Weichmacher finden sich in großen Mengen in Kunststoffen (z.B.: PVC Fußbodenbelägen, Vinyltapeten, alle Arten von Folien), Lacken, Anstrich- und Beschichtungsmittel, Dichtungsmassen, Kautschuk- und Gummiartikeln, Klebstoffen und anderen Produkten. Sie verleihen bestimmte physikalische Eigenschaften, wie erhöhtes Formveränderungsvermögen, erhöhte elastische Eigenschaften, verringerte Härte usw.
Isocyanate
Isocyanate sind sehr reaktionsstarke organische Verbindungen und Ausgangsstoff für Polyurethane. Man findet sie in Lacken (2-Komponentenlacke) und Farben auf Polyurethanbasis, in Parkettversiegelungen (DD-Lacke), in Klebestoffen und in Polyurethanschäumen (PUR-Schaum) für Abdichtungen (zB Fenster).
Wirkung:
Die große Reaktionsfähigkeit der Isocyanate ist verantwortlich für ihre Giftigkeit und ihre starke Reizwirkung auf die Haut und die Schleimhäute, insbesondere der Atemwege. Isocyanate sind extrem starke Allergene, die asthma- oder heuschnupfenähnliche Symptome hervorrufen.
Sie sind die häufigste Ursache von Asthma als Berufskrankheit. Anzeichen einer chronischen Vergiftung sind zunächst Kurzatmigkeit, Atembeklemmungen und Hustenreiz, später kommt es zu Asthmaanfällen und chronischer Bronchitis. Bei Allergikern führen bereits geringste Spuren von Diisocyanaten zu heftigen Reaktionen.
Massnahmen:
- Eingeschränkter Ersatz von PUR-Schäumen durch biogene Rundschnüre, elastische Hohlprofile sowie Korkdichtmassen, die mit Lärchenharz eine knetbare Masse bilden.
- Anwendung von Wasserlacken für Holzbodenversiegelungen, bzw Ölen und Wachsen für diffusionsoffene Beschichtungen
- Einsatz von lösemittelarmen Wasserlacken sowie Naturharzbeschichtungen
Formaldehyd
Formaldehyd ist ein farbloses, stechend riechendes, in Alkohol und Wasser lösliches Gas, das leicht polymerisierbar und kondensierbar ist (z. B. mit Phenol oder Harnstoff zu Kunstharzen). Formaldehyd gehört zu den wichtigsten Grundstoffen in der chemischen Industrie. Fast zwei Drittel der Jahresproduktion werden für die Herstellung von Kunststoffen verbraucht.
Die österreichische Formaldehydverordnung begrenzt für Spanplatten der Emissonsklasse 1 die Formaldehydmenge auf 10mg pro 100g Fertigprodukt. (MAK Liste auf IIIB - "..mit begründetem Verdacht auf krebserzeugendes Potential")
Wirkung:
Die hohe Wasserlöslichkeit von Formaldehyd ist verantwortlich für Reizerscheinungen der Schleimhäute im oberen Respirationstrakt (Bronchopneumonien, Glottisödem), Augenbrennen, Kopfschmerzen und Husten. Bei Formaldehyd konnte im Tierversuch Krebs nachgewieden werden. Der Verdacht auf Bronchial- und Nasenkarzinome verdichtet sich.
Massnahmen:
- Erhöhung des generellen Luftwechsels (Mindestluftwechsel nL 0,5-1,0h)
- Abdichten der formaldehydhältigen Holzwerkstoffe (Kantenabdichtung durch Umleimer, Versiegelungslacke)
- Formaldehydbindende Dispersionsfarben
- Meidung von Harnstoff - Formaldehyd - Ortsschaum - Isolierungen
- Verwendung möglichst emissionsarmer Produkte