Biomasse, Kohlekraft und Kernspaltung stehen nicht auf Jacobsons Liste. "Die besten Alternativenergien sind nicht die derzeit am meisten diskutierten", so der Stanford-Forscher unter Berufung auf seine Berechnungen. "Auf Ethanol basierte Biotreibstoffe schaden der Gesundheit von Mensch und Tier, der Wasserversorgung und der Landfläche mehr als herkömmliche fossile Brennstoffe."
Getreide für Biomasse benötige zur Erreichung derselben Energiemenge eine 30-fach größere Fläche als Windkraftanlagen und erzeuge mehr Treibhausgase. Atomstrom verursache hingegen eine 25 mal höhere Kohlenstoff- und Luftverschmutzung als die Windkraft, die Hälfte davon allein während der Kraftwerksplanung und der Bauzeit, in der man auf fossile Brennstoffe angewiesen sei.
Kritik findet auch die oft als "saubere Kohle" bezeichnete Kohleverbrennung mit anschließender Filterung und unterirdischer Speicherung des CO2-Ausstoßes. Bau und Betrieb ausreichender sauberer Kohlekraftwerke setzten 110 mal mehr Kohlenstoff frei als Windkraftwerke, rechnet Jacobson vor.
Wasserkraft für Österreich
Martin Kaltschmitt vom Institut für Umwelttechnik und Energiewirtschaft der Technischen Universität Hamburg-Harburg http://www.tuhh.de/iue betont, dass die Reihung der Energieformen länderspezifisch sei. "Die jeweils beste Energieform hängt u.a. von den natürlichen Gegebenheiten eines Landes, von der Struktur des Energiesystems und auch von der administrativen Rahmensetzung ab. In Österreich sind etwa Wasserkraftwerke vielversprechender als Windkraftanlagen."