Zwingende Renovierungsarbeiten – was ist für Mieter zu tun?

Immer wieder gibt es zwischen Mietern und Vermietern Streitigkeiten über das Thema Renovierung. Die Verunsicherung ist groß, manchmal landen diese Diskussionen letztendlich vor Gericht. Damit es gar nicht so weit kommt, sollten sich Mieter gleich beim Einzug in eine Immobilie mithilfe eines Übernahmeprotokolls gegen Schadenansprüche absichern. Ein Wohnungsübernahmeprotokoll dokumentiert, welche Schäden an der Wohnung bereits vorhanden waren, als der neue Mieter einzog.

Worauf ist beim Einzug zu achten?

Übernimmt man eine Wohnung oder ein Haus zur Miete, sollte man schon bei der Schlüsselübergabe jeden einzelnen Raum genau unter die Lupe nehmen. Viele Menschen freuen sich über ihr neues Zuhause so sehr, dass sie kleine Schönheitsfehler übersehen. Wenn diese Mieter eines Tages aber wieder ausziehen, können sie in der Regel nicht beweisen, dass die Schäden bereits bei ihrem Einzug vorhanden waren. Aus diesem Grund ist es dringend notwendig, ein Übernahmeprotokoll niederzuschreiben, das sowohl Mieter als auch Vermieter unterschreiben sollten.

Selbst wenn Mieter in eine neu gebaute Wohnung ziehen, sind sie vor Mängeln nicht gefeit. Oft sind es Risse in den Wänden, die optisch auffallen. Mieter sollten sich bei der ersten Begehung der neuen Wohnung genügend Zeit nehmen und am besten eine Person ihres Vertrauens mitnehmen, schließlich sehen vier Augen mehr als zwei. Jeder Riss in der Wand, jede abgesprungene Fliese, jeder Fehler im Laminatboden ist im Wohnungsübernahmeprotokoll festzuhalten. Bei dieser Begehung sollten sie eine Taschenlampe mitnehmen, denn in Nassräumen gibt es oft kein Fenster. Zudem sind beim Einzug in eine völlig neue Wohnung meist nicht einmal Glühbirnen installiert.

Wenn Mieter in eine ältere Wohnung übersiedeln möchten, sollten sie noch genauer hinsehen. Ein Aufwand, der sich meist lohnt. Neben den oben genannten Mängeln ist unbedingt auch auf Schimmelbildung zu achten. Schimmel setzt sich meist in Ecken fest und lässt sich bei schlechten Lichtverhältnissen kaum erkennen. Schimmel ist jedoch gesundheitsgefährdend, ein Mangel, den der Vermieter umgehend beseitigen muss.

Für welche Schönheitsreparaturen ist der Mieter verantwortlich?

Generell gilt, dass Mieter ein Objekt in dem Zustand zurücklassen müssen, wie sie es vorgefunden haben. Um diesen Zustand herzustellen, sind manchmal Schönheitsreparaturen notwendig. In der Regel gibt es im Mietvertrag einen Paragraphen, der die notwendigen Reparaturarbeiten beim Auszug regelt.

Nach der Kündigung erfolgt eine Wohnungsbegehung mit dem Vermieter. Dieser bewertet den Zustand der Immobilie und legt fest, welche Schäden der Mieter reparieren muss. Grundsätzlich dürfen die Reparaturarbeiten nur Gegenstände betreffen, die sich abnützen, wie zum Beispiel:

• Zimmerdecke (Anstrich)
• Wand (Anstrich)
• Teppich
• Fußleisten
• Böden
• Fliesen
• Jalousien – sofern diese schon beim Einzug vorhanden waren

Problematisch kann es werden, wenn der Mieter selbst Sanierungsarbeiten vorgenommen hat, ohne vorher mit dem Vermieter darüber zu sprechen. Hat er die Wohnung zum Beispiel mit einem Teppichboden übernommen und verlegt darüber eigenmächtig einen Laminatboden, kann der Vermieter verlangen, dass er den Laminatboden wieder entfernt. Meistens erhöht jedoch ein schönerer oder qualitativ besserer Boden den Wert des Objekts, daher willigen die meisten Genossenschaften oder privaten Vermieter ein, dass der Boden in der Wohnung belassen werden kann. Bei der Begutachtung des Bodens muss von Seiten des Vermieters über normale Abnützung hinweggesehen werden. Befinden sich Löcher im Teppich oder im Holzboden, muss der Mieter diese allerdings reparieren.

Teuer kann es werden, wenn sich Türen oder Fenster nicht mehr ordnungsgemäß schließen lassen: Für die Wartung ist in der Regel der Mieter zuständig. Bohrlöcher in der Wand muss der Mieter in der Regel nicht entfernen – sofern sich die Anzahl der Löcher in angemessenem Rahmen befindet. Für Schäden an der Bausubstanz haftet der Immobilieneigentümer. Dieser muss also für Risse in der Außenwand oder ein undichtes Dach aufkommen. Allerdings müssen Mieter für Schäden bezahlen, die sie selbst verursacht haben.


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