Die Ursache für die starke Nachfrage an Reihenhäuser sind die hohen Grundstückspreise, die für den Bau eines freistehenden Einfamilienhauses für die meisten Familien nicht mehr leistbar sind, und der dennoch bei den meisten Personen vorhandene Wunsch nach einem "leistbaren" Eigenheim mit Garten, und ohne einem darüber- oder darunterliegenden Nachbarn.
Reihenhäuser stellen immer mehr eine ideale Alternative zwischen Eigentumswohnung und Einfamilienhaus dar. Sie haben mehr Grün als Wohnungen, und sind vom Preis her erschwinglicher als Einfamilienhäuser, wobei mögliche Freiflächen für diese nur mehr fern ab der Stadt zu finanzieren sind.
Reihenhäuser hingegen befinden sich vor allem in den stark nachgefragten grünen Stadtrand-Lagen. Die Grundstückspreise sind hier noch akzeptabel, Infrastruktur und Verkehrsanbindung sind vorhanden oder ziehen immer schneller nach. Der große Preisvorteil beim Reihenhaus liegt einfach in der besseren Nutzung des Grundstücks und der kompakten Bauweise.
Wem die Randlagen selbst noch zu teuer sind, der kann sein Glück auch in den umliegenden Gemeinden versuchen. In Wien und Umgebung halten sich Nachfrage und Angebot die Waage, während im übrigen Bundesgebiet ein verstärkter Run auf Reihenhäuser eingesetzt hat. Ein Grund dafür sind die längeren Wegzeiten in der Umgebung von Wien, gegenüber den anderen Landeshauptstädten. Interessant: Ein Phänomen zeigt sich landesweit. Die Käufer von Reihenhäuser sind besser informiert, und kaufen nicht überall.
Grundstückspreise
Die Preissteigerungen der Wohnimmobilien in den letzten Jahren waren nur zu einem geringen Prozentsatz durch teurere Fertigung bedingt, viel mehr stiegen die Grundstückspreise kontinuierlich an. Preissteigerungen versucht man dadurch zu kompensieren, dass die Grundflächen immer kleiner werden. Besaßen Reihenhäuser bis vor wenigen Jahren noch um 20-30m2 Wohnfläche mehr, so haben sie sich jetzt bei ungefähr 100m2 eingependelt. Dennoch halten sich die Kosten beim Reihenhaus in finanziell absehbaren Grenzen.
Infrastruktur
Erschließungkosten und Baukosten sind bei verdichteter Bauweise wesentlich günstiger. Im Zuge des Wohnens teilen sich Betriebskosten und andere Gebühren auf mehrere Miteigentümer auf. Infrastruktur, wie z.B. Straßen oder Kanalisation, können besser gemeinsam genutzt werden, und das schont die Geldbörse. Die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel lässt sich besser gestalten.
Schon lange warnen die Raumplaner vor den Folgen des Einfamilienhaus-Wildwuchses und der Zersiedelung weiter Teile Österreichs. In klassischen Einfamilienhaus-Siedlungen ist man ohne eigenes Auto aufgeschmissen. Reihenhäuser, die weniger Fläche pro Haus einnehmen, verkürzen auch die Entfernungen. Nicht nur zum Nachbarn, sondern auch zum Arbeitsplatz oder zur Schule und Freizeiteinrichtungen. Damit möchte man den Wildwuchs verhindern und das, womit die Gemeinden oft punkten, nämlich die intakte Umwelt, erhalten.
Förderungen
Trotz der Vorteile von Reihenhäusern, werden immer noch zahllose Einfamilienhäuser gebaut, vor allem dort, wo der Boden billig ist. Es kommt zu Verknappung von Grund und Boden.
Um dem zumindest etwas Einhalt zu gebieten, gibt es in vielen Bundesländern spezielle Förderungen für den verdichteten Flachbau. Reihenhäuser werden höher subventioniert als das herkömmliche Einfamilienhaus - natürlich abhängig von Familienstand, Einkommen und Wohnfläche.
Wobei speziell im Westen Österreichs die Förderungen gezielter und auch notwendiger sind. Hier steht, durch "unkontrolliertes " Bauen in den letzten 20-30 Jahren, immer weniger Platz zur Verfügung. Die Förderungskonzepte für verdichtete Bauweise sind deshalb ausgefeilter als im Osten, und umso höher, je weniger Grundfläche pro Quadratmeter Wohnfläche verbraucht wird.
Diesen staatlichen Eingriff, um kompakte Bauweise zu forcieren, übernehmen in Wien die Grundpreise, die so hoch sind, dass sie die Bauträger zwingen, möglichst platzsparend zu agieren. Nebenbei haben Niederösterreich und das Burgenland noch weitaus größere Reserven an Bauland zu bieten, als die westlichen Bundesgebiete.
Dies ist auch notwendig. In Wien zu teuer, zieht es die Bewohner der Bundeshauptstadt hauptsächlich in den Süden und Westen des angrenzenden Nachbarn. Weshalb es in diesen beiden Bundesländern nur noch eine Frage der Zeit ist, bis sich die Verantwortlichen zu konkreteren Schritten, in Bezug auf Förderungen, durchringen werden (müssen).