Wer in einer älteren oder auch nur nordseitigen Wohnung wohnt, kennt das Problem: Auch tagsüber muss oft das künstliche Licht aufgedreht werden, weil es trotz Sonneneinstrahlung in den Räumen zu dunkel ist.
Dies kostet nicht nur wertvolle Energie, über deren „Verschwendung“ man sich trotz Notwendigkeit ärgert, sondern man ist auch gezwungen, bei unnatürlichem Licht zu arbeiten, zu kochen, zu leben.
Tageslicht wird transportiert
Im Rahmen von Diplomarbeiten an der Nürnberger Ohm-Hochschule haben Forscher nun den „Sollektor“ entwickelt. Dieses Gerät fängt die Sonnenstrahlen an einer zentralen Stelle (idealerweise am Dach) auf, und das Licht kann über Kunststofffaser-Leitungen in einzelne Räume verteilt werden. Der große Unterschied zwischen dem „Sollektor“ und herkömmlichen Systemen die sich die Energie der Sonne zunutze machen liegt darin, dass das Licht nicht erst zu elektrischer Energie gemacht werden muss, die dann womöglich wiederum in Form von Licht ausgespeist wird.
Beim Sollektor wird das Licht direkt weitergegeben, und auch farblich nicht verfälscht: „Bei diesem Licht muss man also im Kaufhaus nicht mehr auf die Straße gehen, um zu prüfen, ob die Farbe des Pullovers, den man kaufen will auch tatsächlich zur Hose passt“, so Prof. Hans Poisel von der Nürnberger Fachhochschule.
Auf dem Weg zur Serienreife?
Noch existiert vom Sollektor nur ein voll funktionsfähiger Prototyp mit 1000 Linsen, welche das Sonnenlicht auffangen und in zwei Polymerfaserbündel leiten. Diese sind bis zu 20 Meter lang, und können das Licht beliebig weitergeben. In Kooperation mit der neugegründeten Firma BavarianOptics wollen die Studenten und Forscher nun weitere Prototypen entwickeln, und das Projekt auch bald auf den Markt bringen.