Selbstgemachtes Eis – so geht’s!

Warum in den Supermarkt oder zur Eisdiele gehen, wenn auch aus der eigenen Küche ein sensationelles Produkt kommen kann? Wir zeigen Ihnen die Vor- und Nachteile der verschiedenen Eismaschinen für Zuhause.

Gelato, Icecream, Glacé – schon die alten Römer wussten diese Köstlichkeiten zuzubereiten. Damals wurde Gletscherschnee mit frischen Früchten und Honig vermengt. Ab dem Mittelalter fingen die Eismacher dann an, mit gefrorener Milch zu experimentieren und im Viktorianischen Zeitalter ist die Speiseeisherstellung zur allgemeinen Bekanntheit in gehobenen Haushalten avanciert. Heutzutage haben wir es da noch viel einfacher. Es gibt Eismaschinen (mit oder ohne eigener Kühlung) oder spezielles Zubehör für Küchenmaschinen. Und für die ganz Eiligen reicht auch ein einfacher Mixer.

Vorgefrorener Kühlbehälter (passive Kühlung)

Die günstigste Variante der Eismaschine ist die mit einem abnehmbaren Kühlbehälter, der vor der Speiseeiserzeugung etwa sechs bis acht Stunden im Tiefkühler vorfrieren muss. Anschließend kommt die Eismasse in den Behälter und wird solange gerührt bis sie cremig und gefroren ist. Im Anschluss sollte das Eis trotzdem noch einmal in den Tiefkühler, um fest zu werden. Küchenmaschinen arbeiten bei ihrem Zubehör ebenfalls nach diesem Prinzip.

Vorteil: der Preis. Sowohl eine separate Maschine mit Kühlbehälter als auch als Zubehörteil für KitchenAid & Co sind deutlich günstiger als die vollautomatisch betriebene Variante. Nachteil ist natürlich die Vorbereitung. Wer nicht im Vorfeld weiß, dass es heute Eiscreme geben soll, muss sich anders behelfen. Außerdem kann in der Regel nur eine Geschmacksrichtung erstellt werden, da es auch nur einen Behälter pro Maschine gibt.

Anna_Pustynnikova/shutterstock.com © Anna_Pustynnikova/shutterstock.com

De'Longhi © De'Longhi

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Vollautomatisch (aktive Kühlung)

Wer häufiger Eis selbst machen möchte oder gerne mehrere Sorten auf einmal herstellt, der kommt um eine vollautomatische Maschine mit eingebautem Kühlaggregat nur schwer herum. Die Einstiegspreise beginnen bei 300 Euro, der Komfort ist aber außerordentlich hoch: Die zubereitete Eismasse in das Gerät geben und etwa 20 Minuten warten – schon haben Sie Ihre gewünschte Eiscreme. Wird die maximale Füllmenge von etwa einem Liter gewählt, ist das Ergebnis meistens durchgefrorener, als bei der halben Menge – was daran liegt, dass sich die Eismasse um den Rührer legt und den Kontakt zum kühlenden Metallrand verliert. Beide Ergebnisse sind aber absolut zufriedenstellend. Hochpreisige Maschinen kühlen das Eis nach dem Herstellen noch weiter. Das Umfüllen und Abstellen im Tiefkühler entfällt somit.

Vorteile sind zum einen die einfache Bedienung, und zum anderen die mögliche Spontanität und die Ergiebigkeit. Prinzipiell können mit einer vollautomatischen Maschine vier bis fünf Sorten Eis gemacht werden, bis Sie Ihrem Gerät eine kurze Verschnaufpause gönnen sollten.

Nachteil: Der hohe Preis, aber auch der hohe Geräuschpegel, den eine vollautomatische Maschine erzeugen kann, wird nicht jedem gefallen. Zudem ist so ein Gerät recht groß und schwer – knapp 10 Kilo etwa. Für Küchen mit wenig Platz oder Gelegenheits-Eisschlecker also weniger zu empfehlen.

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Mit dem Mixer (gekühlte Zutaten)

Wer wirklich nur gelegentlich im Sommer Lust auf ein Erdbeereis hat und sonst gekaufte Produkte oder andere Süßspeisen vorzieht, der kann sich auch mit einem einfachen Trick behelfen: Tiefgefrorene Früchte, Milch-Schlagobers-Gemisch (zur Hälfte flüssig, zur Hälfte gefroren) gemeinsam mit Honig (Zucker oder Stevia) in einen starken Blender geben und fertig ist die kühle Erfrischung. Ein guter Stabmixer tut es natürlich ebenfalls.

Eine weitere Möglichkeit sind noch Granités, dabei wird eine Fruchtsaftmasse tiefgefroren und dann mit einem Spachtel oder Löffel abgeschabt. Vorsicht: diese Art von Eis schmilzt sehr schnell! Zum Servieren am besten in ein vorgekühltes Schüsselchen geben.

Vorteil: Mit dem Mixer geht es einfach und schnell. Allerdings sind Sie bei der Rezeptauswahl möglicherweise eingeschränkt. Die Granités sind letztlich eine eigene, eher grobkörnige Form des Speiseeises – daher gibt es keine Vor- oder Nachteile.

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Per Hand in der Rührschüssel (wiederholtes tiefkühlen)

Etwas umständlicher, aber mit einem cremigeren Ergebnis als beim Blender, ist das wiederholte Einfrieren. Eine Eismasse nach Wahl wird in eine große Schüssel gegeben (mindestens doppelt so groß wie die Masse selbst) und in den Tiefkühler gestellt. Ist die Masse ein paar Zentimeter am Rand festgefroren, einmal alles kräftig mit einem Schneebesen durchrühren. Die festgefrorene Schicht muss sich wieder vom Rand lösen. Danach die Schüssel zurück in den Gefrierer geben und zwei- bis dreimal wiederholen.

Vorteil: Sie benötigen kein extra Equipment. Nachteile: Neben dem erhöhten Aufwand spricht vor allem die lange Zubereitungszeit mit den mehrfachen Tiefkühldurchgängen gegen diese Methode. Die Ergebnisse schmecken aber ebenso fantastisch wie bei den Eismaschinen.


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Datum: 22.02.2017

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