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(1867) getestete

Schutzvorkehrungen im eigenen Haus

Um die Bevölkerung vor den Gefahren durch radioaktive Strahlung und kriegerischer Einwirkungen zu schützen, waren bauliche Schutzvorkehrungen ein wesentlicher Bestandteil des Zivilschutzes. Jedoch hat sich das Bedrohungsbild gewandelt, heute steht die Sorge vor einem AKW-Unfall im Vordergrund. Und einen wirksamen Strahlenschutz erreicht man mit geringem Aufwand.

Schutzräume

Ein Schutzraum soll die Familie gegen Bedrohung schützen, insbesondere gegen:

  • Radioaktive Strahlung (Reaktorunfall, Satellitenabsturz)
  • Naturkatastrophen (Lawinen, Erdrutsch, Nachbeben bei Erdbeben)
  • Umweltkatastrophen (Smog, Ozon)
  • Kriegerische Auseinandersetzungen (konventionelle, biologische und zum Teil gegen chemische Waffen, sowie indirekte Wirkung von A-Waffen)


Neubauschutzraum
Bei einem Neubau ist der Schutzraum kostengünstig herzustellen und gewährt Schutz durch seine Lage unter Terrain, die Ausstattung mit Sandfilter, Schutzbelüfter und gasdichter Türe.

Behelfsschutz
In bestehenden Häusern ist der nachträgliche Einbau eines Schutzraumes oft schwer möglich und sehr kostenaufwändig. Durch bauliche Veränderungen eines Kellerraumes kann aber ein guter Behelfsschutz erreicht werden.


Die Maßnahmen richten sich nach den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten (z. B. Zumauern von Kellerfenstern, Verstärken der Wände des ausgewählten Kellerraumes). Durch den Einbau einer gasdichten Tür und der Schutzbelüftung wird der Schutzumfang wesentlich erhöht. Wünschen Sie Trümmersicherheit, muss eventuell die Kellerdecke verstärkt werden.

Sicherheitsraum

Ist kein geeigneter Keller vorhanden, ist der Sicherheitsraum in der Wohnung eine mögliche Alternative. Er soll massive Außenwände (keine Veranda, keine Mansarde) und möglichst wenig Öffnungen haben. Das Abdichten von Fenstern und Türen mit Klebebänder ohne Einbau eines Luftfilters ist jedoch eine Lösung für kurze Zeit. Denn ohne Frischluftzufuhr ist nur ein Aufenthalt von einigen Stunden möglich. (Luftverbrauch: 1 m3/Person/Stunde)


In diesem Raum wird ein Filtergerät installiert, das durch eine Wandöffnung die schadstoffbelastete Außenluft ansaugt, sie in geeigneten Filtern von den Schadstoffen reinigt und als ungefährliche Atemluft in den Raum abgibt. Zugleich wird dadurch ein leichter Überdruck erzeugt, der das Eindringen der kontaminierten Außenluft verhindert. Der Raum darf daher keine unverschließbaren Öffnungen wie Kaminanschluss, Entlüftungen, Dampfabzug etc. haben.


Ein derartiger Sicherheitsraum kann ausgezeichneten Schutz vor chemisch, biologisch bzw. radioaktiv belasteter Luft bieten. Alle anderen Schutzwirkungen des Grundschutzes - wie sie der Schutzraum bietet - sind aber nur in dem Maße gegeben, wie sie das Gebäude bieten kann.

Haushaltsvorräte
Bedenken Sie, dass ein rechtzeitig angelegter Haushaltsvorrat Ihnen auch im Falle eines Unfalles in einem Kernkraftwerk helfen kann, die erforderlichen Schutzmaßnahmen besser einzuhalten
Zum Haushaltsvorrat gehören nicht nur Lebensmittel für mehrere Tage, sondern auch Getränke, Wasser, Radio, Batterien, Taschenlampen, ein Verbandkasten, Medikamente des persönlichen Bedarfs, eine Feinstaubmaske und Hygieneartikel.

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Helmut Melzer
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