Wieviel Umsatz verlieren Sie durch „Pfusch“?
In einer Studie analysiert Friedrich Schneider (Professor am Institut für Volkswirtschaftslehre an der Johannes Keppler Universität in Linz) jährlich die Schattenwirtschaft in Österreich. Die Entwicklung ist dramatisch, ca. 8,6 Milliarden Euro in der Baubranche.
"Wieviel Umsatz geht Ihnen 2005 durch Schwarzarbeit (Pfusch) verloren?" fragten wir in unserer letzten B2B-Umfrage des Monats auf www.wohnnet.at und der Großteil der Antworten stimmt mit der Studie überein. Der Großteil tippte auf 30%. Professor Schneider schätzte in seiner Studie die Baubranche mit rund 35% ein. Mit diesem Wert steht die Baubranche in der heimischen Schattenwirtschaft nach wie vor einsam an der Spitze. Die nächsten Branchen Tourismus und Kfz folgen mit einem Anteil von ca. je 16% klar dahinter.
Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2004 und blickt man auf die Entwicklung der vergangenen Jahre, dann ist für heuer mit einer weiteren Steigerung zu rechnen.
Nüchtern in Zahlen bedeutet das, dass das illegale Baugewerbe im vergangenen Jahr rund 8,6 Milliarden Euro einnahm. Dabei werden in der Studie 3,5 Milliarden Euro dem Bauhauptgewerbe und der Rest dem Baunebengewerbe zugerechnet.
22 Milliarden Euro wurden noch 2002 mit Schwarzarbeit umgesetzt, 22,5 Milliarden waren es 2003 und 23 Milliarden 2004. Der Pfusch verdient also pro Jahr um rund eine halbe Milliarde mehr. 2004 waren dies knapp 11% des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Doppelt so hoch wie zu Beginn der 90er Jahre.
Die Auswirkungen
Neben den massiven Umsatzeinbußen für die einzelnen Unternehmen ist auch der volkswirtschaftliche Schaden beträchtlich: Rund 5 Milliarden Euro an Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen gehen der öffentlichen Hand alljährlich durch die illegale Gewerbsausübung verloren. Um das Problem in Griff zu bekommen muss aber in großen Teilen der Bevölkerung ein Umdenken einsetzen: Im vergangenen Jahr haben rund 18% der Bevölkerung bei der Lösung ihrer Probleme auf Pfuscher zurückgegriffen.