Erstmals für Österreich berechnet:
Regionale Verkaufsflächendichte im österreichischen Einzelhandel
Österreich liegt mit 1,62 m² Verkaufsfläche pro Einwohner im europäischen Spitzenfeld und verfügt über eine deutlich höhere Verkaufsflächendichte als seine Nachbarn! Das zeigt eine Studie der RegioPlan Consulting GmbH.
Lediglich in einigen skandinavischen Ländern ist die Verkaufsflächendichte ähnlich hoch. Deutlich geringere Werte als Österreich erreichen unsere Nachbarn: Österreich ist mit einer Dichte von 1,62m²/EW im Einzelhandel um immerhin 19% dichter besetzt als Deutschland.
Auch die Schweiz weist mit einer Verkaufsflächendichte von rund 1,2m²/EW einen deutlich geringeren Wert auf.
Polen beispielsweise hat bereits eine höhere Dichte im Einzelhandel als die westeuropäischen Staaten Italien, Frankreich und Großbritannien! Die eindeutig geringsten Verkaufsflächendichte weisen die süd- und südosteuropäischen Länder auf: In Spanien, Griechenland, Kroatien und der Türkei etwa, liegen die Werte oft deutlich unter 0,5m²/Einwohner.
Wien: höhere Dichte als London oder Paris!
Die Bundeshauptstadt Wien liegt mit einer Verkaufsflächendichte von 1,47m²/EW deutlich über anderen Metropolen. Paris kommt beispielsweise nur auf etwa 0,4m²/EW, London gar nur auf 0,3m²/EW.
Das Flächenwachstum in den osteuropäischen Städten ist sehr stark, der Bestand an Flächen aber noch vergleichsweise gering. Prag liegt in etwa bei 0,1m²/EW, Moskau bei 0,2m²/EW. Wie schon im nationalen Vergleich ist Polen voran: Warschau nimmt hier mit 0,3m²/EW eine führende Position ein.
Regionale Unterschiede:
Die erwartungsgemäß höchste Dichte ist in Niederösterreich.
Auf Bundeslandebene liegen in Österreich die Werte relativ gleich auf. Vier Bundesländer liegen innerhalb von 5% des österreichischen Durchschnitts.
Die Kaufkraftabflüsse an das Wiener Umland spiegeln sich im hohen Verkaufsflächendichte-Wert Niederösterreichs - dem höchsten Wert Österreichs - wider. Ausschlaggebend für hohe Dichtewerte, z.B.: auch in Kärnten, sind die Fachmarkt- und Einkaufszentren. Das Burgenland und Vorarlberg weisen wegen der speziellen Bevölkerungs- und Bebauungsstrukturen geringere Werte als die übrigen Bundesländern auf.
In den nächsten Jahren sind weitaus geringere Zuwächse zu erwarten:
Die Marktvolumina im österreichischen Handel stagnieren ebenso wie die einzelhandelsrelevante Kaufkraft. Überdies ist die Expansion der filialisierten und organisierten Händler bei weitem nicht mehr so heftig wie noch vor 5 Jahren. Daher sind in den nächsten Jahren zwar weiterhin Zuwächse in den Verkaufsflächen zu erwarten, diese werden aber deutlich geringer ausfallen als es in den letzten Jahren zu beobachten war.