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(1867) getestete

Regeltechnik und das intelligente Haus

Heute ist es selbstverständlich, dass unser Auto meldet, wenn das nächste Service fällig ist und unser Organizer piepst, um uns an den bevorstehenden Geburtstag der Schwiegermutter zu erinnern. Im Haus ist die Unterstützung durch elektronische Geräte und ihrer Vernetzung erst in den Kinderschuhen. Mit Zeitschaltuhr-Elementen in den Geräten ist das Vorprogrammieren von Waschmaschine, Backofen und Kaffeemaschine nichts besonderes mehr.

 

Die zentrale Steuerung aller elektrischen Geräte im Haushalt durch den computergesteuerter Installationsbus macht den nächsten Schritt in der Entwicklung im Haus möglich. Bei dieser Technik werden Informationen in kleinen Datenpaketen zur Steuerung der elektrischen Geräte über eine zentrale Steuerungsleitung transportiert. Diese zentrale Leitung verbindet die haustechnischen Geräte und Systeme miteinander und wird über einen PC oder ein Display gesteuert.

 

Ab nun werden Rollläden nicht mehr zur vorprogrammierten Zeit sondern in Abhängigkeit vom Tageslicht bedient und der Heizkörper unter einem geöffneten Fenster schaltet sich automatisch ab. Durch Steuerung über das Handy kann dann auch der Garvorgang des Huhnes im Backrohr so gestartet werden, dass es beim nach Hause kommen fertig gebraten ist.

Das Zentrum des Hauses der Zukunft ist die Küche, deren wichtigster Bestandteil ein Kühlschrank mit integriertem Touch-Screen-Monitor sein wird. Dieser "Screenfridge" ist Kommando- und Servicezentrale des Hauses. Mit ihm können sie E-Mails und SMS versenden, überprüfen, ob alle Fenster geschlossen sind und das Licht im Kinderzimmer ausschalten. Die Familie kann sich von der Rezeptsammlung des Kühlschranks inspirieren lassen, einen Vorschlag auswählen und dann stellt der Screenfridge die Zutatenliste zusammen und sendet diese an den örtlichen Supermarkt, der die Lebensmittel ins Haus (hoffentlich rasch) liefert.

Beim Experiment ”FuturElife” in der Schweiz wurde ein ganz normales Reihenhaus komplett vernetzt und mit neuerster Technologie ausgerüstet. Seit November 2000 wohnt eine 4-köpfige Familie in diesem EHouse und führt ein E-Life. Eintritt ins Haus erhält man durch die Identifikation des Fingerabdruck oder der Iris der Bewohner.

 

Innerhalb des Hauses können alle Funktionen drahtlos gesteuert und überwacht werden. Alle Geräte, Steckdosen und Schalter am EIB (Europäischer Installations-Bus) sind vernetzt und können beliebig miteinander verknüpft werden. Die Hausgeräte sind über Breitband ans Internet angeschlossen.

 

Die Sky-Box ist eine  Kombination aus Briefkasten, Kühlschrank und Eisschrank - der ”Briefkasten” für kühle Fälle. Die bevorzugten Lieferanten erhalten eine spezielle Chipkarte um die Aussentür der Sky-Box zu öffnen. Damit können verderbliche Waren auch geliefert werden wenn niemand zu Hause ist. Die Box informiert via E-Mail den Eingang der Waren.

 

In der Küche befindet sich eine stationäre Bedienungseinheit zur Bedienung des Hauses, Fernseher und Bestellsystem für die Zutaten von Menüs. Die Zubereitungseinstellungen werden direkt an den Backofen gesendet. Küchengeräte Geschirrspüler, Waschmaschine/Trockner sind mittels Powerline-Gateway vernetzt.

Die Einrichtung eines denkenden Hauses ist teurer als die eines konventionellen Hauses, aber die Mehrkosten können sich schon nach kurzer Zeit rechnen, da der Komfort erhöht und der Energieverbrauch gesenkt wird. Eine ausreichende Elektrifizierung eröffnet die Möglichkeiten ein denkendes Haus einzurichten. Neben den Steckdosen sollten aber auch ausreichend Leerverrohrungen, Kabelbuchsen etc. im Haus vorhanden sein.

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Helmut Melzer
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