sand der Körnung 0/8 mm auf einem höhengerechten, bewehrten Unterlagebeton verlegt. Die Fugen werden mit Fugenmörtel ausgefüllt. Die Oberfläche muss danach umgehend gereinigt werden. Im Mörtelbett verlegte Pflasterungen oder Platten sind erst nach 3 Tagen belastbar!
- Platten werden mit Auflagerplatten auf Unterlage-, Gefälle- oder Schutzbeton verlegt, wobei zum Ausgleich von Unebenheiten entweder höhenverstellbare Auflager verwendet werden oder zusätzlich Ausgleichplatten eingesetzt werden.
Pflastersteinbeläge
Neben den klassischen Natursteinpflasterbelägen wie z.B. Granit und Basalt werden heute Betonpflastersteine in unzähligen Formen (z.B. Verbund- oder Doppelverbundsteine), Farben und Oberflächenstrukturen angeboten mit denen sich die vielfältigsten Oberflächengestaltungen durchführen lassen. Klassische Maße bei den Granitpflastersteinen sind 18,5 x 18,5 cm bzw. 8 x 10 cm. Wichtig bei allen angebotenen Belägen ist der Nachweis der Frost-Tausalzbeständigkeit.
Plattenbeläge
Plattenbeläge werden aus Naturstein, Kunststein und Beton hergestellt. Neben den gängigen Maßen wie z.B. 25x50, 20x40, 40x40, 50x50 werden unzählige Sonderformen
zur Gestaltung der Beläge produziert. Als Alternative zu den Betonpflastersteinen werden Betonplatten mit Pflasterstruktur angeboten. Wie bei den Pflastersteinen ist bei allen angebotenen Belägen der Nachweis der Frost-Tausalzbeständigkeit wichtig.
Begrünte Beläge
Begrünten Beläge werden entweder mit Sonderformen wie z.B. Rasengittersteinen etc.
Hergestellt oder es werden beim Verlegen der Pflastersteine mittels verrottbaren Fugenabstandhalter breitere Fugen angelegt. Die Fugen werden mit Splitt gefüllt, welcher sich nach dem Rütteln um ca. 1 bis 2 cm absenkt. Diese Fuge wird nun mit feinem Humus gefüllt und es wird eine widerstandsfähige Rasensaat (z.B. Sportplatzrasenmischung) eingesät. In der Anwachsphase müssen diese Flächen geschont werden.